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ID 12255

YVIO: FREIBEUTER DER KARIBIK


cover
Jahrgang: 2008

Verlag: Public Solution (Yvio) [->]
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1-4

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60

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Material: hochwertig
Komplexität: gering
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: durchschnittlichf5
Bewertung angespielt: 7.6 von 10
punkte

Score gesamt: 61.4% von 100
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Rezension

Ziel

"Handel, Häfen und Halunken" steht als Untertitel auf dem Cover. Nichtsdestotrotz ist "Freibeuter der Karibik" primär ein Handelsspiel, bei dem am Ende derjenige gewinnt, der sich zuerst die erforderlichen Siegpunkte kaufen konnte...

Regeln

Die Spieler fahren mit ihren Schiffen von einem Karibikhafen zum anderen und erwerben zahlreiche Schiffsausbauten, die gleichzeitig Siegpunkten entsprechen. Dies geschieht nicht rundenbasiert, sondern wird in "relativer Reisezeit" durch die Yvio-Konsole berechnet. Die Konsole ermittelt also stets den aktuellen Spieler, um diesen mit einem Ereignis auf hoher See oder der Ankunft in seinem Zielhafen zu konfrontieren.

Wer sich als friedlicher Händler versucht, steht meist nur vor der Wahl, mit welcher der beiden im Hafen verfügbaren Rohstoffen das Schiff zu beladen ist und wohin die nächste Reise gehen soll. Das Löschen der Ladung bei Ankunft erfolgt ganz automatisch, der Spieler erhält den Netto-Gewinn sofort ausgezahlt. Da kein Kaufpreis entrichtet werden muss, sind diese Auszahlungen folglich nicht besonders hoch. Andererseits gibt es auch nur vier verschiedene Rohstoffe im Spiel. Was die Hafenauswahl ein wenig einschränkt, denn welcher Tabakproduzent möchte denn schon mit Tabak beliefert werden?

Die erwirtschafteten Gewinne kann der ehrbare Seemann in bestimmten Häfen ausgeben, um seine Takelage zu verbessern (d.h. bessere Segel zu hissen), den Laderaum zu vergrößern oder wertvolle Anwesen auf idyllischen Inseln zu erwerben. Natürlich lassen die Händler (meist) auch mit sich verhandeln.

Ganz ohne Säbelgerassel geht es aber doch nicht, denn schließlich treiben sich auch jede Menge Piraten in den Gewässern herum. Und so ist ab und zu auch mal eine Investition in Kanonen oder Crew (zum Entern) notwendig. Und bringt auch die gleichen Siegpunkte. Wer es weniger friedlich mag, kann auch seine Mitspieler angreifen, wenn er ihnen auf hoher See begegnet.

Wer erfolgreich Piraten bekämpft oder lange nicht mehr besuchte Häfen anfährt, den belohnt die Yvio mit zusätzlichem Ansehen und schmückenden Titeln wie "Colonel", "Admiral" oder "Baron". Dies bringt zwar keine Punkte, aber bei jeder Beförderung eine zusätzliche Geldprämie.

Doch die Yvio passt nicht nur die Preise an und läßt Piraten auftauchen, sie lockt die Kapitäne auch immer wieder zu Schatzjagden, Botengängen oder der Suche nach der spanischen Silberflotte. In den Hafenkneipen erscheinen dann irgendwelche zwielichtigen Gestalten, die einem das eine oder andere Angebot machen. Wer solche Aufträge erfolgreich meistert, kann zusätzliche Geldprämien einstreichen.

Das Standardspiel endet, wenn einer der Spieler zehn Siegpunkte sammeln konnte, beziehungsweise mit einer Niederlage aller Spieler, wenn insgesammt fünf Häfen gleichzeitig von Piraten belagert werden. Ein Einführungsspiel erfordert nur fünf Punkte, wohingegen die Expertenvariante noch knackigere Gegner präsentiert.

