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ID 12856

DARWINCI


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: LudoArt [->]
Autor: Martin Schlegel
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3-5

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60

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ab 9


Material: mittelmässig
Komplexität: durchschnittlich
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: durchschnittlichf5
Bewertung angespielt: 6.6 von 10
punkte

Score gesamt: 59.2% von 100
score
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Rezension

Ziel

Der Name Leonardo da Vinci dürfte fast jedem ein Begriff sein. Was einige vielleicht nicht wissen: Dieser viel begabte Mensch hat sich zeit seines Lebens auch sehr viel mit anatomischen Studien beschäftigt. Darwinci stellt eine Hommage an diesen Maler, Erfinder und Forscher dar, in dem wertvolle Knochenfunde ersteigert und anschließend zu kuriosen Kreaturen zusammengesetzt werden.

Regeln

An Startmaterial erhält jeder Spieler seinen so genannten Leonardowinkel, ein bisschen Kleingeld in der Währung Darwin und dazu noch die zehn schmucken Glassteine in seiner Farbe. Von diesen Steinen gibt jeder seinem linken und rechten Nachbarn jeweils einen ab. Die Knochenplättchen werden gut gemischt und als zwei verdeckte Ausgrabungsstapel bereitgelegt.

Vor Spielbeginn zieht nun jeder Teilnehmer vier Knochenplättchen, wobei zwei von diesen direkt in den eigenen Leonardowinkel eingebaut werden. Jedes Plättchen zeigt ein Knochenfragment oder -endstück und in den meisten Fällen einen Zahlenwert, der auch mal negativ sein kann. Des Weiteren kann ein Fundstück Schmucksymbole fünf verschiedener Arten enthalten.

Jede Runde läuft in drei Phasen ab. Als erste Aktion darf jeder „da Vinci-Nacheiferer“ zwei Knochenteile kaufen, wobei hier die Betonung auf „darf“ liegt. Von den nun vier Knochenteilen auf der Hand müssen allerdings wieder zwei Stück unter einen Ausgrabungsstapel zurückgelegt werden. Dann geht es ans Eingemachte und damit ums Versteigern der Gebeine. Jeder wählt von seinen zwei verbliebenen Fundstücken eines aus und legt es verdeckt vor sich ab. Alle Plättchen werden anschließend gleichzeitig aufgedeckt, es folgen drei Bietrunden. Geboten wird mit dem eigenen Vorrat an Glassteinen, der auch fremdfarbige Steine enthalten kann. Für diese Bietrunden gelten nun ein paar wichtige Regeln: Sofern vorhanden, muss in Bietrunde eins mit fremdfarbigen Steinen aus dem aktuellen Besitz geboten werden, wobei aber immer auch noch ein eigener Stein an ein gewünschtes Fundstückplättchen angelegt werden kann. In Bietrunde zwei und drei darf dann jeder Spieler null bis zwei eigene oder fremde Steine als Gebot auslegen.

Nach der letzten Bietrunde erhält jeder das oder die Fundstücke, an denen er eine Mehrheit mit den eigenen Schmucksteinen erreichen konnte. Die als Gebot eingesetzten Steine gehen als Bezahlung an den Spieler, der das jeweilige Knochenstück angeboten hat. Wer sich Gebeine einheimsen konnte, darf diese nun Kante an Kante in seinen Leonardowinkel einbauen. Der Winkel fasst insgesamt zwölf Plättchen und es ist nicht erlaubt über diesen hinaus zu bauen. Zum Abschluss einer Runde wird gewertet. Sind Kreaturen fertig geworden, erhalten die Betroffenen eine entsprechende Vergütung in Darwin. Ein Geschöpf ist aber nur dann komplett, wenn es keine offenen (Knochen-)Enden mehr aufweist. Die Gesamtgröße der Kreatur (Anzahl Plättchen) wird nun mit der Anzahl verbauter Endstücke (Kopf, Kralle, Fuß) multipliziert und ausbezahlt. Bei einer Schmuckwertung gibt es Geld für möglichst viele gleichartige Schmucksymbole und die Zahlenwerte auf den Plättchen in einer Reihe oder Spalte, wobei nur eine Wertung pro Schmucksorte während des ganzen Spiels erlaubt ist. Bevor nun die nächste Runde beginnt, darf jeder noch ein neues Fundstück nachziehen, so dass jeder wieder zwei Stück auf der Hand hat.

Sobald der Leonardowinkel eines Spielers zwölf Plättchen enthält, wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt und ganz normal gewertet. Danach gewinnt der Spieler mit den meisten Darwin.

