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ID 13715

RALLYMAN


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Rallyman [->]
Autor: Jean-Christophe Bouvier
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1-4

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45

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ab 9


Material: hochwertig
Komplexität: durchschnittlich
Kommunikation: gering
Interaktion: sehr gering
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Bei diesem Autorennen geht es nicht darum, als Erster ins Ziel zu kommen, sondern für die einzelnen Etappen möglichst wenig Zeit zu benötigen. Wie bei einer richtigen Rallye starten die Fahrzeuge deshalb auch nicht gleichzeitig, sondern fahren nacheinander los. Die Strecke kann aus vier doppelseitig bedruckten Spielplänen mit jeweils vier Teilrouten beliebig kombiniert werden.

Regeln

Für einen einzelnen Spielzug stehen bis zu sieben Würfel zur Verfügung, einer pro Gang sowie zwei „Gaswürfel“, die den eingelegten Gang nicht verändern. Die Würfel werden einzeln geworfen und immer nur genau ein Feld vorwärts gezogen. Allerdings müssen die Spieler darauf achten, nicht zu viele Warnschilder dabei zu würfeln, denn beim dritten verlieren sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug –was eine Strafzeit und eventuell sogar einen Reifenschaden zur Folge hat. Am Ende des Zuges wird eine Karte des zuletzt benutzten Ganges vor dem Spieler abgelegt. Diese gibt die Zeit an, die für den Zug verbraucht wurde.

Da jeder Würfel pro Zug nur ein Mal benutzt werden darf, hat dies zur Folge dass in einem einzelnen Zug auch nur eine einzige Schaltsequenz erfolgen kann: Es wird entweder langsam hoch oder herunter geschaltet. Manche Streckenfelder erfordern bestimmte Gänge um passiert zu werden, wie beispielsweise sämtliche Kurven. Diese bestehen aus einem Innenbereich, der „Ideallinie“, die nur mit einer gewissen Höchstgeschwindigkeit befahren werden kann, sowie einem Außenbereich, für den eine Gangstufe exakt vorgegeben ist. (Meist eine Stufe höher als für die Ideallinie erlaubt.) Wer derart schnell dort entlang rast, meistert die Kurve durch „kontrolliertes Schleudern“, was je nach Situation bis zu zwei Gaswürfel erfordert um die Geschwindigkeit beizubehalten.

Manche Kurven dürfen auch über das Feldbett geschnitten werden, was schneller geht als die Ideallinie zu nutzen, per Risikokarte aber auch zu einem Reifenschaden führen kann. Im Idealfall wird stattdessen Schmutz auf die Kurve geschleudert, der die nachfolgenden Fahrzeuge behindert. Eine andere Schikane stellt die „Sprungschanze“ dar, die ebenfalls einen bestimmten Gang vorgibt und bei Missachtung zu einem Kontrollverlust führen kann.
Da bei einer Rallye derjenige gewinnt, der am schnellsten war, werden bei Erreichung der Ziellinie einfach die auf den gesammelten Gangkarten befindlichen Zeiten addiert. Es gewinnt, wer nach drei Etappen vorne liegt.

Zwischen den Etappen können die Fahrzeuge repariert werden, sofern solche Wartungspausen zu Spielbeginn vereinbart wurden. Einen zusätzlichen Ersatzreifen hat ohnehin jeder Pilot dabei, allerdings kostet ein Reifenwechsel unterwegs auch eine volle Strafminute. Wem das noch nicht genug Reifenprobleme sind, der kann auch die Spielplanseiten wechseln, denn auf den Rückseiten sind dieselben Etappen mit Schnee und Eis bedeckt. Je nach Wahl von Sommer- oder Winterreifen haben die Spieler dann entsprechende Vor- und Nachteile auf den jeweiligen Strecken.

Die wichtigste Zusatzregeln für erfahrene Rennfahrer lautet jedoch: Sekunden sammeln. Wer seine Würfel zusammen statt einzeln wirft, geht dabei zwar ein höheres Risiko ein, erhält aber auch Sekundenmarker. Diese zählen bei der Abrechnung am Ende, können aber auch eingesetzt werden um bei einzelnen Würfen Warnschilder ignorieren zu dürfen.

Meinung

Wie es sich für eine Rallye gehört, starten die (niedlichen!) Fahrzeuge nicht gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt. In der ersten Runde spielt nur Fahrer A, in jeder weiteren gesellt sich ein weiterer dazu. Das liest sich dann so: A, A, B, A, B, C, A, B, C, D. Wer zuletzt startet, darf also erstmal eine Weile zugucken und sich so fühlen, als ob zwei Mal ausgesetzt werden musste. Umgekehrtes Spiel beim Zieleinlauf: Während die ersten schon ungeduldig warten und ihre Sekunden dem Protokollführer durchgeben, würfelt sich der letzte Fahrer einen Wolf. Und zwischendurch? Da dominiert ein Solitär-Gefühl, denn bei Rallyman fährt primär jeder für sich. Interaktion gibt es praktisch nur, wenn Kurven verschmutzt werden. Ansonsten heißt es eher, die Aktionen der führenden Spieler beobachten und entweder nachmachen oder eventuell versuchen besser zu lösen.

Wer eine kurze Etappe wählt und nur mit den Basisregeln spielt, beginnt sich da schnell zu langweilen, denn die Handlungsoptionen sind arg begrenzt und eine optimale Vorgehensweise schnell erkannt oder herausgefunden. Aber das ändert sich, wenn Sekundenmarker gesammelt werden können und die Strecken länger werden. Idealerweise sogar mit gemischten Sommer-/Winterteilen, sodass kein Reifentyp immer ideal ist. Nebenwirkung längerer Strecken: Die Spielzeit wächst entsprechend. Weniger als zwei Spielplanteile sollten aber keinesfalls benutzt werden, am besten sind drei (oder vier, wenn nicht zu viele Spieler teilnehmen). Faustregel Spieldauer: 15-30 Minuten pro Person.

Die wichtigste Entscheidung, die die Fahrer bei Rallyman immer wieder treffen müssen, lautet: Wie nehme ich die nächste Kurve? Habe ich noch zwei weiße Würfel und kann kontrolliert schleudern? Muss oder will ich die Ideallinie nehmen? Oder lohnt sich eventuell die Abkürzung übers Kiesbett? Letzteres ist keineswegs immer der Fall, denn dabei besteht immer das Risiko eines Reifenschadens. Und der kostet einen weißen Würfel, was fatale Folgen hat. Die schnellste Zeit lässt sich nämlich erreichen, indem in jedem Zug immer nur im fünften Gang mit beiden Zusatzwürfeln gefahren wird –mit Ausnahme der lästigen Kurven. Wir lernen also: Weiß ist wichtig.

Fazit

Rallyman ist mal ein ganz anderes Rennspiel, für das ein wenig Umdenken erforderlich ist. Dies macht es interessant und herausfordernd, insbesondere mit längeren Etappen (und Ausfallrisiken). Der Einstieg ist einfach, das Material attraktiv. Lediglich der hohe Solitärfaktor liegt nicht jedem Spieler.


2011-02-10, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7.5niggi
23.01.2011
nicht schlecht, trotz Wartezeiten
6.5cp
23.01.2011
mich st?rt ein wenig die praktisch nicht vorhandene Interaktion. Aber sonst nicht schlecht -vor allem mal was anderes.

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