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Datenblatt image
ID 13789

TROLLLAND


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Ludocortex [->]
Autor: Bruno Cathala
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2-5

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30-45

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ab 14


f5
Bewertung angespielt: 6.0 von 10
punkte

Score gesamt: 56.0% von 100
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Rezension

Ziel

In einem Land, das von jeher den Trollen gehört, werden natürlich keine anderen Rassen wie etwa Zwärgä oder Älfen geduldet. Und so werden diese Eindringlinge Bewohner in die abenteuerlichsten Fuhrwerke verfrachtet und einfach abgeschoben. Da Trolle aber nun einmal sehr eigen sind, gibt es keine Asylanträge versucht jeder Troll-Stammesführer sich selbst als am fleißigsten zu profilieren und möglichst viele lästige Einwanderer aus Trollland zu verbannen.

Regeln

Die nicht geduldeten Einwohner werden in Trollland durch Rassenkarten dargestellt, welche jeweils einen Wert von 0-15 und eine unterschiedliche Anzahl von Koffern aufweisen. Die Karte mit Wert 0 stellt das jeweilige Begleittier der Rasse dar. Zunächst werden alle Fuhrwerkkarten gut gemischt und von diesen fünf Stück nebeneinander aufgereiht. Der Rest der Fuhrwerke wird als verdeckter Stapel bereitgelegt. Von den insgesamt fünf Bonuskarten (jeweils eine pro Rasse) kommen immer nur zwei Stück ins Spiel. Die Rassenkarten werden allesamt gut gemischt und jeder Spieler erhält fünf Stück davon auf die Hand. Neben der Karte Verladesteg werden zudem noch fünf zufällig gezogene Rassenkarten ausgelegt, der Rest der Verbannten kommt als verdeckter Nachziehstapel daneben. Im Rassenkartenstapel befinden sich zudem einige Trollkarten, die mit Spezialfähigkeiten ausgestattet sind.

Zu Beginn jeder Runde schauen sich die Spieler ihre Handkarten an, wählen zwei davon aus und legen diese verdeckt vor sich ab. Alle Spieler, die Trolle ausgelegt haben, müssen diese aufdecken, bevor die anderen Rassen an die Reihe kommen. Deren Spezialfähigkeiten sind nämlich sofort auszuführen.

Die einzelnen Rassen werden danach immer in einer genau festgelegten Reihenfolge aufgerufen, wobei eine Rasse immer erst komplett verladen wird, bevor die nächste an die Reihe kommt. Hat ein Spieler also Karten der gerade aufgerufenen Rasse verdeckt vor sich liegen, muss er diese aufdecken. In aufsteigender Reihenfolge der Zahlenwerte aller offen liegenden Karten der aktuellen Rasse werden diese nun von ihren jeweiligen Besitzern verladen. Hierbei gelten drei Regeln:

  1. Ein Fuhrwerk kann ein bis vier Käfige enthalten, in denen jeweils bis zu vier Verbannte Platz finden.
  2. In einem Käfig dürfen sich nur Karten einer Rasse befinden.
  3. Hat ein Fuhrwerk zwei oder mehr Käfige, so müssen diese unterschiedliche Rassen enthalten.

Auf diese Weise werden nun nacheinander alle fünf Rassen aufgerufen und verladen. Kann ein Spieler die oben genannten Regeln bei einer seiner Karten nicht befolgen, so muss er diese Rassenkarte als Flüchtling vor sich ablegen. Sobald ein Fuhrwerk voll ist, verlässt es den Verladesteg. Der fleißige Spieler bzw. Troll-Stammesführer, der die letzte Karte an dieses Fuhrwerk legen konnte, darf sich alle Rassenkarten und auch die Fuhrwerkkarte nehmen.

Am Ende jeder Runde zieht jeder Spieler noch zwei Karten nach und es wird die Anzahl der noch ausliegenden Fuhrwerke überprüft. Stehen nur noch zwei oder weniger von diesen parat, wird mit neuen Fuhrwerken vom Stapel wieder auf fünf aufgefüllt.

Sobald der Verladesteg nicht mehr vollständig mit Fuhrwerkkarten aufgestockt werden kann, ist der Abschiebevorgang die Partie zu Ende. Jetzt werden die zu Beginn ausgelegten Bonuskarten vergeben. Eine Rassenbonuskarte erhalten immer die Spieler, die von der jeweiligen Rasse die meisten Karten gesammelt haben. Die während der Partie erspielten Karten werden immer nach Rasse getrennt gewertet. Hier erhält ein Spieler immer so viele Punkte wie Koffer auf der jeweils höchsten Rassenkarte abgebildet sind. Manche Fuhrwerke bringen zudem noch Extrapunkte ein. Zum Schluss vergibt die Trollregierung sogar noch einen ganz speziellen Bonus. Hat es nämlich ein Spieler geschafft, sich eine Begleittier-Karte unter den Nagel zu reißen, so darf er die Fleißpunkte der dazugehörigen Rasse verdoppeln. Vergessen werden darf allerdings nicht, dass jede eigene Flüchtlingskarte mit zwei Minuspunkten zu Buche schlägt.

