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Datenblatt image
ID 17620

JUNTA LAS CARTAS


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Jahrgang: 2016

Verlag: Pegasus [->]
Autor: Johannes Krenner, Christoph Reiser, Sebastian Resl
Grafik: Claus Stephan, Anna Kersten

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3-6

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45-60

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Es ist mal wieder an der Zeit, in irgendeiner Bananenrepublik eine hübsche, kleine Militärdiktatur zu errichten. Nein, wir reden hier nicht von der Türkei oder Ägypten, sondern eher von einem nur rein theoretisch existierenden Staat irgendwo in der Karibik. Also beispielsweise Haiti. Und das funktioniert wie eh und je: Mitläufer werden so lange geschmiert, bis die Unzufriedenheit zu groß geworden ist und ein Putsch(versuch) initiiert wird. Im Gegensatz zu Junta kommt Junta Las Cartas ganz ohne Spielbrett aus -und benötigt auch weniger Zeit.

Regeln

Der generelle Ablauf unterscheidet sich prinzipiell nicht von dem des bekannten Brettspiels: Der aktuelle Präsident zieht Entwicklungshilfe ein und verteilt diese nach Gutdünken verdeckt an seine Mitspieler, die dann über diesen "Haushalt" abstimmen, indem reihum zwei mal Karten ausgespielt oder nachgezogen werden. Wird er abgenickt, kassieren alle ihren Anteil und die nächste Geldspritze aus den Industrieländern kann kommen. Andernfalls jedoch kommt es zu einem Putschversuch, bei dem dann nicht die Stimmwerte der Karten zählen, sondern ihre Kampfkraft. 
 
Da es hier kein Spielbrett gibt, befinden sich die taktisch wichtigen Gebäude ebenfalls auf Spielkarten -und zwar innerhalb des normalen Decks, das sich aus 29 Einfluss-, 8 Gebäude- und 20 Interventionskarten zusammensetzt. Gebäude darf man auslegen und dann permanent nutzen, nicht nur beim aktuellen Putsch. Doch egal ob es zu einem Aufstand kommt oder nicht, können alle Überlebenden am Rundenende die in der vorherigen Runde erhaltenen Gelder per Mittelsmann auf ihrer sicheres Schweizer Bankkonto verschaffen. Wer bei einem Putsch unterliegt, verliert natürlich sein noch nicht gesichertes Geld. Las Cartas endet mit dem Sieg des reichsten Spielers, sobald die Bank zahlungsunfähig ist. Absprachen und verbindliche Zusagen sind während der Partie übrigens erlaubt.

Meinung

"Der Präsident kämpft immer auf Seite des Präsidenten" heißt es in der Anleitung, die uns ansonsten mit derlei Weisheiten verschont und stattdessen den Ablauf gut strukturiert erläutert. Diese Aussage zeigt jedoch, dass es offenbar nicht immer ganz so leicht ist, Freund und Feind voneinander zu unterscheiden. Auf welche Mitspieler soll der Präsident vertrauen, und welche werden ihm in den Rücken fallen? Wer erwartet wie viel Kohle, und was macht man, wenn die Entwicklungshilfe einmal per se bescheiden ausfällt ?

Erfahrene Diktatoren kennen diese Probleme. Sie wissen daher auch, dass man schnell gestürzt werden kann, wenn man einmal zu offensichtlich zu gierig ist -und sind dementsprechend etwas vorsichtiger. Schließlich ist nichts schlimmer, als bei einem Umsturzversuch auf der falschen Seite zu stehen. Viel Macht und Einfluss sind da hilfreich, beispielsweise durch starke Handkarten, aber auch durch Gebäude, die permanent wirken und nur durch Interventionen zerstört werden können. (Was im Übrigen oft eine empfehlenswerte Vorgehensweise für die Mitspieler ist.)

Mit weniger Spielern ist es oft viel leichter, an der Macht zu bleiben, da in größeren Gruppen die Stimmung schnell Richtung Revolte kippen kann. Am besten ist die Balance zwischen Kontrolle und Chaos mit 5 Spielern, aber das war auch schon bei Junta so. Las Cartas dauert allerdings nicht so lange, da keine Militäreinheiten über ein Spielbrett verschoben werden müssen.

Fazit

Ohne den zusätzlichen Nervenkitzel, welche von wem kontrollierte Einheit wohl welches Gebäude besetzt, fehlt Junta Las Cartas eine wesentliche Komponente seines Brettspiel-Pendants. Die verkürzte Spieldauer wiegt dies jedoch wieder auf und ermöglicht einen leichteren Einstieg. Zudem lässt sich Las Cartas auch prima unterwegs spielen.


2016-09-10, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
04.08.2016
fast so gut wie das Brettspiel

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