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Datenblatt image
ID 13545

WARRIORS & TRADERS


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Jahrgang: 2011

Verlag: NSKN Legendary Games [->]
Autor: Andrei Novac
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2-6

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120

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ab 13


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Im Mittelalter treibst du die wirtschaftliche Entwicklung deines Königreichs voran und kämpfst gegen Barbaren und deine Mitspieler. Wahlweise in Westeuropa (Großbritannien – Frankreich – Deutschland) oder auf dem Balkan. Dabei ist die Zugreihenfolge durch eine eindeutige Nummerierung der Provinzen fest vorgegeben.

Regeln

Jeder Spieler besitzt ein eigenes Fortschrittstableau, auf dem die technologische Entwicklung der Bereiche Produktion, Handel und Militär festgehalten wird. Neben direktem Einfluss auf die jeweiligen Zweige gibt es ab bestimmten Stufen spezielle Vorteile (Verteidigungsanlagen errichten, Armeen verstärken, Zusatzaktionen,…). Gestartet wird mit einer einzelnen Festung in der jeweiligen Startprovinz, in der sich zu Beginn auch die vier Prinzessinnen aufhalten.

Zu Beginn einer Runde müssen zunächst die vorhandenen Truppen ernährt werden, bevor neue Ressourcen (Gold, Nahrung, Baumaterial, Waffen) eingesammelt werden können. Deren Menge ermittelt sich aus der Anzahl der Symbole in den besetzten Provinzen multipliziert mit dem jeweiligen erreichten Faktor auf der Fortschrittskarte. Danach stehen den Provinzen jeweils zwei Aktionen zur Verfügung, von denen die zweite in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt wird. Zur Auswahl stehen: Technologie steigern, Armee kaufen, Festung errichten, Armee aufrüsten (hochstufen von Infanterie auf Bogenschütze auf Kavallerie) oder Krieg gegen Mitspieler erklären.

Eine offizielle Kriegserklärung ist zwingende Voraussetzung, um im folgenden Manöver-Schritt einen Mitspieler angreifen zu dürfen. Bei einem Kampf verteilen Angreifer und Verteidiger die Schadenspunkte ihrer Einheiten gleichzeitig. Wird die Widerstandskraft einer Einheit auf Null reduziert, kann sie nur flüchten, wenn die erforderliche Technologie (Militär Stufe IV) erforscht ist. Ansonsten wird sie entfernt, was bei noch größerem Schaden auf jeden Fall passiert. Prinzessinnen werden übrigens ebenfalls getötet. Neutrale Gebiete werden durch „Barbaren“ verteidigt, die im Laufe des Spiels stärker werden.

Die einzelnen Provinzen sind zu acht Ländern zusammengefasst. Auf der Westeuropa-Karte sind dies beispielsweise für die Schweiz: Schwyz (Hauptprovinz), Bern (Handelszentrum), Konstanz (umkämpft), Genève (gewöhnlich) und Breisgau (gewöhnlich). Für Deutschland: Brandenburg (Hauptprovinz), Bayern (Handelszentrum), Württemberg (umkämpft), Palatinate (umkämpft), Pomerania (umkämpft), Oldenburg (gewöhnlich), Breisgau (gewöhnlich). Jede Provinz zählt Siegpunkte: Hauptstadt = 3, Handelszentrum = 2, alle anderen 1. Sobald ein Spieler während eines Manövers alle Provinzen seines Startlandes kontrolliert, kann er eine „Vereinigung aussprechen“. Dafür erhält sofort eine Hand voll Zusatzaktionen.

Siegpunkte gibt es aber auch für Festungen (3), getötete Prinzessinnen (1) und eliminierte Einheiten (1-3). Wer zuviel Gold besitzt, kann damit weitere Punkte kaufen. Zudem gibt es Boni für die jeweils technologisch führenden Spieler in den drei Kategorien (3). Wird die für einen Sieg erforderliche Anzahl nicht vorzeitig erreicht, endet eine Partie spätestens nach zehn Runden. Als Variante kann auch in Teams gespielt werden.

Meinung

Die große Box ist randvoll mit zahlreichen Papp-Markern für die Ressourcen und verschiedenen Waffengattungen der einzelnen Spieler. Insbesondere der historisch wirkende, doppelseitige Spielplan ist ausgezeichnet gelungen –allen Westeuropäern sei an dieser Stelle empfohlen, unbedingt die Balkan-Seite auszuprobieren. Dort gibt es nämlich keine Nordsee, die optisch tiefe Gräben reißt und aus maritimen Gründen nicht ganz in das Szenario passt. Spontane Erinnerungen an Wallenstein werden beim Betrachten der Karte geweckt, obwohl dieser Vergleich mehrfach hinkt. Warriors & Traders ist ungleich komplexer und erfordert ein gutes Gespür dafür, wann von einer reinen Wirtschaftsstrategie auf Kriegsführung umgestellt werden muss. Ein schnelles Voranschreiten ist wichtig, um effizienter an die benötigten Ressourcen zu gelangen und die zahlreichen Vorteile nutzen zu können. Doch wer das Aufrüsten dabei vergisst, riskiert einen Überfall, der nicht mehr schnell genug zu bremsen ist. Zudem gibt es für militärische Erfolge viel mehr Siegpunkte, als durch das Errichten von Festungen. Und ganz ohne Krieg (gegen Barbaren) sind nicht einmal die wichtigen Ländervereinigungen möglich.

Etwas befremdlich wirkt der Umgang mit den Prinzessinnen. Warum sollen die denn „getötet“ werden? Reicht nicht eine „Gefangennahme“? Hauptsache die Plättchen werden entfernt –man muss doch die armen Frauenzimmer nicht gleich als Hexen verbrennen! Abgesehen davon dienen sie doch ohnehin nur als Lockvögel und Bauernopfer. Einigen wir uns also darauf: Sie werden gefangen genommen.

Dass die Spieldauer mit ca. 3-4 Stunden etwas zu lang geraten ist, stört weniger als die nur mäßige Übersetzung, die zwar sachlich korrekt ist, jedoch oftmals sehr holprig wirkt und ein mehrfaches Lesen erfordert. In Anbetracht der rund 30 Seiten Text ist das kein Spaß. Glücklicherweise gibt es ausreichend Übersichtskärtchen, die den Spielfluss erleichtern.

Fazit

Warriors & Traders ist ein Schwergewicht unter den Strategiespielen. Wer gerne vier Stunden lang Technologien erforscht, Armeen aufbaut und seine Mitspieler angreift –und dies am liebsten noch in einem mittelalterlichen Umfeld-, der liegt hier goldrichtig.


2012-04-23, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
22.04.2012
Spieldauer ist etwas zu lang

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