Wer am Ende insgesamt über die meisten Punkte verfügt, gewinnt als erfolgreichster Ober-Abschieber Troll-Stammesführer die Partie.

Meinung

In Trollland heißen Amazonen nicht Amazonen sondern Miehtzen, Ritter werden zu Mennern, Elfen zu Älfen, Zwerge zu Zwärgä und Gobs zu Goblins. Im Land der Trolle ist eben einiges anders, erfrischend anders, und dazu trägt auch die nette und zugleich spaßige Gestaltung der Rassen-, Fuhrwerks- und Trollkarten bei.

Die Regeln sind recht einfach und so können sich die zwei bis fünf Troll-Stammesführer schnell ins Geschehen stürzen und ans Befüllen der Fuhrwerke machen. Und dies ist gar nicht so einfach wie es sich anhört. Da keiner weiß, welche beiden Karten seine Kontrahenten verdeckt ausliegen haben, muss hier ab und an geblufft und nicht selten auch gepokert werden. Je mehr Spieler teilnehmen, desto schwieriger wird das Ganze natürlich, da immer nur maximal fünf Fuhrwerke gleichzeitig zur Verfügung stehen. Sind die ersten Gefährte schon abgefahren und ist die Auswahl der Rassen bei anderen Fuhrwerken schon eingeschränkt, so wird nicht selten der eigene Flüchtlingsstapel etwas anwachsen, bis wieder mit neuen Fuhrwerkskarten aufgefüllt wird.

Doch es lässt sich beim Beladen auch durchaus taktisch agieren, sofern die eigenen Handkarten mitspielen. Sind die Verladeplätze aktuell recht eingeschränkt, so empfiehlt es sich immer, niedrige Karten zu spielen, und zwar am besten von Rassen, die relativ früh aufgerufen werden. Auf diese Weise hat man auch bei wenigen freien Fuhrwerksplätzen meist noch die Möglichkeit, seine Karten zumindest nicht zu Flüchtlingen werden zu lassen. Hochwertige Rassenkarten sollten im Idealfall immer erst gespielt werden, wenn auch Chancen auf das Vollmachen eines Fuhrwerks bestehen. Denn nur dann ist es auch möglich, die gesamten Karten einzusacken. Dies zu planen ist sehr schwierig und hier müssen natürlich auch die Gegner mitspielen. Es ist nie genau abzuschätzen, wie die Lage aussieht, wenn die eigenen Rassenkarten dann verladen werden dürfen.

Aber auch wenn das Glück bei Trollland eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielt, so lässt sich immer noch genügend Einfluss auf das Geschehen nehmen. Ein Beispiel hierfür sind die Trollkarten, die sich unter den Rassenkarten befinden. Verfügt ein Spieler erst einmal über solch eine Karte, lässt sich diese taktisch meist sehr klug einsetzen. Es gibt fünf verschiedene Arten von Trollkarten. Mit dem Trollkönig können beispielsweise andere Trollkarten annulliert und gefangen genommen werden. Andere Trolle erlauben das Abgeben aller eigenen Flüchtlinge an einen Mitspieler, das Klauen wertvoller Rassenkarten von einem Gegner oder auch das sofortige Abfahren eines Fuhrwerks –welches nicht vollständig beladen sein muss.

Zudem weisen manche Rassenkarten auch Spezialsymbole auf. So kann durch Ausspielen von bestimmten Karten sofort noch eine weitere Handkarte ausgespielt und verladen werden. Ein anderes Symbol erlaubt das Austauschen einer eigenen Handkarte mit einer Rassenkarte vom Verladesteg, was oftmals recht nützlich ist.

Fazit

Trollland ist ein erfrischendes Kartenspiel, das in jeder Besetzung funktioniert und dank der stetigen Interaktion nicht langweilig wird. Glück und Einfluss halten sich in etwa die Waage, die fiesen Trollkarten peppen das Spiel auf, und nicht zuletzt sorgt die gelungene grafische Gestaltung für das ein oder andere Schmunzeln beim Betrachter.


2011-03-29, Markus Donaubauer (markus)



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Bewertungen
6markus
05.03.2011
gutes Kartenspiel mit nicht zu verachtendem ?rgerfaktor
6arkadia
05.03.2011

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