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Datenblatt image
ID 13790

TROYES


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Pearl Games [->]
Autor: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban
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2-4

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90

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ab 12


Material: mittelmässig
Komplexität: sehr hoch
Kommunikation: gering
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 6.7 von 10
punkte

Score gesamt: 62.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

Troyes ist ein komplexes Brettspiel mit Karten, dessen Aktionssteuerung über Würfel funktioniert. Die Spieler erhalten eine unterschiedliche Anzahl von Würfeln (in Abhängigkeit der von ihnen aktuell eingesetzten Gefolgsleute auf dem Spielplan), mit denen sie andere Gefolgsleute in den drei Bereichen Adel, Klerus und Bürgertum verdrängen oder besondere Effekte der gerade verfügbaren Karten nutzen. Die Würfelwerte schränken die Handlungsmöglichkeiten ein, doch es können auch die Würfel der Mitspieler benutzt werden –was allerdings nicht kostenlos ist.

Regeln

In den ersten drei Runden wird beim Palast (rot), Rathaus (gelb) und Bischof (weiß) je eine neue Aktionskarte hinzugelegt, die den Handlungsspielraum erweitert. In jedem dieser Bereiche werden bereits zu Spielbeginn insgesamt sechs Gefolgsleute platziert, die in jeder Runde unterschiedlich viel Einkommen generieren.

Zu Beginn jeder Runde werden außerdem die verfügbaren Arbeitskräfte ausgewürfelt. Für jede eigene Figur in den drei Bereichen erhalten die Spieler einen roten, gelben oder weißen Würfel. Danach werden die Würfel in das eigene Kreissegment des Marktplatzes in der Mitte des Spielplans gelegt. Am unteren Rand bietet dieser Platz für sechs Ereigniskarten; dort werden zwei weitere aufgedeckt. Ausgeführt werden allerdings alle Ereignisse, beginnend bei der ältesten. Danach würfelt der Startspieler mit allen dort abgebildeten schwarzen Würfeln, die die Angriffe auf die Stadt symbolisieren. Er muss mindestens den höchsten schwarzen Würfel mit einem oder mehreren der Würfel seines Stadtteils neutralisieren. Dazu muss die Summe seiner Augenzahlen mindestens gleich hoch sein, die Augenzahlen roter Würfel zählen doppelt. Die verwendeten Würfel werden anschließend entfernt. Reihum müssen nun die nächsthöheren schwarzen Würfel abgewehrt werden, bis alle weg sind.

Danach führen die Spieler ihre Aktionen aus –reihum immer genau eine. Dies erfordert immer den Einsatz von ein bis drei farblich passenden Würfeln. Werden diese ausschliesslich aus dem eigenen Marktsegment genommen, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Werden jedoch fremde Würfel gewählt, müssen pro Fremdwürfel bis zu sechs Dinare an den jeweiligen Mitspieler bezahlt werden. Je mehr Würfel verwendet werden, desto teurer wird dies.
Wer eine Aktionskarte aktiviert, kann die angegebene Aktion je nach Würfelsumme mehrfach ausführen. Wenn sich noch kein Gefolgsmann von ihm auf der Karte befindet, muss er einen aus seinem Vorrat hinstellen und bezahlen. Die Anzahl verfügbarer Plätze ist jedoch begrenzt.

Gefolgsmänner können außerdem in den drei Bereichen platziert werden, wo sie vorherige Figuren verdrängen –diese wandern zurück in die Vorräte der Spieler. Weiße Würfel können außerdem benutzt werden um an der Kathedrale mitzubauen, gelbe für zusätzliche Einnahmen. Um Ereigniskarten vom Spielplan zu entfernen, muss gegen die Ereignisse angekämpft werden. Die benötigte Würfelfarbe wird durch die jeweilige Ereigniskarte vorgegeben.

Für die zahlreichen Aktionen sammeln die Spieler sowohl direkte Sieg-, als auch hilfreiche Einflusspunkte. Diese können jederzeit dazu benutzt werden, eigene Würfel zu werfen, zusätzliche Gefolgsleute in den Vorrat zu erhalten und eigene Würfel auf ihre gegenüber liegende Seite zu drehen. Sobald ein Spieler passt, erhält er 2 Denare. Und in jeder folgenden Runde solange noch nicht alle gepasst haben einen weiteren.