Meinung

"Freibeuter der Karibik" startet mit einer Titelmelodie zur Begrüßung, die die Spieler sprunghaft ins Geschehen zieht. Klasse! Gleiches gilt für die gesamte technische Umsetzung, die einfach nur als gelungen bezeichnet werden kann: Der Spielablauf wird im Einsteigerspiel anschaulich erläutert, sodass eigentlich kein Lesen der Anleitung notwendig ist. Die Hintergrundgeräusche sind stimmig und atmosphärisch dicht, die Sprachausgabe sauber und klar, die Kernelemente funktionieren tadellos.

Ganz ausgeschöpft werden die Möglichkeiten der Yvio freilich noch nicht, denn dafür sind die Abläufe und Zusammenhänge nicht komplex genug. Theoretisch hätten sich die Freibeuter auch als herkömmliches, kartengesteuertes Brettspiel umsetzen lassen - technisch wäre dies zumindest kein Problem gewesen. Dabei wäre allerdings die Atmosphäre auf der Strecke geblieben.

Trotz des recht linearen Wirtschaftswachstums (herumschippern, Geld verdienen, Schiff ausbauen), gibt es auch einige Details, die ein erfolgshungriger Schiffskapitän beachten sollte. Dies fängt schon mit der Ladung an: Holz und Getreide bringen zwar kaum Gewinn, sind aber über See sicher zu transportieren. Was aber auch nicht hilft, wenn der Zielhafen plötzlich von Piraten belagert wird und doch noch ein Gefecht stattfindet. Investieren? Ja, klar. Aber zuerst in neue Segel, um schneller zu reisen und häufiger am Zug zu sein? Ladekapazit¨t, um die Transportkapazit&tuml;t zu erhöhen? Obwohl die Ladung verloren geht, wenn das eigene Schiff mal gekapert wird? Kanonen oder Crew zum absichern gegen Piraten? Und stattdessen auf Transportgewinne verzichten? Nur eines ist klar: Residenzen zu erwerben, lohnt sich erst gegen Ende der Partie, da diese "Erweiterungen" keine Vorteile unterwegs bringen. Andererseits handelt es dabei aber um doppelt verdiente Siegpunkte, die relativ früh häufig auch ziemlich günstig angeboten werden...

Selten angefahrene Häfen sind immer ein guter Tipp und bringen erfreulich viel Extragewinn. Je mehr Spieler teilnehmen, desto interessanter ist zudem die Option, die Karavellen der Mitspieler zu kapern. Eine Investition in zusätzliche Crew vorausgesetzt. Die haben allerdings auch viele Piratenschiffe, sodass als beste Abwehrmassnahme gegen diese Lümmel Kanonen in der Regel die bessere Wahl sind. Zumal gekaperte Piratenschiffe leider auch keine Extragewinne abwerfen.

Apropos Extras: Es gibt schon lukrative Sonderangebote in den Hafenkneipen. Dabei sollte aber immer bedacht werden, dass Transportgüter unterwegs (durch Piraten) verloren gehen können. Und wer sich mit Pirateninseln anlegt, sollte gut bewaffnet sein. Interessanterweise ist die Silberflotte ziemlich einfach zu besiegen. Nicht immer ganz nachvollziehbar sind Mitteilungen wie "Leider konntest Du [Die Ware] nicht rechtzeitig abliefern." - präventiv sollte man deshalb keine langen Reisen ohne verbesserte Takelage unternehmen. Einen Brief dagegen zur Nachbarinsel zu bringen, ist leicht verdientes Gold.

Fazit

Die "Freibeuter der Karibik" stellen einen gelungenen Einstand der Yvio-Brettspielkonsole dar. Dieses Abenteuerspiel vermittelt die passende Stimmung, bietet einen leichten Einstieg und offeriert mit seinem mit verkürzter Sprachausgabe versehenem Expertenmodus auch für erfahrene Freibeuter eine Herausforderung.


0000-00-00, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
26.04.2009
6niggi
26.04.2009
9.5
01.05.2009
Wir spielen es bereits seit 2 Monaten fast jede Woche. Insbesondere die kooperative Variante im Profimodus ist sehr herausfordernd!
8MarkusB
13.05.2013

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