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Datenblatt image
ID 13711

RAILROAD BARONS


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Helmut Ohley
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2-2

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45

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 6.0 von 10
punkte

Score gesamt: 56.0% von 100
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Rezension

Ziel

Als Eisenbahnbarone kaufen sich die Spieler in fünf Konzerne ein, welche Eisenbahngesellschaften gründen und Dividenden ausschütten. Der Spieler, der am Ende über das größte Vermögen in Form von Aktien und Bargeld verfügt, gewinnt als mächtigster Eisenbahnbaron die Partie.

Regeln

Zunächst werden das Kurstableau und die fünf Privatiers zwischen den beiden Spielern ausgelegt. Dann erhält jeder der beiden Kontrahenten etwas Startkapital und eine Übersichtskarte. Nachdem die Gesellschaften alphabetisch sortiert und als Stapel bereitgelegt wurden, wählen die beiden Spieler noch vier der fünf Privatiers aus, die ins Spiel kommen.

In Railroad Barons werden immer im Wechsel Aktien- und Betriebsrunden gespielt, wobei auf eine Aktien- jeweils zwei Betriebsrunden folgen. In den Aktienrunden sind die beiden Kontrahenten immer abwechselnd an der Reihe. Es dürfen eigene Aktien an die Bank zurückverkauft oder neue Aktien zum aktuellen Kurs von der Bank aufgekauft (immer nur eine pro Zug) werden. Immer wenn der Direktor eines Konzerns –der Spieler mit den meisten Anteilen- Aktien verhökert, sinkt der Kurs des betreffenden Konzerns um ein Feld. Sobald beide Spieler gepasst haben, ist eine Aktienrunde beendet, und es folgt die erste Betriebsrunde.

Die fünf Konzerne werden in den Betriebsrunden immer nach einer genau festgelegten Reihenfolge abgehandelt. Zunächst wird immer der aktuelle Direktor des Konzerns ermittelt, denn dieser führt die Aktionen für diesen in der laufenden Betriebsrunde aus. Der Direktor muss nun zunächst die für den entsprechenden Konzern zur Verfügung stehenden Spielsteine zuordnen. Damit legt er fest, wie viele Eisenbahngesellschaften ein Konzern in einer Runde kaufen kann und wie viele Privatiers diesem zugeordnet werden können. Auch die maximale Anzahl an Gesellschaften, die der entsprechende Konzern am Ende des Zuges überhaupt besitzen darf, wird auf diese Art und Weise definiert. Zudem kann pro Betriebsrunde ein Stein in das Streckennetz investiert werden, was die Einnahmen eines Konzerns dauerhaft erhöht. Ist der Direktor mit den Anpassungen fertig, wird das Einkommen ermittelt. Zur Bestimmung sind der Ertrag der Gesellschaften, die Einkünfte aus dem Streckennetz und eventuelle Boni der Privatiers zu addieren. Nun entscheidet der Direktor des jeweiligen Konzerns darüber, ob eine Dividende an die Aktionäre ausbezahlt oder das Geld einbehalten wird. Findet eine Auszahlung statt, so steigt der Kurs des Konzerns um ein Feld an. Als letzte Amtshandlung darf der Direktor seinem Konzern neue Eisenbahngesellschaften kaufen oder auch Gesellschaften anderer Konzerne übernehmen. Zudem ist an dieser Stelle eine kostenlose Zuordnung von Privatiers möglich. Erst nachdem alle Konzerne auf diese Weise abgehandelt wurden, folgt die nächste Betriebs- bzw. Aktienrunde.

Sobald ein Konzern das letzte Feld auf dem Kurstableau erreicht hat, endet die Partie nach der aktuellen Betriebsrunde. Der Spieler, der nun über die größere Summe aus Aktienwert und Bargeld verfügt, hat sich als erfolgreichster Investor erwiesen und gewinnt die Partie.

Meinung

Den Regeln zu Railroad Barons muss leider das Prädikat „arg verbesserungsbedürftig“ aufgedrückt werden. Denn diese sind in der beiliegenden Fassung zu kompliziert und lassen viel zu viele Fragen offen. Lookout Games hat hierauf jedoch bereits reagiert und ein komplett überarbeitetes deutsches und englisches Regelwerk angekündigt. Mittlerweile steht die englische Version der neuen Regeln –welche gut gelungen ist- auf der Lookout-Webseite zum Download zur Verfügung, die überarbeitete deutsche Fassung soll in Kürze folgen.

