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Datenblatt image
ID 12431

SULTAN


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: Queen Games [->]
Autor: André Zatz, Sergio Halaban
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2-5

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ab 8


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Im Palast des Sultans werden rundenweise Juwelen angeboten für die verdeckt mit Geldkarten geboten wird. Nach 15 Versteigerungen werden 15 Geldkarten (je einmal Wert 1-15) gelegt, und das Spiel beendet. Die wertvollste Kollektion gewinnt, wobei viele gleiche Steine zusätzlich Sonderpunkte geben. Wer kann am besten mit dem Geld umgehen und wird neuer Schatzmeister des Sultans?

 

Regeln

Jeder Spieler mischt seine Geldkarten und teilt diese in drei Fünferhaufen. Es werden nun 15 Versteigerungen durchgeführt, in drei Phasen zu jeweils fünf Versteigerungen. In jeder Phase stehen somit genau fünf Karten zur Verfügung, von denen bei jeder Versteigerung genau eine eingesetzt wird.

Der aktive Spieler zieht aus einem Beutel ein paar Edelsteine, legt einen davon zurück in den Beutel und platziert den Rest auf dem Bietplan, je Kissenfeld immer einen Stein. Nun werden reihum Karten als Gebote zu einzelnen Juwelen verdeckt ausgespielt. Da es weniger Steine als Mitspieler gibt, muss irgendwann eine Gebotskarte auf eine andere gelegt werden. Steine ohne Gebot wandern zurück in den Beutel, ansonsten erhält der Höchstbietende den Edelstein und legt ihn hinter seinen Sichtschirm.

Nach ca. 30 Minuten sind alle Karten gespielt und jeder hat eine Edelsteinkollektion erworben, die nun den Mitspielern präsentiert wird. Dabei gibt es fünf Edelsteintypen unterschiedlicher Seltenheit im Wert von 1 bis 5 Siegpunkten. Dazu bekommt man Siegpunkte für mehrere der gleichen Art. Die Höhe dieses Bonus kann beträchtlich sein und ist dann oft spielentscheidend.

 

Meinung

Es sollte darauf geachtet werden, dass kein Spieler zu viele Steine einer Sorte sammeln kann. Zudem hilft es sehr beim Gewinnen, sich möglichst alle gefallenen Geldkarten der Mitspieler zu merken, die ja im selben Spiel nicht wiederkehren können.

Das Spiel sollte übrigens zuerst bei Phalanx erscheinen, bevor es dann bei Queen Games veröffentlicht wurde. Der Autor Andre Zatz sagte dazu in einem Interview bei "Reich der Spiele":  "Aber auf der [Nürnberger Spielwaren] Messe merkten sie [Phalanx], dass es in diesem Marktsegment so viele Veröffentlichungen von bereits etablierten Verlagen gab, dass das Spiel nicht genug Regalfläche erhalten würde."

Das sehe ich auch so: Das Spiel ist nett, aber davon gibt es schon zu viele. Also, warum sollte man sich dafür entscheiden? Das Spiel ist rund, der Ablauf wirkt stimmig und nicht aufgeblasen. Es dauert nicht länger, als es Substanz hat zu unterhalten und das Thema passt zum Material. Die Bietkarten sind nicht proletarisch "Geld", sondern orientalisch monarchisch, mehr wappensymbolisch. Geprägt in den Königsfarben Gold und - noch mehr Gold(!), oder grün oder blau oder rot. Ja, und dann noch (für die Franzosen unter uns...) sogar das dekadente Gold und Lila vom Perücken tragenden Schnupftuch-Adel. Die Farbe lila, schon klar, oder? Man braucht doch aber eine fünfte Farbe für fünf Spieler! Warum ich das erwähne: Nach Abschluss seines Interviews bei Reich der Spiele informierte Andre Zatz darüber, dass es in der endgültigen Version nicht wie ursprünglich entworfen um die Hand der Sultanstochter geht, sondern darum, des Sultans neuer Schatzmeister zu werden.

Warum plötzlich so profan? Noch ärgerlicher aus dem gleichen Grund ist, dass es schon im Ansatz nicht darum hätte gehen dürfen, dass man Edelsteine ersteigert, sondern selbstredend köstliche Schönheiten für den Harem. Appetitlich auf Karten abgebildet, wenn/weil auch verschleiert, statt unköstliche Plastikedelsteine. Stattdessen werden haufenweise überflüssige Karten mitgeliefert, die die Abrechnungsboni am Ende zeigen und nur das Material auffüllen, das dem Spiel in der viel zu großen Box beigelegt ist. Preistreibend, weil dadurch nicht als reines Kartenspiel, das es doch ist, sondern in einem höheren Preissegment verkäuflich.

Warum werden spätmonarchische Frauenfarben beigemischt? Warum darf die Tochter des Sultans nicht der Preis sein? Und Haremsdamen schon gar nicht das hohe Gut? Während bei Spielen wie Junta gelogen, betrogen und gemordet werden darf, wird hier in dieser historisch stimmigen Situation versucht, die weiblichen Käufer und Spieler nicht abzuschrecken, statt den Sultan in uns, bisweilen auch Paschah (Kurzform von Padischah: der Prächtige, der HERRliche) genannt, genüßlich zu erfreuen.

Mit Damenkarten, die mehreren Sets zugleich hätten zugeordnet werden können: den Rothaarigen, den Morgenländischen, den Grünäugigen, ja sogar den dunkelhäutigen "schwarzen Perlen". Wie man eben so einseitig ist im erotischen Geschmack. Und mancher Mann dann alles für eine Dame bietet, die ihm gerade kaum Siegpunkte bringt, aber erklärtermaßen für ihn die "Einzig Wahre" ist, statt die einzige Ware. Und wenn die auch noch einer Mitspielerin ähnlich sähe? Erotisch köstlich!

Stattdessen ist mir hier zuviel unköstliches Geldverdienen im Spiel bei den Designentscheidungen. Hätte man sich doch nur beim Sultan Rat geholt über Stil und sich an den Bietkarten orientiert. Ein Königshof ist als Thema eine Obligation! Keine Marktware.

Fazit

Für starke Frauen. Alles verdeckt, enterotisiert, Plastikschmuck - und lila! Entspricht genauer betrachtet eher dem modernen Orient mit Vollverhüllung im Stoff des beigelegten Beutels. Also eigentlich dem schlimmsten Feindbild. Aber Frauen sind halt widersprüchlich.

Für Männer. Kartenspieler. Als sehr reduziertes, simples Stichspiel mit variablem Stichwert. Sich Details früherer Züge merken, mehr nicht. Der Rest ist Wahrscheinlichkeitsrechnung, und auch mal Glück.  Sultan ist für ernsthafte Spieler eher eine Übung, ein Spielchen zwischendurch. Da gibt es aber schon so viele. Das Regal ist voll, Leute!


2010-03-28, Gernot Donner (gdonner)



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Bewertungen
7markus
18.01.2010
Sch?nes Spiel mit einfachem Prinzip. Kommt bei uns trotz des Gl?cksfaktors immer wieder auf den Tisch
7arkadia
11.07.2010
7MarkusB
13.05.2013

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