Für Darwinci gibt es noch eine Expertenregel, in der ein großer Glasstein ins Spiel kommt. Dieser zählt dann bei der Frage nach Mehrheiten in den Bietrunden für zwei Punkte und kann somit gut eingesetzt werden, um Gleichstände zu brechen. Apropos Gleichstände, am Ende jeder Runde gibt es eine kleine Hilfe in Form des Darwin-Kärtchens für den Spieler, der noch am wenigsten Plättchen verbaut hat. Dieses Kärtchen erlaubt seinem Besitzer in der zweiten Bietrunde einen zusätzlichen eigenen Stein einzusetzen und kann somit durchaus mal ein dringend benötigtes Gebeinchen einbringen.

Meinung

Das Spielmaterial von Darwinci ist wirklich klasse, allein schon die Geldscheine sehen faszinierend aus. LudoArt ist ja bekannt für etwas ausgefallene Spiele, was die Thematik und vor allem die Ausstattung betrifft, und somit fügt sich auch Darwinci nahtlos in das Portfolio des Herstellers ein.

Ein anfangs etwas unüberschaubarer Versteigerungsmechanismus, zwei gut gelungene Wertungsmöglichkeiten und dazu ein bisschen anschauliche Legearbeit sind die Kernelemente von Darwinci. Dass einem die ersten Bietrunden während der Versteigerungen etwas suspekt vorkommen, liegt einfach daran, dass die Vor- und Nachteile der Gebote mit eigenen und fremden Steinen zuerst einmal verinnerlicht werden wollen. Viele werden sich zu Beginn fragen, was sie mit fremdfarbigen Steinen anfangen sollen, wenn sie doch mit diesen im Prinzip dem Gegner helfen würden. Diese Verwirrung löst sich aber ganz schnell auf, wenn der erste Spieler einen ziemlich „miesen“ Knochen mit Negativwert zur Versteigerung anbietet, um diesen dann mit fremdfarbigen Steinen aus dem eigenen Vorrat einem Gegenspieler unterzujubeln. Durch solche Aktionen sind schnell mal ein paar von den geliebten Darwinscheinchen futsch.

Um am Ende den größten Batzen Geld vor sich liegen zu haben, reicht es aber nicht aus, sich durch geschickte Versteigerungen die „faulen“ Knochen vom Leib zu halten. Ganz im Gegenteil, es müssen auch möglichst viele begehrte Stücke für die eigenen Wertungen eingeheimst werden. Wenn machbar sollten die Kreaturen groß und mit vielen Endstücken gebaut werden, da es somit mehr Darwin dafür gibt. Für die Schmuckwertungen sind dagegen Knochenplättchen mit identischen Schmucksymbolen und hohen Zahlenwerten interessant. Dass beim Verbauen manchmal Abstriche im Bezug auf eine der beiden Wertungsmöglichkeiten gemacht werden müssen, versteht sich von selbst. Wer aber einen gesunden Mittelweg findet und sich die für ihn punkteträchtigsten Plättchen sichert, wird am Ende ein Wörtchen um den Sieg mitreden.

Versteigerungsspiele gibt es ja mittlerweile fast schon wie Sand am Meer -aber eines, bei dem sich jeder sein eigenes Kuriositätenkabinett zusammenzimmert, das gab es bisher nicht. Allein für diese willkommene thematische Abwechslung hat Darwinci schon mal ein bisschen Würdigung verdient. Bei drei Spielern fällt allerdings ein Aspekt negativ auf: Recht häufig wird nämlich das selbst ausgelegte Fundstück ersteigert, da oftmals nichts Besseres ausliegt und man ja bei der Ersteigerung des eigenen Plättchens alle Steine zurückbekommt. Dies schadet leider dem Versteigerungsmechanismus und sorgt dafür, dass dieser nicht richtig in Gang kommt. Bei vier bis fünf Teilnehmern ist das Ganze wesentlich besser, denn hier liegen fast immer Knochenstücke aus, die ein Spieler notwendiger brauchen kann als das selbst Angebotene.

 

Fazit

Angehende Evolutionstheoretiker, Spieler mit Forschergeist und vor allem Freunde von Versteigerungsspielen -egal ob mit oder ohne blühender Phantasie- werden am Erschaffen von aberwitzigen Kreaturen ihre Freude haben und sind somit bei Darwinci an der richtigen Adresse.


2009-12-07, Markus Donaubauer (markus)



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Bewertungen
6donvanone
04.11.2009
Die Optik ist sehr sch?n, das Wertungs- udn auch Versteigerungssystem aber gew?hnungsbed?rftig
6.5markus
28.11.2009
Erfrischend skurriles Versteigerungsspiel
7arkadia
29.11.2009
7iceteddi
03.05.2010
ungew?hnliches Versteigerungs Spiel

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