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Datenblatt image
ID 12904

CALIGULA


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: Post Scriptum [->]
Autor: Pierluca Zizzi
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2-5

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60

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ab 14


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 61.5% von 100
score
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Rezension

Ziel

Caligula spielt im antiken Rom. Zwei bis fünf „Intriganten“ versuchen Machtgruppen zu beeinflussen und Mordkomplotte gegen den Imperator zu schmieden. Dazu wird es nötig sein, Allianzen einzugehen und die Partner im richtigen Moment skrupellos zu hintergehen. Denn gewinnen kann nur Einer und das ist der, der am Ende des Spieles die meisten Siegpunkte hat. Und die gibt es nicht für nette Gesten.

Regeln

Caligula (da die Schachtel mit den lateinischen Großbuchstaben "CALIGVLA" beschriftet ist, auch gerne als Caligvla gelesen) besteht aus insgesamt 110 Karten, 100 Markern und zwei Plättchen über deren unterschiedlichste Funktionen die Spieler sich vor Spielbeginn einen Überblick verschaffen sollten.

Jeder Spieler bekommt acht SPQR-Marker, die Werte von -1 bis 6 aufweisen.. Diese werden benötigt um den Einfluss zu bestimmen, den der Spieler auf bestimmte Machtgruppen ausüben will. Mit dem Gunstmarker kennzeichnen die Spieler, wenn sie begünstigen; den amtierenden Imperator oder einen der beiden Imperator-Kandidaten.

Es gibt fünf verschiedene Machtgruppen, die durch die jeweils 11 Civitas-Karten symbolisiert werden. Die Karten der Civitas werden, nach den Farben (Machtgruppen) sortiert, verdeckt auf dem Spieltisch platziert. Jeweils die beiden obersten Karten pro Stapel werden offen auf den Tisch gelegt. Die 14 Pugio- und die 20 Coniure-Karten werden in getrennten Stapeln verdeckt bereitgelegt und jeweils mit dem entsprechenden Marker markiert. Jeder Spieler erhält zu Beginn eine Coniure-Karte. Diese Karten entfalten ihre Bedeutung während einer Verschwörung.

Aus den zehn Augustus-Karten werden je nach Spieleranzahl drei aussortiert. Caligula kommt als amtierender Imperator an die entsprechende Stelle. Die restlichen sechs Karten werden gemischt und verdeckt als Stapel platziert. Die beiden obersten Karten werden umgedreht, das sind die Imperator-Kandidaten.

Die fünf Ordo-Karten werden der Spielerzahl anpasst. Bei vier Spielern gibt es also die Ordo-Karten I, II, III und IV im Spiel. Die Karten werden gemischt und an die Spieler verteilt, sie bestimmen die Reihenfolge, in der die Spieler Aktionen durchführen.

Die sechs Sequentia-Karten werden ebenfalls gemischt und dann offen ausgelegt. Sie bestimmen für die Kartenauswertung die Reihenfolge der Aktionen. (Die Regeln schweigen sich leider darüber aus, wie und wann die Sequentia-Karten ins Spiel kommen. Wir haben uns für „gemischt und vor Spielbeginn ausgelegt“ entschieden. Das passt in den Konsens und hat funktioniert!)

Die restlichen Marker (sechs Verschwörungspunktmarker, 47 Siegpunktmarker, ein Marker „Primus Inter Pares“ und ein Sequentia-Marker) sind für den Gebrauch bereitzuhalten.

Und schon kann das intrigante Spiel beginnen. Jede Spielrunde besteht aus drei Phasen: „SPQR-Marken setzen“, „Karten auswerten“ und „Ende der Runde“. In der Phase „SPQR-Marken setzen“ legen die Spieler in der durch die Ordo-Karten bestimmte Reihenfolge verdeckt SPQR-Marker ihrer Wahl auf eine Civitas-Karte ihrer Wahl. Sind alle Marker gelegt oder gibt es keinen freien Platz mehr auf den Civitas-Karten beginnt die nächste Phase.

Die Phase „Karten auswerten“ besteht aus mehreren Unterphasen. Zunächst wird die erste Sequentia-Karte ausgewertet (und mit dem Sequentia-Marker gekennzeichnet!). Entweder werden jetzt Civitas-Karten ausgewertet, Ordo-Karten getauscht oder Coniure-Karten gezogen. Beim Auswerten der Civitas-Karten ergeben sich bestimmte Aktionen für einen oder alle Spieler. Daher sind die SPQR-Marker mit Bedacht zu setzen, da es sonst unangenehme Folgen haben kann. Auch die durch die Sequentia-Karten bestimmte Reihenfolge ist wichtig und sollte in die Planung einbezogen werden. Es wird immer die oberste Civitas-Karte der von der Sequentia-Karte bestimmten Sorte ausgewertet, dann wird sie aus dem Spiel genommen, die untere Karte wird nach oben geschoben und die oberste Karte des Stapels wird auf die freie Position gelegt.

