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Datenblatt image
ID 13673

NAMIBIA


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: [->]
Autor: Brian Robson
Grafik: Carsten Fuhrmann

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3-4

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90

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Namibia spielt in der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Unternehmern, die Gold, Silber, Kupfer und Diamanten möglichst gewinnbringend umsetzen. Doch dies erfordert ein funktionierendes Transportnetzwerk und das richtige Händchen bei der Bestechung der Kolonialverwaltung …

Regeln

Das Spielbrett wird in die Mitte des Tisches gelegt und jeder Spieler erhält die fünf Bohrtürme, die Lok, den LKW und den Wertungsstein seiner Farbe sowie 15 Goldmark als Startkapital. Danach zieht jeder verdeckt eine Übersichtskarte. Auf dieser Karte ist angegeben, welche drei Rohstoffe der Spieler schürfen und welchen Rohrstoff er nicht abbauen darf. Nun platzieren die Spieler ihre Bohrtürme auf einem Rohstofffeld, das sie abbauen können. Weiterhin werden danach noch von jedem Unternehmer zwei Schienen gesetzt, die den Anfang ihres Transportnetzwerks bilden.

Das Spiel läuft über sechs Runden, die immer in vier Phasen untergliedert sind. In der ersten Phase wird die Regierung bestochen, um überhaupt Schienen setzen zu dürfen. Der Spieler mit dem höchsten Gebot wird somit zum Startspieler dieser Runde, aber dafür muss er auch die meisten Imagepunkte (=Siegpunkte) abgeben. Dann folgt der Spieler mit dem zweithöchsten Gebot usw. In der zweiten Phase werden diverse Aktionen durchgeführt, nämlich Minen fertig stellen, eine neue Mine beginnen, nach Bodenschätzen suchen, Schienen platzieren und den LKW zu einer Mine bewegen. In Spielerreihenfolge führt jeder alle fünf Aktionen durch. In der dritten Phase bestimmt der aktive Spieler einen Hafen und die Ware, die dort gehandelt wird. Zuerst erfolgt der Transport mittels LKW, danach der Transport via Lok. Für jeden transportierten Rohstoffwürfel wird der Rohstoffindex auf der rechten Seite des Spielplans erhöht. Sobald aber das Angebot die Nachfrage übersteigt, halbiert sich der Preis und der Index wird entsprechend angepasst. Für jeden Zug und jede Mine, die von Mitkonkurrenten genutzt werden, erhält der aktive Spieler Imagepunkte. In der vierten Phase übernimmt die Regierung die Verwaltung der Rohstoffmärkte und passt den Index abermals an. Am Ende der dritten und fünften Runde besteht des weiteren die Möglichkeit, Imagepunkte zu kaufen. Namibia endet mit Ablauf der sechsten Runde, und der Spieler mit den meisten Imagepunkten hat dann gewonnen.

Meinung

Namibia ist ein reinrassiges Wirtschafts- und Strategiespiel, das sich in erster Linie an Vielspieler richtet. Gelegenheitsspielern und Familien dürfte das Ganze zu komplex sein, denn wie bei jedem Optimierungsspiel werden auch hier die kleinen grauen Zellen ganz schön gefordert. Bereits in der ersten Phase jeder Runde sollte gut überlegt werden, wie viel Goldmark die Startspielerposition wert ist – zumal für diesen Vorteil neben der Kohle ja auch noch Imagepunkte fällig werden. Andererseits ist diese Position von großem Vorteil, denn man darf als erster seine Schienen setzen, Hafen und Ware bestimmen etc. Und irgendwann wird sich immer wieder die Frage stellen, ob sich das Dranhängen an das Transportnetzwerk eines Mitspielers lohnt. Sicherlich können dann unter Umständen teuere Waren gewinnträchtig verladen werden, aber steht dies in wirklich guter Relation zu der Tatsache, dass der Mitspieler dafür Imagepunkte bekommt? Unter Umständen ist an solch einer Stelle sogar ein Hochrechnen angebracht, was viel Grübelei mit sich bringen kann. Der Spielmechanismus Namibias ist zweifelsohne gelungen und funktioniert sowohl im Dreier- als auch im Viererspiel. Ergo: am Spielspaß gibt es wenig zu bemängeln. Taktiker und Strategen kommen durchaus auf ihre Kosten.

Nicht ganz so prickelnd ist die Spielanleitung, die manchmal ein bisschen einfacher hätte ausfallen können. Andererseits ist Namibia schließlich ein anspruchsvolles Spiel, daher wäre eine Vereinfachung vielleicht gar nicht möglich gewesen. Ansonsten ist das Spielmaterial relativ gelungen. Der Spielplan hätte zwar eine Spur größer sein können, aber so wird wenigstens kein Riesentisch benötigt. Zweifelhaft ist die Altersempfehlung des Verlags, die mit zehn Jahren angegeben ist. Für diese Altersgruppe ist sowohl das Regelwerk als auch der gesamte Spielmechanismus doch etwas zu komplex (aber natürlich bei weitem nicht so schwierig wie bei Puerto Rico, Caylus und Konsorten … dies nur als Hinweis an die Vielspieler). Sofern Jugendliche Namibia ausprobieren möchten, wäre es empfehlenswert, wenn diese bereits Erfahrungen mit anderen Strategiespielen gesammelt hätten.

Fazit

Freunde anspruchsvoller Strategiespiele können hier sicherlich zugreifen. Für die „oberste Liga“ reicht es zwar nicht, aber ein Platz im gehobenen Mittelmaß hat Namibia allemal verdient.


2012-02-24, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
8heavywolf
15.02.2012

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