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Datenblatt image
ID 13521

DéLUGES


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Le Joueur [->]
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3-4

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90-120

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ab 12


Material: mittelmässig
Komplexität: durchschnittlich
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 6.2 von 10
punkte

Score gesamt: 56.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

Déluges – zu deutsch: „Sintflut“ – spielt gegen Ende der letzten Eiszeit, etwa 10.000 Jahre vor Christus. Die Spieler breiten sich mit ihren Völkern über die Kontinente und Inseln aus und errichten Monumente, die auch dann noch an sie erinnern sollen, wenn sie längst untergegangen sind. Dieser Untergang ist durch das Ansteigen des Meeresspiegels vorprogrammiert, der aus dem Bevölkerungswachstum und der Abholzung der Wälder resultiert.

 

Regeln

Die Spieler starten mit einer handvoll Arbeitern in ihrem Startgebiet, die sich in jeder Runde um ein Feld bewegen können. Danach machen sie sich daran, die verfügbaren Bodenschätze auszubeuten. Jedes Gebiet besitzt exakt drei Wälder und eines von vier verschiedenen Erzen. Wird nur ein einziger Wald abgeholzt, wächst dieser wieder nach, wohingegen Erz niemals versiegt. Um mehr als nur einen einzigen Stein pro Runde fördern zu können, müssen jedoch Minen gebaut werden. Unbeschäftigte Arbeiter mutieren zu Fanatikern, die sich eigenständig vermehren und im Falle einer Mehrheit einzelne Gebiete auch unwiderruflich an sich reißen können.

Die erwirtschafteten Erze und Hölzer können mit den Mitspielern getauscht werden, was sich in Anbetracht der Erzquellenverteilung und den gestaffelten Baukosten auch anbietet. Gebaut werden können nämlich nicht nur Minen und Soldaten, sondern auch Schiffe (zur Besiedlung ferner Gegenden) und Monumente (die als einzige Zeugnisse bei einer Überschwemmung erhalten bleiben). Während Schiffe nur Holz kosten, müssen für alle anderen Errungenschaften Erze in gleicher Höhe bezahlt werden. Entweder zehn Steine einer Sorte, oder jeweils vier Steine von zwei Sorten, oder je zwei von drei Sorten oder von jeder genau einer.

Treffen feindliche Soldaten oder Schiffe aufeinander, werden sie gleichmäßig eliminiert bis nur noch eine Fraktion übrig ist. Fremde Arbeiter können gefangen genommen und zu eigenen Wirtschaftszwecken verwendet werden. Entwaldungsaktionen (=vollständige Abholzung einzelner Gebiete) haben einen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge. In drei Stufen werden dadurch vorbestimmte Regionen regelrecht weggespült, die vierte Stufe beendet das Spiel. Siegpunkte gibt es dann für errichtete Monumente, die meisten unberührten Wälder, die meisten Boote, die meisten Krieger sowie die meisten Minen. Bei der Variante für Fortgeschrittene werden die Baumöglichkeiten um Kasernen, Häfen, Denkmäler, Kornspeicher und Weltwunder erweitert, ein sechster Rohstoff eingeführt und die Siegpunktverteilung auf den Bau von Weltwundern fokussiert.

Meinung

Déluges verwendet zwar die üblichen Papp-Plättchen („Counter“) für sämtliche Einheiten, jedoch auch „echte“ Rohstoffe: fünf Säckchen verschieden gefärbte Steine sowie ein Tüten mit zahlreichen (aber winzigen) Holzstöckchen. Leider fällt der Einstieg nicht leicht, da die Anleitung eine große Hürde darstellt. Bereits das französische Original ist mehr Kunst als Erklärung und erfordert häufiges Umblättern, der deutsche Text ist nicht immer optimal übersetzt und hängt ohne Bilder und Beispielen ein wenig in der Luft, sodass die parallele Verwendung direkt am aufgebauten Spielplan notwendig wird.

Ebenfalls aufwendig sind die regelmäßigen Anpassungen der Counter (Bewegung, Vermehrung, Kampf) und Ressourcen (Ernte, Handel, Kauf), wohingegen Auseinandersetzungen einfach nur teuer sind. Die Verluste sind zur See noch überschaubar (zumal mit Holz ohnehin nichts Besseres gebaut werden kann), tote Soldaten hätten dagegen auch lukrativere Monumente/Weltwunder oder Minen sein können. Invasionen zu Land müssen deshalb wohlüberlegt sein, was auf der 4-Spieler-Karte meist ein recht statisches Spiel bedeutet. Die beiden Parteien, die sich als erste in die Haare bekommen, schwächen sich nämlich üblicherweise derart, dass sie leichtes Futter für die beiden verbleibenden Mitspieler werden. Allerdings ist auch nicht zu verhehlen, dass eine maraudierende Invasionsarmee mit 1-2 Soldaten und selbst vermehrenden Arbeitern eine Menge Spaß bereitet. Da kann bedenkenlos einmarschiert, abgeholzt und als Fanatiker-Region zurückgelassen werden – von solch einem Schlag dürfte sich der Gegner kaum erholen können.

Die 3-Spieler-Karte sieht dagegen ganz anders aus, sie besteht praktisch nur aus kleinen Inseln, die über den Seeweg angeschlossen werden müssen. Aber auch hier existiert das Königsmacherproblem des ersten Angriffs, denn gerade hier ist eine starke Präsenz zu Wasser notwendig, und dies kostet Holz. Verdammt viel Holz. Und ist eine Region erst einmal kahl, kann dort permanent auch nur noch ein Arbeiter weniger beschäftigt werden, was den Untergang weiter beschleunigt. Folglich liegt der Schlüssel zum Erfolg unabhängig von der Spielerzahl primär in einer geschickten Wirtschaftssteuerung: Kinder machen, Minen bauen, Überbevölkerung umbringen auf zu überschwemmende Gebiete schieben, dort kahlholzen und Monumente/Weltwunder errichten. Wem Rohstoffe fehlen, sollte diese erhandeln.

Fazit

Die Klimakatastrophe ist unabwendbar, lehrt uns Déluges. Wer sich erfolgreich durch die Anleitung gekämpft hat, erlebt ein verwaltungsintensives Zivilisationsspiel, bei dem Konflikte durch Plättchenabtausch gelöst und jede Menge Monumente errichtet werden. Für Zivilisationsfanatiker und Plättchenschaufler ist die 3-Spieler-Karte etwas interessanter (da variabler), zudem empfiehlt es sich mit Fortgeschrittenenregeln zu spielen.


2011-10-14, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
5.5niggi
14.10.2011
7cp
14.10.2011
Entwicklungsspiel mit Potential

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