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ID 17374

ZENA 1814


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Jahrgang: 2015

Verlag: Heidelberger Spieleverlag [->]
Post Scriptum [->]
Autor: Alberto Barbieri, Luigi Cornaglia
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2-5

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ab 14


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

In der Zeit zwischen dem Niedergang der napoleonischen Herrschaft und der Neuordnung durch den Wiener Kongress war Genua (=Zena) eine unabhängige Stadt. In Zena 1814 repräsentieren zwei bis fünf Spieler einflussreiche Familien, die durch geschickte Handlungen ihren Ruhm vermehren wollen. Dazu muss auch mal eine Kooperation mit einem oder mehreren Mitstreitern eingegangen werden, um in der Auswertungsphase von den Gebäuden der Gegner zu profitieren.

Regeln

Der Spielplan zeigt verschiedene Gebiete/Gebäude, die von den Figuren der Protagonisten besetzt werden können. Jeder Spieler erhält einen Herren, eine Dame und zwei Abkömmlinge seiner Farbe. Ferner beginnen die Familien mit einem Startkapital in Höhe von zwei Münzen. Jeder Spieler zieht zehn Karten, von denen vier Karten mit den Familienmitgliedern belegt werden. Die Figuren werden dann auf die den Karten entsprechenden Gebiete auf dem Spielplan gestellt. Die verbliebenen sechs Karten sind die Handkarten der Spieler. Festungskarten, Ereigniskarten, Aufgabenkarten und Aktionskarten werden als separate Stapel bereitgelegt.

Zena 1814 verläuft über acht Runden. Zu Beginn einer Runde wird immer eine Ereigniskarte aufgedeckt, die das Einkommen der Spieler für diese Runde vorgibt. Ferner können die Ereignisse vereinzelte Gebiete leicht beeinflussen, außerdem kommen über Ereignisse ggf. Festungskarten ins Spiel. Es folgt die Aktionsphase, in der jeder Spieler mehrere Aktionen ausführen kann. Zum einen kann der aktive Spieler eine beliebige Familienfigur in ein beliebiges anderes Feld versetzen, zum anderen kann er eine Karte anbieten ((=auslegen) und zum dritten kann er Einfluss auf bereits ausliegende Karten der Mitspieler ausüben. Die beiden letztgenannten Aktionen sind kostenpflichtig und können nur ausgeführt werden, wenn mindestens eine eigene Figur im Gebiet der entsprechenden Karte steht. Nimmt ein Mitspieler Einfluss auf eine fremde Karte, erhält der Besitzer sofort einen Bonus (z.B. Geld, Siegpunkte oder er darf eine Karte nachziehen).

Haben alle Spieler ihre Aktionen beendet, folgt die Auswertungsphase. Nun werden alle ausliegenden Karten der Gebiete gewertet, und außerdem erhält der Spieler mit einer Figurenmehrheit im Gebiet einen Bonus. Sowohl Karteneffekte als auch Gebietsmehrheiten generieren Siegpunkte, Einkommen oder Erlauben das Nachziehen von Karten (Aktions- oder Aufgabenkarten). Das Handkartenlimit am Schluss einer Runde beträgt sechs Stück.

Das Spiel endet am Ende der achten Runde. Fünf Münzen ergeben dann noch einen Siegpunkt. Weiterhin werden die Siegpunkte durch erfüllte Aufgaben ermittelt, und der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen.

Meinung

Zena 1814 ist ein Spiel mit viel Licht und nur wenig Schatten. Fangen wir einfach mal bei den Kritikpunkten an und arbeiten uns anschließend zum wohlverdienten Lob empor.

Die beiden Hauptkritikpunkte am Spiel sind die Grafik und die verbesserungswürdige Spielanleitung. Zunächst zur Optik: Alle Illustrationen auf den Karten und der Schachtel stammen von historischen Gemälden. Aus künstlerischer und historischer Sicht ist das mit Sicherheit lobenswert, aber hier handelt es sich um ein Brettspiel aus dem Jahr 2015. Und in diesem Kontext wirkt das Ganze (vor allem der Spielplan) sehr unscheinbar und fade. Zumindest wurde das Spiel so von fast allen Spielern beschrieben. Gleichzeitig wurde dieses vermeintliche Manko aber als nicht besonders störend angesehen, und Spiele wie Bruxelles 1893 sind grafisch ja auch kein Hingucker (obwohl manche Jugendstil-Freunde da sicherlich anderer Meinung sind).

Nerviger ist allerdings die Spielanleitung, deren Struktur anfangs gewöhnungsbedürftig ist. Das Spiel unterscheidet nämlich zwischen Einsteigerregel und Fortgeschrittenenanleitung. Die Fortgeschrittenen-Parts sind in blau fließend in den schwarzen Text der Einsteigervariante eingebettet. Tipp: einfach gleich mit der Fortgeschrittenen-Version anfangen und den blauen Text ungefiltert mitlesen. Inhaltlich ist die Anleitung eigentlich gut verfasst, aber vereinzelt bleiben doch kleinere Fragen offen (z.B. was die Symbolik der Figur mit Pfeilen nach oben und unten betrifft). Weiterhin sind zwei Grafiken auf der letzten Seite vertauscht, aber in diesem Fall ist die Symbolik selbsterklärend. Bei manchen Stellen der Anleitung wären allerdings mehr bebilderte Beispiele wünschenswert gewesen.

Und jetzt genug der Holzkeule. Nun wird das Wattebällchen ausgepackt. Denn Zena 1814 macht spielerisch sehr großen Spaß und bietet beste Strategie-Unterhaltung für Vielspieler und ambitionierte Gelegenheitsspieler. Aus taktischer und strategischer Sicht sollten sich die Spieler nach Möglichkeit so oft wie möglich bei den Gebäuden der Mitstreiter einkaufen. Scheiß auf den einmaligen Bonus für den Gegner … die ständigen Erträge in den Auswertungsphasen rechtfertigen solche Investitionen allemal. Dazu benötigt man natürlich jede Menge Geld, und deshalb ist das Parasitentum bei Karten mit Geldausschüttung extrem wichtig.

Spätestens ab dem zweiten Drittel des Spiels lohnt sich der Umstieg auf Aufgabenkarten (wenn Karten nachgezogen werden dürfen). Diese sind allerdings unterschiedlich schwer zu erfüllen. Wer Pech hat, zieht beispielsweise widersprüchliche Aufgaben wie Accontentarse vs. Mehrheiten-Bedingungen, die ohnehin nicht einfach zu erfüllen sind. Das Ziehen der Aufgabenkarten ist aber eigentlich der einzige Faktor, bei der die Göttin Fortuna ihre Hände im Spiel hat. Insgesamt betrachtet ist das Spiel nämlich sehr strategisch und taktisch ohne größeren Glücksfaktor konzipiert.

Fazit

Zena 1814 ist definitiv ein solides und verdammt gutes Strategiespiel, zu dem man dem jungen italienischen Verlag Demoela im deutschen Vertrieb der Heidelbären nur gratulieren kann. Das Spiel ist anspruchsvoll und thematisch gut umgesetzt. Wer beispielsweise Veröffentlichungen wie Hansa Teutonica mag, sollte ich Zena 1814 unbedingt einmal näher ansehen.


2016-11-29, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
7heavywolf
06.11.2016

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