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Datenblatt image
ID 11563

PRIVACY 2


cover
Jahrgang: 2008

Verlag: Amigo [->]
Autor: Reinhard Staupe
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5-12

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45

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ab 16


Material: mittelmässig
Komplexität: sehr gering
Kommunikation: hoch
Interaktion: sehr hoch
Einfluss: durchschnittlichf5
Bewertung angespielt: 8.8 von 10
punkte

Score gesamt: 72.1% von 100
score
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Rezension

Ziel

Regeln

Privacy 2 ist die Neuauflage des vier Jahre zuvor erschienenen Partyspiels Privacy. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich nicht viel geändert, lediglich die Hälfte der Fragen wurde ausgetauscht. Zu diesem Zweck hatte Amigo zuvor einen Wettbewerb veranstaltet und viele Einsendungen mit Vorschlägen für neue Kartentexte erhalten. Die besten davon wurden nun in dieser Neuauflage verwendet.

Diese Fragenkarten sind auch der Motor des Spiels. Dabei handelt es sich eigentlich gar nicht um Fragen, sondern vielmehr um Behauptungen. Also quasi um vorinitialisierte Entscheidungsfragen. Dort steht also beispielsweise nicht "Findest Du Partyspiele doof?", sondern stattdessen "Ich finde Partyspiele doof!". In jedem Fall also eine Aussage, zu der alle Spieler Stellung nehmen müssen. Stimmt ein Spieler dieser Aussage zu, wirft er ein orangefarbenes Holzwürfelchen verdeckt in einen Stoffbeutel - andernfalls wählt er ein schwarzes Steinchen. Zusätzlich zu dieser eigenen Meinungskundgebung darf jeder Spieler auf seiner Wettuhr ebenfalls geheim einstellen, wie viele Spieler seiner Schätzung nachder Aussage wohl zustimmen werden.

Sobald alle Spieler ihre Stimme abgegeben und ihre Uhr gestellt haben, erfolgt die Auflösung. Wer mit seinem Tipp exakt richtig lag, darf dafür mit seinem Fragezeichen-Plastikpöppel auf der Wertungsleiste drei Felder vorwärts ziehen. Wer nur knapp daneben lag, schafft immerhin noch ein Feld. Nach 30 Feldern ist der Spielplan einmal umrundet und das Ziel erreicht.

Meinung

Privacy 2 ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie mit wenig Regelwerk viel Spielspaß erzeugt werden kann. Vorausgesetzt natürlich, es hat niemand ein Problem mit den manchmal ungewöhnlichen und oftmals indiskreten Fragen. Gleich drei verschiedene Altershinweise befinden sich auf der Verpackung: "Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren" (wegen verschluckbarer Kleinteile), "ab 16 Jahren" (lt. Karton) sowie einem Warn-Aufkleber "nicht empfohlen für Spieler unter 18 Jahren" auf der Schutzfolie. Den besten Eindruck hinterläßt selbstverständlich der Aufkleber, denn er suggeriert den Spielern nicht nur sich einer "Tätigkeit für Erwachsene" hinzugeben, er fördert auch den Spaßfaktor.

Den braucht man aber auch, denn es besteht durchaus für den einen oder anderen Spieler die Möglichkeit, sich in seine persönlichen Grenzbereiche zu begeben. Selbst nur einen Holzwürfel anonym in einen Sack zu werfen, kann bei empfindlichen Gemütern Unwohlsein hervorrufen, wenn es um Fragen der Sexualität, Politik oder simple Fragen zur Weltanschauung geht. Gottlob spielen solche Personen selten Spiele, sondern beschäftigen sich lieber mit den ernsthafteren Themen der Welt: Wann muss die Küche wieder geputzt werden? Wie kann ich schnell ein paar Mitarbeitern kündigen? oder Was macht der Nachbar da immer nachts mit seinem schwarzen Pudel?. Und sollte sich doch einmal einer dieser humorlosen Knaben an den Spieltisch verirren, so sollten die eindeutig angebrachten Warnhinweise mehr als ausreichend sein.

Abgesehen von solchen Randgruppenproblemen hat Privacy eigentlich nur ein einziges: Wo bekomme ich schnell noch ein paar Spieler her? Denn je mehr Spieler an einer Partie teilnehmen, desto unterhaltsamer wird es. Vor allem mit dieser Neuauflage, denn während das alte Privacy noch eine Menge Fragen enthielt, die eher banal oder zumindest relativ uninteressant waren, stecken in Privacy 2 noch deutlich mehr Anzüglichkeiten, noch mehr prickelnde Details über das geheime Sexleben der Mitspieler und noch mehr Diskussionsstoff. Doch keine Angst, dies ist kein reines Sex-Spiel(zeug)! Oftmals sind es sogar die nicht ganz so pikanten Themen, die sehr unterhaltsam sein können. Klar, es ist schön zu wissen dass 7 der 8 Mitspieler schon mal in einem Swingerclub waren. Aber welcher engstirnige und egomanische Dorfdepp glaubt denn hier noch, dass er der "intelligenteste Spieler am Tisch" sei? Das bin doch schon ich! ;)

Manchmal ist es wirklich erstaunlich, zu welchen Geistesblitzen die Spielerwelt fähig ist. Durch die Beteiligung der Internet-Gemeinde hat Amigo offenbar eine ordentliche Portion hervorragender neuer Ideen für neue Fragen erhalten. Besonders löblich, dass die Namen der Einsender nicht im Kleingedruckten der Anleitung, sondern auf den Karten selbst abgedruckt sind. Hoffentlich sind es nicht nur diese wenigen Personen, die sich ein Exemplar der Neuauflage zulegen. Denn mit den neuen Fragen ist Privacy noch ein Stücken besser geworden - gut war es ja schon immer. Wer allerdings noch ein altes Privacy im Schrank hat, kann dieses getrost über Bekannte oder bekannte Auktionsportale "entsorgen", beide Privacys braucht man nämlich nicht im Spiele-Schrank.

Fazit


0000-00-00, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
9cp
26.04.2009
8Lascar
14.08.2009
Das eigentlich Spannende an dem Spiel ist nicht, nicht zu gewinnen, sondern rauszufinden, wer wie geantwortet hat. Die Diskussionen zu den Fragen machen den Spielspa? aus, nicht das Spiel selbst.
9.5Eckfeld
04.11.2010
Gro?artig. Das beste "psychologische" Partyspiel, das ich kenne. Nicht ganz g?nstig, daher einen halben Punkt Abzug.

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