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ID 12115

WORLD OF WARCRAFT - DAS BRETTSPIEL


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Jahrgang: 2005

Verlag: Fantasy Flight Games [->]
Heidelberger Spieleverlag [->]
Autor: Christian T. Petersen
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Material: sehr hochwertig
Komplexität: durchschnittlich
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: gering
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 7.2 von 10
punkte

Score gesamt: 64.2% von 100
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Rezension

Ziel

In der Brettspiel-Umsetzung des PC-Spiel-Klassikers World of Warcraft können bis zu sechs Spieler die nebelverhangenen Ränder des Silberwaldes erforschen, die Hügel des Hinterlandes erkunden oder sich gar in die Pestländer wagen. Gefährliche Questen warten auf sie, mächtige Kreaturen und reiche Belohungen…

Regeln

In World of Warcraft – Das Brettspiel werden immer mindestens vier Charaktere gespielt. Zwei (bzw. drei) bilden die Fraktion der Allianz, die andere Hälfte gehört zur Horde. Aus organisatorischen Gründen sitzen sich die Spieler der beiden Fraktionen gegenüber, denn WoW verläuft rundenbasierend. Alle Aktionen der Charaktere einer Fraktion gehören zu einer Spielrunde und können beliebig gemischt werden.

Zur Auswahl stehen 16 verschiedene Charaktere in verschiedenen Klassen (von Priester bis Magier) mit sehr speziellen Eigenschaften. Von A(ktionsboni) bis Z(auberei) reicht das Spektrum, einschließlich solch exotischer Fähigkeiten wie Wiedergeburt. Doch eine Person wird durch noch viel mehr Merkmale charakterisiert. Jede verfügt über ein gewisses Maß an Lebensenergie und Zauberkraft, die von ihrer aktuellen Stufe abhängen. Diese Stufe lässt sich im Verlauf des Spiels durch den Gewinn von Erfahrungspunkten steigern, wodurch zusätzliche Talente erworben werden, die bestimmte Fähigkeiten steigern. Mindestens genauso wichtig sind die Ausrüstungsgegenstände, die im Laufe der Zeit gesammelt und getragen werden. Bis zu sieben Stück haben auf dem Spielertableau Platz, der Rest muss im Rucksack oder Zauberbuch verstaut werden.

Die aktiven Ausrüstungsgegenstände sind es jedoch, die den wichtigsten Beitrag zum Spielverlauf liefern. Durch sie erhalten die Charaktere achtseitige rote, grüne und blaue Würfel, die in entsprechender Menge bei Kämpfen eingesetzt werden können. Blau steht dabei für Fernkampfwaffen, die sofort zum Einsatz kommen, grün für reine Verteidigung und rot für Nahkampf, der zunächst als zusätzliche Abwehr dient und bei Nichtnutzung in der Folgerunde automatisch zu einem (Fern-)Angriff wird. Damit ein Würfel aber überhaupt zählt, muss mindestens der „Kampf“-Wert des Gegners erreicht werden. Einige Fähigkeiten und Ausrüstungen ermöglichen Wurfwiederholungen, manche Gegner landen zusätzliche Treffer bei schlechten Würfen. Sind genügend Treffer gelungen (mehr als er „Leben“ besitzt), wird der Gegner entfernt, andernfalls schlägt er mit seinem „Schaden“-Wert zurück. Tote Spielercharaktere werden übrigens auf dem nächstbesten Friedhof (oder in der Fraktionsstartregion) wiedergeboren.

Der Kampf gegen die monströsen Kreaturen des WoW-Universums ist jedoch notwendig, um Questen zu erfüllen. Fünf Stück je Fraktion liegen permanent aus und werden entsprechend nachgefüllt –dabei obliegt es den Spielern selbst, welchen Schwierigkeitsgrad sie wählen. Für eine erfolgreich beendete Quest gibt es jede Menge Belohnungen: Gold, Erfahrungspunkte und Ausrüstungsgegenstände, mitunter auch sehr wertvolle und seltene. Das eigentliche Ziel ist jedoch nicht grenzenlos zu wachsen und alle Questen zu erfüllen, sondern stark genug zu werden um den Overlord zu besiegen. Dieser Oberbösewicht (-drei verschiedene stehen zur Auswahl-) befindet sich irgendwo auf dem Spielplan und muss vor Ablauf der 30. Fraktionsrunde konfrontiert werden. Gelingt dies nicht, werden die Charaktere der beiden Fraktionen in einen finalen Gruppenkampf gegeneinander geschickt, um die Siegerfraktion zu ermitteln.

