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ID 17605

ROLL FOR THE GALAXY


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Pegasus [->]
Autor: Wei-Hwa Huang, Tom Lehmann
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2-5

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45-90

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 9.2 von 10
punkte

Score gesamt: 62.5% von 100
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Rezension

Ziel

Roll for the Galaxy ist ein Aufbau-Strategie-Taktik-Spiel und gleichzeitig die große Würfel-Umsetzung des allseits beliebten Kartenspiels Race for the Galaxy. Die Würfel werden als Arbeiter eingesetzt, um in verschiedenen Phasen diverse Aktionen durchzuführen. Unter anderem können die Spieler neue Welten besiedeln, neue Technologien entwickeln und Güter für Geld oder Siegpunkte verbrauchen. Wer errichtet das erfolgreichste Imperium und wird Herrscher der Galaxie?

Regeln

Im Rahmen der Vorbereitung erhalten die Spieler zunächst einen Würfelbecher, eine Ablagetafel mit einem Krediteinheiten-Marker, einen Sichtschirm, einen Phasenstreifen und ein zweiteiliges Fraktionsplättchen sowie ein Plättchen „Heimatwelt“. Die 55 Spiel-Plättchen werden in den schwarzen Stoffbeutel gelegt. Würfel und Siegpunkt-Chips werden bereitgelegt. Nun zieht jeder Spieler zwei Plättchen aus dem Beutel. Alle Plättchen haben ein Entwicklungs-Seite und eine Welt-Seite. Diese Plättchen platzieren die Spieler auf die Konstruktionszone ihrer Phasenstreifen, so dass alle Protagonisten mit einer Entwicklung und einer Welt in dieser Zone starten.

Roll for the Galaxy verläuft über mehrere Runden, die in fünf Schritte untergliedert sind. Zunächst würfeln die Spieler gleichzeitig ihre Arbeiter (=die Würfel in den Würfelbechern). Anschließend ordnen sie die gewürfelten Arbeiter den unterschiedlichen Phasen gemäß dem Phasenstreifen zu. Dies geschieht verdeckt hinter dem Sichtschirm, so dass die Mitstreiter die Zuordnung ihrer Konkurrenten nicht sehen können. Bei der Zuordnung sind diverse Bedingungen zu beachten. Grundsätzlich müssen die Würfelsymbole den entsprechenden Phasen zugeordnet werden, doch durch die Befehlszone und/oder ggf. errichteten Technologien können Würfel versetzt werden, d.h. in eine artfremde Phase umgeschichtet werden. Weiterhin muss ein beliebiger Arbeiter für die Auswahl der Aktivierung einer Phase verwendet werden. Nachdem alle Spieler ihre Planungen abgeschlossen haben, werden die Sichtschirme entfernt. Die Phasen, die von den Spielern ausgewählt wurden, werden nun entsprechend aktiviert. Jetzt werden die aktiven Phasen in folgender Reihenfolge abgehandelt:

•    Erkunden: eingesetzte Kundschafter können verwendet werden, um neue Plättchen für die Konstruktionszone zu ziehen. Alternativ kann ein Kundschafter verwendet werden, um zwei Krediteinheiten (=Geld) zu erhalten.
•    Entwickeln: eingesetzte Entwickler werden auf das oberste Entwicklungsplättchen der Konstruktionszone platziert. Fertige Entwicklungen wandern in die Auslage.
•    Siedeln: eingesetzte Siedler werden auf das oberste Welt-Plättchen der Konstruktionszone platziert. Vollständig besiedelte Welten wandern in die Auslage.
•    Produzieren: eingesetzte Produktionsarbeiter werden zu Gütern (=Waren), die auf die entsprechenden Welten der Auslage platziert werden.
•    Verladen: eingesetzte Verladearbeiter werden verwendet, um Güter in Krediteinheiten oder Siegpunkte zu wandeln.

Grundsätzlich werden verwendete Arbeiter nach Durchführung ihrer Aktion in den Bevölkerungsbereich der Spieler zurückgelegt. Um die Arbeiter für die nächste Runde zu rekrutieren, müssen sie zurückgekauft werden. Pro Krediteinheit darf ein Würfel aus dem Bevölkerungsbereich in den Becher gelegt werden. Die Würfel/Arbeiter im Becher stehen dann wieder für den neuen Durchgang zur Verfügung.

Das Spiel endet, wenn alle Siegpunkt-Chips vom allgemeinen Vorrat vergeben wurden oder wenn ein Spieler zwölf Plättchen in seiner Auslage hat. Nun werden die Siegpunkte für die Entwicklungen und Welten sowie ggf. zusätzliche Punkte für Boni addiert. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat dann gewonnen.

