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Datenblatt image
ID 18044

CAPTAINS OF THE GOLDEN AGE


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Golden Age Games [->]
Autor: Aron Groot, Niek Jansma
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2-4

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60-180

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ab 11


f5
Bewertung angespielt: 6.5 von 10
punkte

Score gesamt: 57.0% von 100
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Rezension

Ziel

Captains of the Golden Age spielt in einer Zeit, als Pfeffer wertvoller als Gold war. Doch dieser begehrte Rohstoff muss im Brettspiel erstmal ertauscht werden. Um die Voraussetzungen zu schaffen, segeln zwei bis vier Spieler mit ihren Schiffen auf dem Weltmeer umher, doch bei der Frachtverladung auf den Rohstoffinseln ist höchste Vorsicht geboten, denn der Pirat stiehlt die mühsam erwirtschafteten Ressourcen, wenn er die entsprechende Insel in seinem Fernglas eingestellt hat.

Regeln

Der runde Spielplan zeigt die 2D-Darstellung eines Globus mit sieben Inseln. Auf vier Inseln können Rohstoffe erworben werden, mit denen auf zwei anderen Inseln Schiffssegmente gekauft werden. Eine verbesserte Schiffsausrüstung ermöglicht schnellere Bewegungen, eine höhere Frachtkapazität und eine Vermehrung von Besatzungsmitgliedern und Kanonen. Die letzte Insel ist die Schmugglerbucht. Dort können Rohstoffe getauscht und der Pirat rekrutiert werden. Mittels des Piratenfernrohrs wird dann geheim eine Insel eingestellt. Ein Mitspieler, der dort Rohstoffe erwirbt wird bestohlen und die Waren gehen in den Besitz des Piraten über.

Captains of the Golden Age
ist in verschiedene Phasen unterteilt. Die erste Aktion ist immer eine Bewegung. Die Anzahl der maximal zu überquerenden Seefelder hängt dabei von der Menge an Segeln ab (bestimmtes Schiffssegment). Befinden sich zwei Schiffe auf einem Feld, kann es zum Kampf kommen, wenn der aktive Spieler das wünscht. Dazu werden entweder die Besatzungsmitglieder oder die Kanonen mengenmäßig verglichen. Erreicht ein Spieler ein Landfeld, kann er den entsprechenden Hafen nutzen (z.B. um Rohstoffe in den Frachtraum zu verladen). Unter bestimmten Bedingungen kann ein Spieler abschließend noch Kartenverstärkungen auf die Hand nehmen.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler vier Aktien besitzt. Aktien können ausschließlich in der Republik mit Pfeffer gekauft werden. Alternativ gibt es eine Gratisaktie beim Vervollständigen aller Segmente einer Schiffsart (z.B. sechs Besatzungsmitglieder etc.). Der Spieler mit den vier Aktien hat dann gewonnen.

Meinung

Captains of the Golden Age macht einiges richtig, aber auch einiges falsch. Fangen wir einfach mal mit dem Positiven an, und das ist die Erfüllung der ursprünglichen Intension. Niek Jansma und Aron Groot wollten von Anfang an ein Spiel ohne Glücksfaktor kreieren, und das ist ihnen mit Captains of the Golden Age auch gelungen. Alle Informationen liegen offen, und dementsprechend kann eine langfristige Strategie angelegt werden. Das Einzige, was einem Spieler einen Strich durch die Rechnung machen kann, sind mehrere Kämpfe hintereinander. Beispiel: zwei Konkurrenten bekämpfen sich und opfern für ihren Fight einige Verstärkungskarten. Wenn nun ein dritter unbeteiligter Spieler als nächstes an der Reihe ist und einen der beiden vormaligen Streithähne angreift, kann er ggf. von zerbombten gegnerischen Kanonen profitieren, da er ja den Zustand des gegnerischen Schiffs sieht. Aber auch solch ein Fall hat nichts mit Glück zu tun, sondern basiert eher auf Spielfehler der Mitstreiter.

Kommen wir nun zu den negativen Aspekten des Spiels. An erster Stelle steht diesbezüglich die deutsche Spielanleitung. Das Regelwerk strotzt vor grammatikalischen Fehlern und ist strukturell miserabel aufgebaut. Die Anleitung startet ohne jegliche Einleitung mit der Vorbereitung und den Phasen, um dann sechs Seiten später zu erläutern, um was es eigentlich geht und wie sich der Spielplan zusammensetzt. Das ist ja fast schon Realsatire.

Nun folgt gegebenenfalls ein Problem, und zwar ist das die Frage nach der Zielklientel. Die gesamte Aufmachung deutet eigentlich auf ein seichtes Familienspiel hin, und im Prinzip ist Captains of the Golden Age auch überhaupt nicht schwer. Passt also. Auf der anderen Seite ist alles analytisch plan- und berechenbar, was wiederum eher die Vielspieler anspricht. Im Großen und Ganzen ist das Ganze eine Mischung aus Black Fleet, Piratenbucht und Korsaren der Karibik mit leichterer Zugänglichkeit. Und aufgrund dieser Mixtur sitzt Captains of the Golden Age irgendwie zwischen den Stühlen.

Fazit

Captains of the Golden Age ist sicherlich ein gelungenes und gutes Spiel geworden. Aber trotzdem will der ultimative Funke einfach nicht überspringen. Ob das nun an der leicht altmodischen Optik liegt (Achtung: die Materialqualität ist hingegen wirklich gut) oder an dem angesprochenen „Sitz zwischen den Stühlen“ kann ich nicht sagen. Spiele sind nun mal Gefühlssache, und deshalb springt am Ende nur eine ordentliche Bewertung dabei raus, aber keine spektakuläre Begeisterungsbeurteilung.


2018-02-08, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
6.5heavywolf
02.12.2017

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