Apropos Fraktionsrunde: Hier hat jeder Charakter (dieser Fraktion) zwei Aktionen zur Verfügung. Er kann bis zu zwei Felder weit reisen (dabei auch Flugfelder verwenden), sich regenerieren (Lebens- und Energiepunkte), kämpfen, trainieren (Kraftkarten seines speziellen Stapels erwerben) oder gar eine „Stadtaktion“ durchführen, wenn er sich in einer Stadt seiner Fraktion aufhält. Letzteres beinhaltet Training, Regeneration und Kauf/Verkauf von Ausrüstungsgegenständen beim Händler. Nach sämtlichen Aktionen wird umgerüstet: Die Charaktere kleiden sich um und verstauen nicht benötigte, überflüssige und nicht mehr einsetzbare Gegenstände in ihrem Rucksack (der bis zu drei Objekte fassen kann) und verfahren analog mit Zaubersprüchen und –buch. Um eine Karte dagegen auf das Tableau legen zu können, müssen die Anforderungen des jeweiligen Feldes erfüllt werden. Wird als „Rüstung“ beispielsweise „Metall“ gefordert, darf keine Stoffkleidung angelegt werden –so gut sie auch sein mag. Zaubersprüche werden in zwei Kategorien geteilt: Solche, die einmalig Energie kosten und anschließend permanent benutzt werden können und solche, die kostenfrei auf das Tableau gelegt werden, bei jeder Nutzung jedoch Energie kosten.

Auch beim Kampf gibt es noch einige Feinheiten, die beachtet werden müssen: Questkreaturen (rot oder grün) gehören zur jeweiligen Fraktion dieser Quest, unabhängige (blaue) Monster müssen dagegen sofort bekämpft werden, wenn sie sich auf dem gleichen Feld wie ein eigener Charakter befindet. Sie bringen keine Belohnungen und behindern hauptsächlich das Vorankommen der Spieler. Kreaturen der gleichen Kategorie kämpfen zudem gemeinsam als Gruppe –eine Möglichkeit, die auch den Spielern offen steht. Kämpfen Spieler gegen Spieler, werden die Angriffsmarker beider Fraktionen gegeneinander aufgerechnet und nur die Differenzen als Schaden notiert. (Allerdings obliegt es den betroffenen Parteien selbst, wie der erlittene Schaden verteilt werden soll.)

Als Variante kann auch auf dieses Gegenrechnen verzichtet werden, sodass jeder Marker einen Schaden bewirkt. Ebenfalls verzichtet werden kann auf die Rundenbegrenzung, sodass als einziges Ziel das Besiegen des Overlords die Spieldauer begrenzt.

Meinung

In der Welt der Kriegskunst tummeln sich coole Charaktere wie Grumbaz („Dummbatz“) Crowsblood, Sandrai Darkshine oder Zowka Shattertusk. Als Vampire, Zombies, Zwerge oder Elfen reisen die Spieler durch die Lande und bekämpfen die mit Grafiken aus dem Computerspiel versehenen Kreaturen. Von Ghoul bis Oger, von Naga bis Worg, sie alle verfügen über spezielle Extrafeatures wie Flüche, Betäubungsgifte oder zusätzlichem Schaden und sind auf zwei großformatigen Tafeln übersichtlich zusammengefasst. (Schade, dass der Spielplan nicht ebenso übersichtlich gelungen ist. Doch leider sind die unpassierbaren Gebirgsregionen genauso farbig dargestellt wie die nutzbaren Felder.)

Wer sich dagegen nach einem ersten Regelstudium von den vielen zu beachtenden Dingen erschlagen fühlt, muss jedoch bereits nach den ersten paar Spielrunden feststellen, dass alles gar nicht so schlimm ist. Der einzige Moment, in dem wirklich genau hingesehen werden muss, ist bei der Zusammenstellung der Kampfwürfel. Denn es ist eben nicht so, dass jeder Ausrüstungsgegenstand einen bestimmten Bonus liefert. Vielmehr liefert er einen mittellangen Fließtext, der unter bestimmten Voraussetzungen den Modifikator noch einmal modifiziert. Ein Beispiel: Zauberspruch X kostet 1 Energie und liefert dafür 1 blauen Würfel. Wurde er bereits in der vergangenen Kampfrunde benutzt, erhöht sich seine Wirkung um einen weiteren blauen. Manche Karten erfordern auch das „Entdecken“ bestimmter Werte, womit das Erwürfeln solcher gemeint ist. Beispielsweise liefern sie einen zusätzlichen Würfel, wenn mit dem herkömmlichen Wurf wenigstens eine rote oder blaue 8 erreicht wurde.