Ist die Sequentia-Karte abgearbeitet, besteht nun die Möglichkeit zur Verschwörung mit dem Ziel, die Position des Imperators mittels „aktiver Bestechung“ (unter Zuhilfenahme eines oder mehrerer Dolche) frei zu machen und dort seinen Günstling zu positionieren. Natürlich gibt es da unterschiedliche Interessenlagen. Will ich mich an dem Komplott beteiligen? Versuche ich gar der Anführer der Verschwörer zu werden? Oder unterstütze ich den Imperator? Wem lasse ich meine Gunst zukommen? Dem Imperator? Oder welchem der Kandidaten? Kann ich mich auf meine Mitverschwörer verlassen?

Das alles klärt sich schließlich auf. Der Mordanschlag gelingt oder schlägt fehl. Je nach Ausgang und Aktion der Spieler, werden nun Verschwörungspunkte und Siegpunkte verteilt. Stirbt der Imperator, wird er durch den meistbegünstigten Kandidaten ersetzt und vom Augustus-Karten-Stapel kommt ein neuer Kandidat ins Spiel.

Nun wird die nächste Sequentia-Karte ausgewertet. Es kann danach wieder zu einer Verschwörung kommen, wenn bisher noch keine Verschwörung erfolgreich war. Ist keine Sequentia-Karte mehr übrig kommen wir zum „Ende der Runde“. Hier gibt es nochmal Siegpunkte für die Spieler, die ihre Gunst dem amtierenden Imperator geschenkt haben. Sind nun nicht mehr genügend Civitas-Karten vorhanden, geht das Imperium unter und das Spiel endet. Ansonsten folgt die nächste Runde.

Geht das Imperium unter, kann es zu einer letzten Verschwörung kommen. Dann werden die Siegpunkte ausgewertet wobei Verschwörungspunkte wie Siegpunkte zählen. Die Verschwörungspunkte spielen nur bei Gleichstand eine besondere Rolle. Der Gewinner kann natürlich stolz sein und sollte sich auf den Weg in die tatsächliche Politik machen. Er scheint „verdorben“ genug, um auch dort mitzumischen ;-).

Meinung

Caligula ist ein interessantes Strategiespiel, das die richtige Portion Glück beigemischt bekommen hat. Zunächst ist uns allerdings der Einstieg schwergefallen. Insbesondere haben wir uns an den vielen lateinischen Begriffen gestört (und das obwohl ein „großes und ein kleines Latinum“ am Tisch saßen). Bis auf die lateinischen Bezeichnungen ist das Spielmaterial aber sprachneutral und dem Spielzweck mehr als angemessen. Dem Spiel liegen Regeln in fünf Sprachen bei, was aber nicht verhindert, dass sich nicht immer sofort erschließt, was gemeint ist (und wir haben es in allen fünf Sprachen versucht!). Aber mit etwas gutem Willen ist das alles zu überwinden. Hat sich der Spielmechanismus eingeprägt, läuft das Spiel auch sehr flüssig und die angegebene Spielzeit von 60 Minuten ist durchaus realistisch.

Das Spiel bietet sehr viele strategische Möglichkeiten, deren Tragweite man erst nach einigen Spielrunden zu verstehen beginnt. Und jemand, der nicht in der Lage ist (zumindest für die Zeit des Spieles) gemein, hinterhältig, verdorben und nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, geht bei diesem Spiel schnell unter. Wir sind da zum Glück sehr gut bestückt und wenn wir mal wieder „die dunkle Seite der Macht“ spüren wollen, dann kommt als Alternative zu Junta nun auch des Öfteren Caligula auf den Tisch. (Eigentlich sind wir aber alle liebe Jungs!)

Fazit

Ein gelungenes Strategiespiel, das nach Überwindung einiger Regelschwächen viel Spaß machen kann. Allerdings bedarf es der richtigen Zusammensetzung der Spielrunde. Typen wie J.R. Ewing sind gefragt. Die Altersangabe „ab 14“ scheint mir gerechtfertigt, es sollte aber bedacht werden, dass Caligula nicht unbedingt charakterfördernd ist. Das Spiel, das umso mehr Spaß macht, desto mehr Intriganten sich beteiligen, dauert bei fünf geübten Spieler etwas mehr als eine Stunde, bei Anfängern jedoch durchaus etwas länger. Mit weniger Mitspielern geht es auch durchaus schneller. Und während des Spieles sollte man einen Spiele-Klassiker als Motto im Kopf haben: Mensch ärgere dich nicht -ärgere lieber die anderen!


2012-06-20, Andreas Horn (ahoernchen)



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Bewertungen
7ahoernchen
22.05.2012
Mit der richtigen Gruppe von "Intriganten" ein gelungenes Strategiespiel (8). Mit der "falschen" Besetzung nur Mittelmaß (5). Daher "nur" 7 Punkte!

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