Nach 4-6 Runden (je nach Spielerzahl) erfolgt eine Endwertung, bei der weitere Siegpunkte vergeben werden. Für nicht beseitigte Ereigniskarten, auf der die Spieler vertreten sind, für Figuren auf den Aktionskarten („Fachleute“) der drei Farben sowie für die speziellen Voraussetzungen der zu Spielbeginn verteilten (und geheim gehaltenen) Persönlichkeitskarten der Spieler. Punktabzüge gibt es für mangelndes Engagement in der Kathedrale. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Meinung

„Troyes“ ist im deutschen Sprachraum nicht gerade ein besonders eingängiger Titel. Im Ursprungsland Belgien wird aber französisch gesprochen, außerdem handelt es sich bei Troyes um eine französische Stadt in der nordöstlich gelegenen Champagne. Sie liegt an der Seine wie auch Paris. Die korrekte Aussprache lautet dementsprechend auch „troa“, ähnlich dem französischen „trois“ für die Zahl „drei“. Entsprechend zieht sich dann auch die Drei quer durch das Spiel: Drei Stände, drei Kartenfarben, drei Autoren, drei Etagen in der Kathedrale, usw.

Doch nicht nur die Sprache verwirrt, auch der Spieleinstieg ist nicht einfach. Denn Troyes ist komplex. Komplexer als etwa Agricola, bei dem nur die Texte einiger Karten gelesen werden müssen. Hier dagegen gibt es Aktionen und Ereignisse in vier verschiedenen Auslagen, ein halbes Dutzend weitere Schauplätze und jede Menge Möglichkeiten, hier und da einzugreifen. Alle Handlungsoptionen zu erfassen, ist in einer einzelnen Partie nicht möglich. Wer sich von Troyes nicht überfordert fühlt, sondern dem Spiel stattdessen mehrere Chancen gibt, lernt die Stärken dieses Brett-Karten-Würfelspiels kennen: Es gibt keine ultimative Siegstrategie, jede Partie verläuft anders und es gibt immer mehrere interessante Dinge, die man gerne tun möchte.

Es gibt auch keine schlechten Wurfergebnisse. Jedenfalls keine richtig schlechten, denn jeder Würfel lässt sich für irgendetwas verwenden. Hohe Würfelwerte sind zwar meist besser, jedoch lassen sich niedrige Werte ja gegen Abgabe von Einflusspunkten umdrehen. Einflusspunkte sind beispielsweise auch ein möglicher Sondersiegpunkt-Lieferant der Persönlichkeitskarten. Andere beziehen sich auf die Anzahl eingesetzter Fachleute oder erfolgreich besiegte Ereigniskarten. In den letzten beiden Runden lässt sich meist gut am Verhalten der Mitspieler erkennen, welche Personen noch im Spiel sind –sodass die eigene Taktik rechtzeitig angepasst werden kann.

Würfel von Mitspielern zu kaufen ist zwar eine sehr teure Angelegenheit –was aber nur fair ist!-, trotzdem lohnt es sich ab und zu, davon bei Bedarf Gebrauch zu machen. Ansonsten gilt vornehmlich, kein Aktionsgebiet gänzlich zu vernachlässigen, sondern überall ein wenig mitzumischen und die eigenen Schwerpunkte situationsbedingt zu setzen.

Getestet haben wir übrigens die Neuauflage des Heidelberger Spielerverlags vom März 2011. Für diese Auflage wurde die Spielanleitung komplett überarbeitet, was ihr sehr gut getan hat. Die Regel ist nun gut strukturiert, klar formuliert und lässt keine Fragen offen. Alle wichtigen Details sind leicht zu finden –was gerade bei einem Spiel dieses Kalibers sehr wichtig ist. Wer noch die Erstauflage besitzt, kann sich die neue Fassung von der Webseite des Heidelberger Spieleverlages herunterladen.

Fazit

Wer komplexe Spiele a la Agricola mag, wird hier perfekt bedient. Das im mittelalterlichen Kupferstich-Design gehaltene Troyes ist noch einen Tick komplizierter und offenbart seine ganzen Feinheiten erst nach mehreren Partien. Es ist abwechslungsreich, bietet umfangreiches Material mit viel Holz und eine wirklich innovative Würfelnutzung.


2011-04-11, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8.5Fender
17.03.2011
6.5niggi
18.03.2011
9Bundyman
19.04.2011
Nach Caylus, Carcassonne und LeHavre, erneut ein Spitzenspiel mit franz. Titel. Die W?rfel werden hier wirklich genial verwendet, von nun an kann man W?rfelspiele nicht mehr als gl?ckslastig einstufen.
1RogueTrader
23.12.2011
Hab mir mehr erwartet, unterm Strich nur langweiliges W?rfeln und Einsetzen der W?rfel - Ergebnis: NULL Wiederspeilreiz. Wenn schon W?rfel, dann lieber gleich Kingsburg (welches um l?ngen besser ist und auch sch?ner aussieht).
8.5Fridulin67
19.04.2013

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