Gegen starke Gegner empfiehlt sich zudem der Gruppenkampf, bei dem mehrere eigene Charaktere gemeinsam ihre Stärken ausspielen können. Zwar muss die Beute dann geteilt werden, doch wird das Risiko einer Niederlage damit minimiert. Dies gilt umso mehr, wenn es gegen einen Overlord geht, der etwa doppelt so stark erscheint wie die stärkste verfügbare Höllenkreatur, die bei einer Quest auftauchen kann. Je nachdem welcher Overlord gewählt wurde, ändern sich auch ein paar Kleinigkeiten, die jedoch Beachtung finden sollten. „Kel’Thuzad“ beispielsweise fügt bei der Hälfte aller Würfelergebnisse einen zusätzlichen Schaden zu, gegen den mit vielen Wurfwiederholungen und –veränderungen vorgesorgt werden sollte. Außerdem bringt er fünf zusätzliche üble Ereigniskarten ins Spiel, die in den Ereigniskartenstapel eingemischt werden. „Lord Kazzak“ vermag den meisten Schaden zuzufügen und seinen Aufenthaltsort zu verschleiern. Bis zu fünf Positionen müssen von den Spielern überprüft werden, um ihn zu finden und angreifen zu können. Der Drache „Nefarian“ besitzt die meisten Leben und lässt sich nur durch 8en verwunden. Zudem bewegt er sich langsam über den Spielplan Richtung Zentrum und kann das Spiel vorzeitig beenden, wenn er zu schnell vorankommt.

Angesichts dieser Bedrohungen empfiehlt es sich für alle Spieler, frühestens gegen Ende einer Partie gegen die andere Fraktion vorzugehen und sich vornehmlich auf die Weiterentwicklung der eigenen Charaktere zu konzentrieren. Zwar sind die Overlords bei nur vier Charakteren nicht ganz so mächtig wie bei derer sechs, jedoch ändern sich die Questkreaturen nicht. Doch nur mit vollständig entwickelten und gut ausgerüsteten Helden können die Spieler am Ende triumphieren.

Das einzige, was fantasybegeisterte Spieler vor einer Anschaffung beachten sollten, ist der (für Fantasy Flight Games mittlerweile schon übliche) enorme Platzbedarf. 120 große Plastikfiguren in drei Farben sowie 16 feinmodellierte Charakterfiguren nehmen nur einen kleinen Teil der benötigten Fläche ein. Neben dem großen Spielbrett sind es die vielen verschiedenen Marker sowie die Auslageflächen der Charaktere –einschließlich Tableaus, Fähigkeiten, Rucksäcken und Zauberbüchern-, die sich breit machen und einen richtig großen Tisch erfordern.

Fazit

Wer tot ist, bleibt tot? Nö. Der darf bald schon wieder durch die Lande von Lordaeron ziehen und neue Heldentaten verüben. Und das, ohne dabei seine Stufe und somit seinen erzielten Fortschritt zu verlieren. Mit dieser Reißleine lassen sich Niederlagen leichter verdauen und Konfliktängste senken.

World of Warcraft – Das Brettspiel ist eine ernsthafte Herausforderung, ohne dabei Unmögliches zu verlangen oder zu viel Glück zu beinhalten. Die Erfüllung von Questen, die Weiterentwicklung der Charaktere und schließlich der Kampf gegen den Endgegner machen die Spannung aus. Wer über den nötigen Platz verfügt und sich für mehrstündige Fantasyspiele begeistern kann, liegt mit dem epischen WoW absolut richtig! Das Computerspiel braucht dafür kein Mitspieler zu kennen.


2010-03-06, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7darkpact
01.01.2010
Die Spieldauer ist Abendf?llend und das Spiel sehr nett gemacht. Man muss halt Fan von Amerikanischen Spielen sein daf?r oder WoW m?gen, oder am besten beides.
7.5MichaelKroeger
30.01.2010
Das Kampfsystem ist gut, die Charakter sch?n differenziert und k?nnen unterschiedlich geskillt werden. Die Quests sind eint?nig, da es allein um das Besiegen von Monstern geht. Lange Spieldauer. Tolle Ausstattung.
7.5niggi
08.03.2010
Irgendwie cool :-)
7cp
09.03.2010
Ein paar zus?tzliche Charactersheets zum Ausdrucken w?ren toll...

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