Meinung

Bereits die englischsprachige Ausgabe von Roll for the Galaxy war in den Vielspielerkreisen äußerst beliebt, und die deutsche Ausgabe von Pegasus steht diesem Highlight in nichts nach. Sowohl qualitativ als auch hinsichtlich des Spielspaßes ist dem Verlag ein absoluter Volltreffer gelungen, der sogar jetzt schon als innovativer Meilenstein angesehen werden kann. Dieses Spiel begeistert auf ganzer Linie und toppt sogar das Kartenspiel, das leider nicht mehr im deutschsprachigen Vertrieb erhältlich ist. Einziges Manko des Kartenspiels (Race for the Galaxy) war das umständliche Hantieren der Karten in Verbindung mit der Symbolik der Phasen.

Dieser Schwachpunkt wird von Roll for the Galaxy in beeindruckender Weise ausgemerzt, denn die Arbeiter in Form von Würfeln sind wesentlich übersichtlicher einsetzbar und deutlich einfacher zu handhaben. Für Galaxy-Novizen ist der Einstieg sicherlich nicht ganz so einfach, aber die Spieleinleitung ist super konzipiert und führt die Anfänger sehr gut in die Mechanismen ein. Vorkenntnisse von Race for the Galaxy sind nicht erforderlich, aber von Nachteil sind die Kartenspiel Erfahrungen natürlich auch nicht, weil man in diesem Fall ja zumindest die Symbolik bereits verinnerlicht hat. Andererseits müssen sich die Race-Spieler daran gewöhnen, dass es bei Roll for the Galaxy keinen Bonus für den Spieler gibt, der eine Phase ausgewählt hat. Insgesamt sind die vorgenommenen Änderungen zum Kartenspiel allesamt berechtigt und machen aus einem sehr guten Spiel ein absolutes Spitzenspiel.

Sowohl optisch als auch spielerisch ist Roll for the Galaxy ein wahrer Genuss. Die unterschiedlichen Startbedingungen durch Fraktions-Plättchen und Heimatwelt sorgen für Abwechslung und einen hohen Wiederspielreiz. Hinzu kommt eine überschaubare Spielzeit ohne große Downtime (=Wartezeit, bis man wieder am Zug ist), was von allen Spielern als äußerst angenehm empfunden wird. Abhängig von der Spieleranzahl dauert eine Partie von erfahrenen Füchsen meistens ein bis eineinhalb Stunden, und das ist bei einem komplexen Spiel dieser Güteklasse nicht viel. Bei der ersten Partie von Neulingen dauert das Ganze natürlich länger, weil in der Regel doch immer wieder einige Nachfragen aufkommen. Apropos Spieleranzahl: Roll for the Galaxy funktioniert generell in allen Besetzungen, doch eine Konstellation von drei bis fünf Personen ist etwas empfehlenswerter als ein reines Duell, bei dem im Schritt Aufdecken ein weißer Würfel zum Ermitteln einer weiteren Aktivphase verwendet wird. In diesem Fall ist der Glücksfaktor ein bisschen höher als in einer Mehr-Personenpartie, bei der die Mitstreiter und ihre Auswahl besser eingeschätzt werden können.

Roll for the Galaxy eignet sich ausschließlich für Vielspieler. Unerfahrenen Gelegenheitsspielern dürfte das Ganze zu komplex sein, denn die Spieler sollten auch immer ihre errichteten Technologien und deren Effekte im Hinterkopf haben. Es ist also viel zu beachten, und wie bei den meisten anspruchsvollen Spielen sind auch bei Roll for the Galaxy das Timing und die Reihenfolge der Aktionen sehr wichtig. In diesem Zusammenhang kann übrigens auch der Tipp ausgesprochen werden, möglichst frühzeitig zu handeln. Denn Krediteinheiten sind notwendig, um am Ende einer Runde möglichst viele Arbeiter zurück zu kaufen. Roll for the Galaxy ist sowohl ein Taktik- als auch ein Strategiespiel, das die kleinen grauen Zellen der Protagonisten kräftig zum glühen bringt und dabei unglaublich viel Spielfreude freisetzt.

Fazit

Großartig! Roll for the Galaxy ist ein bockstarkes Würfel-Aufbauspiel, das tierisch Spaß macht und ohne Abstriche weiterempfohlen werden kann. Wer anspruchsvoll-komplexe Spiele mag und obendrein noch eine Vorliebe für ein Science Fiction Thema hat, kommt um Roll for the Galaxy nicht herum. Dieses Spiel gehört definitiv zu den besten Veröffentlichungen des Jahres. Top!!!


2016-06-20, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
9.5heavywolf
11.06.2016
9Payone
06.12.2016

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