Mal abgesehen vom Regelwerk fällt der Einstieg in die erste Partie Kennern der 18xx-Reihe natürlich leichter als Neulingen, da diese mit den Grundlagen bereits vertraut sind. Auf der anderen Seite eignet sich Railroad Barons für Neueinsteiger in die 18xx-Welt jedoch auch recht gut, weil hier mit weniger Komplexität und niedrigerer Spieldauer ein einfacheres Kennenlernen möglich ist. Wem die Art von Spiel gefällt, der kann sich dann auch den größeren Brocken dieser Reihe widmen und weiß schon ungefähr, was auf ihn zukommt.

Um bei Railroad Barons am Ende als reichster Eisenbahnbaron dazustehen, sind einige Aspekte von Bedeutung. Da manche Konzerne über mehr Spielsteine verfügen als andere –sprich deren Handlungsspielraum größer ist-, ziehen diese logischerweise besonderes Augenmerk auf sich. Denn vor allem direkt nach der Gründungsphase eines Konzerns, lässt sich mit mehr Steinen schneller das Einkommen eines Konzerns in die Höhe schrauben, da pro Betriebsrunde mehr neue Eisenbahngesellschaften gekauft und auch gehalten werden können. Zudem tut es bei solchen Konzernen nicht so weh, wenn später ein Stein ins Streckennetz investiert wird, da dann immer noch genügend für die Zuordnungen übrig sind. Direktor eines solchen Konzerns zu sein, hat somit seine Vorteile. Auch das Zuweisen von Privatiers an bestimmte Konzerne ist eine Option, die nicht außer Acht gelassen werden darf. Einer dieser Herren bringt beispielsweise einen satten 20 %-Rabatt beim Kauf von neuen Eisenbahngesellschaften, andere erhöhen das Konzern-Einkommen usw.

Ein sehr wichtiges Spielelement ist auch der Fortschritt bzw. die stetige Modernisierung der Eisenbahngesellschaften. Je höher die Kategorie einer Gesellschaft, desto weniger stellt dies natürlich ein Problem dar, da ab einem bestimmten Punkt keine Veralterung mehr eintritt. Die Eisenbahnen müssen aber nun mal in einer aufsteigenden Reihenfolge gekauft werden, und daher lässt sich das Veralten –sprich das ersatzlose Entfernen von Gesellschaften der niedrigen Kategorien- auch nicht verhindern. Da in bestimmten Kategorien Gesellschaften von zwei verschiedenen Stufen zur Auswahl stehen, sollten hier nach Möglichkeit immer die höherwertigen gekauft werden. Denn auch wenn diese in der Anschaffung etwas teurer sind, bringen sie dafür mehr Einkommen und veralten später oder gar nicht mehr.

Wer von einem Konzern den Großteil der Aktien hält, ist gut beraten, wen er dessen Kurs schnellstmöglich in die Höhe treibt. Denn dann wird es für den Gegner richtig teuer, wenn er sich von besagtem Konzern noch Anteile sichern möchte. Da es fünf Konzerne gibt, kann sich der Konkurrent natürlich auch einfach einen anderen einverleiben. Es sollte daher keiner dem Gegenspieler einen Konzern anteilsmäßig nahezu alleine überlassen. Denn mit einem solchen lässt sich eine goldene Nase verdienen. Einfach in jeder Betriebsrunde eine Dividende ausschütten –der Gegner verdient ja nicht oder nur wenig mit- und so den Kurs immer weiter nach oben treiben. Dies hat gleichzeitig den schönen Nebeneffekt, dass die eigenen Aktienanteile im Hinblick auf das Spielende immer wertvoller werden.

Bezüglich des Spielmaterials lässt sich nur Positives vermelden, denn dieses ist übersichtlich und thematisch passend gestaltet. Vor allem die verschiedenen Geldscheine sehen richtig gut aus, denn deren Illustrationen sind angelehnt an andere bekannte Lookout-Spiele. So finden sich auf den Scheinen bekannte Gesichter aus Spielen wie beispielsweise Agricola oder Le Havre wieder. Eine nette Idee zum 10-jährigen Firmenjubiläum.

Fazit

Konzerne, Eisenbahngesellschaften und Aktienhandel. Wen diese drei Schlagwörter aufhorchen lassen oder wer in die 18xx-Welt hineinschnuppern möchte, der sollte Railroad Barons –mit den überarbeitenden Regeln- einmal ausprobieren. Und auch alle Fans der 18xx-Reihe, die auf der Suche nach einem Exemplar dieser Serie sind, welches sich gut für zwei Spieler eignet und eine kürzere Spieldauer aufweist, dürfen einen genaueren Blick riskieren.


2011-01-07, Markus Donaubauer (markus)



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Bewertungen
6markus
05.01.2011
F?r meinen Geschmack etwas zu trocken
6arkadia
06.01.2011
Nicht ganz mein Fall, aber f?r Interessierte ein tolles Spiel

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