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Datenblatt image
ID 11541

PLANET STEAM


cover
Jahrgang: 2008

Verlag: LudoArt [->]
Autor: Heinz-Georg Thiemann
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2-5

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120

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ab 12


Material: sehr hochwertig
Komplexität: hoch
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: durchschnittlich
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 8.2 von 10
punkte

Score gesamt: 78.3% von 100
score
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Rezension

Ziel

Der Planet Steam steht zur Besiedlung bereit. Gasförmige Quellen sollen die Energie liefern, um verschiedenste Rohstoffe zu produzieren. Neben der Rohstoffförderung zählt auch der Abtransport und Verkauf der Waren zu den Aufgaben der Spieler. Am Ende zählt natürlich nur der erwirtschaftete Profit.

Regeln

Über mehrere Jahre (=Runden) errichten die Spieler Produktionsstätten und vermehren ihren Reichtum. Davon profitiert natürlich auch die Interplanetare Förderation (IPF), an die sämtliche Zahlungen gerichtet sind. Der Spielplan besteht aus einem Gitter von Schächten, ein Teil davon ist bereits zu Spielbeginn von neutralen Plattformen überbaut. Auf mit eigenen Plattformen überbauten Schächten können Tanks errichtet werden, die neue Rohstoffe produzieren.

Jede Runde besteht aus den Phasen Aufbau, Kauf und Produktion. Beim Aufbau werden Spielreihenfolge-Karten ersteigert, die teilweise sofortige Auswirkungen haben und in verschiedenen Situationen wichtig sind. Der Höchstbieter einer Versteigerung darf sich eine noch freie Karte aussuchen und nimmt nicht mehr an den restlichen Auktionen teil. Wer die letzte Karte erhält, muss dafür aber auch nur noch den Mindestbetrag von 1 Credit entrichten.

Mit „Lady Steam“ erhält der entsprechende Spieler das Startspieler-Recht für die laufende Runde. Der „Spekulant“-Spieler versteigert sofort einen noch offenen Schacht und muss selbst im Erfolgsfall nur die Hälfte bezahlen. Zum Abdecken eines offenen Schachtes muss ein Spieler entweder eine Baugenehmigung besitzen oder würfeln. Ein Würfelwurf bestimmt, ob der neue Schacht benachbart an eigene Plattformen liegen muss, oder ob der Spieler frei wählen darf. Mit einer Genehmigung darf er immer wählen und sogar eine neutrale Plattform übernehmen.

Der „Heizer“ platziert einen Energiekoppler an einer der Reihen des Baugitters. Solch ein Koppler erhöht die Produktion aller in dieser Reihe gebauten Tanks in der Produktionsphase. Der „Konstrukteur“ erhält wahlweise eine Baugenehmigung oder 15 Credits, der „IPF-Agent“ darf sich einen Rohstoff oder Raumgleiter nehmen, ist allerdings auch nur bei 5 Spielern dabei.

Zwischen Aufbau und Produktion darf reihum investiert werden. Beliebig viele Tanks, Ausbauten, Kompressorkuppel und bis zu vier Raumgleiter dürfen erworben bzw. umgebaut werden. Jede Aktion kostet allerdings 1 Einheit Wasser. 

Wasser, Erz, Energie – jeder mit Energie versorgte Tank produziert einen spezifischen Rohstoff. Eine Zusatzprodution erfolgt bei gleichartigen benachbarten Tanks als „Synergieeffekt“. Wer Plattformen auf Hauptversorgungsschächten gebaut hat, kommt sogar in den Genuss einer kostenlosen Rohstoffgewinnung. Im Anschluss an die Produktion darf dann noch am Rohstoffmarkt gehandelt werden. Jede Ressource darf in beliebiger Menge ge- oder verkauft werden, sofern der Markt dies noch hergibt. Die Nachfrage bestimmt den Preis, sodass erhebliche Kursschwankungen für die nachfolgenden Spieler möglich sind. Außerdem dürfen auch Baugenehmigungen und Besitzurkunden erworben und Genehmigungen wieder verkauft werden.

Am Ende einer Runde werden neue Tanks in der Produktionshalle hergestellt, Energiekoppler und Karten zurückgegeben. Wenn der Jahreszähler nach 4 bis 7 Runden (spielerzahlabhängig) die Skala verlässt, erfolgt eine Wertermittlung aller Besitztümer: Rohstoffe in Raumgleitern, errichtete Plattformen, installierte Kompressorkuppeln, Besitzurkunden und Barvermögen. Es gewinnt der reichste Spieler.

Meinung

Die IPF ist überall. Sie krallt sich überschüssige Rohstoffe, jeden verfügbaren Credit und nervt mit bürokratischen Hürden wie z.B. Baugenehmigungen. Die IPF ist kapitalistisch veranlagt, ein geldrünstiger Egel, der die Spieler aussaugen will. Ein unterdrückendes System, kein förderalistisches. Bei anderen Spielen wird die IPF dagegen schlicht „Vorrat“ genannt – wie langweilig.

Planet Steam kann ebenfalls für Langeweile sorgen. Dann nämlich, wenn sich ein Spieler eigentlich gar nicht mit einer Wirtschaftssimulation auseinandersetzen will. Dabei ist es so einfach, sich allein schon am Material zu erfreuen. Der riesige Karton sorgte schon auf der 2008er Spielemesse für Aufsehen und wurde in vielen Planet-Steam-Taschen fortgetragen. Für den Preis kann man solch eine üppige Ausstattung allerdings auch verlangen!

Weniger ungewöhnlich erscheint dagegen der Spielverlauf, denn Kernelement von Planet Steam ist die Produktion von Rohstoffen und deren Verkauf am Markt. Ein einfaches, aber gut funktionierendes Prinzip, das vor allem dann für Spannung sorgt, wenn in der zweiten Spielhälfte immer öfter die Gefahr droht, dass ein Mitspieler den Markt überschwemmt und für einen erdrutschartigen Preissturz sorgt. Gerade dann ist es gut, Startspieler zu sein. Natürlich auch, wenn es um die Reihenfolge der knappen Bauplätze geht. Ansonsten lohnen sich die anderen Charaktere –pardon: „Spielreihenfolge-Karten“- mehr.

Etwas kniffeliger wird es in der Expertenversion, in der den Spielern unterschiedliche Startressourcen zugeteilt werden. Am Spielgefühl ändern die Experten jedoch nichts, sodass diese Variante nur für Vielspieler in Frage kommt. Am besten spielt man übrigens zu dritt oder viert, da so die Gitterschächte weder verwaist noch überfüllt erscheinen.

Dass sich Planet Steam trotz aller Nüchternheit doch nicht so ganz ernst nimmt, zeigen einige wenige Details. Die mit einem etwas verformten Gesicht gezeichnete „Lady Steam“ trägt beispielsweise einen „Turbo-Tanga“ von „H&M (Hänsel & Märchen)“.

Fazit

Planet Steam ist ein lupenreines, aber auch etwas trockenes Wirtschaftsspiel, das im Gegensatz zur herkömmlichen mit Pappcountern und einfachen Plastikhäuschen versehenen Massenware mit seinem Spielmaterial überzeugen kann. Doch nicht nur das, auch die Mechanismen greifen prima ineinander und sorgen so für ein gelungenes Produkt. Planet Steam mag nicht billig sein, aber dafür ist es auch ganz sicher kein Fehlkauf.


2009-08-06, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
05.08.2009
sehr sch?ne Atmosph?re
8aphratus
07.08.2009
Der Computer Klassiker Mule sehr gut als Brettspiel umgesetzt
7.5markus
10.08.2009
Stimmiges Material, sch?nes Wirtschaftsspiel mit Tiefgang
9VolkerN.
09.09.2009
Top-Spiel mit hervorragender Ausstattung
9.5Dnalor
30.12.2009
Tolles Aussehen und spannendes Spielabenteuer
9sebastian.wenzel
07.02.2011
Ein sehr gutes Strategiespiel f?r zwei bis f?nf Spieler. Schickes Material aus Holz, leider sind die Ausbauten f?r die Fabriken etwas lose mit diesen verbunden. Das Papiergeld f?llt im Vergleich zur sonstigen Ausstattung ab.
9iceteddi
04.07.2011
6.5RogueTrader
10.12.2011
etwas langatmig aber nicht schlecht
8-NeXuS-
16.10.2013
Schönes Spiel für drei bis fünf Personen, zu zweit nicht unbedingt der Bringer...
8schuetzkevin
30.08.2019

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