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Datenblatt image
ID 12803

MARIA


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: Histogame [->]
Autor: Richard Siv
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2-3

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120-300

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ab 14


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 65.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Im Österreichischen Erbfolgekrieg stehen sich Preußen, Bayern, Sachsen und Frankreich auf der einen Seite und Österreich und die Pragmatische Armee, einem Verbund von Großbritannien, den Niederlanden und dem Kurfürstentum Hannover, auf der anderen gegenüber. Einer der drei Spieler lenkt die Geschicke Österreichs, ein Zweiter die von Frankreich und Bayern. Der dritte spielt auf beiden Seiten –was dadurch funktioniert, dass an den beiden Frontlinien im Westen und Osten unterschiedliche Parteien beteiligt sind.

Regeln

Der Spielplan zeigt zwei getrennte Schauplätze: In Flandern stehen sich Frankreich und die Pragmatische Armee gegenüber, in Böhmen kämpft Österreich gegen Bayern, Preußen und Sachsen. Ziele der Auseinandersetzungen sind jedoch keine Regionen, sondern über Straßen miteinander verbundene Städte, die auch zu Verteidigungsstellungen ausgebaut sein können. Die Regionen sind in 44 Sektoren mit den vier klassischen Kartenfarben Kreuz, Pik, Herz und Karo aufgeteilt, womit die Kampffarben der darin befindlichen Städte definiert werden. Gezogen und gekämpft wird grundsätzlich mit sogenannten Generälen, die bis zu 8 Armeen stark sein können, was zu Spielbeginn geheim festgelegt wird.

In ihren Spielzügen erhalten die Spieler zunächst neue Taktikkarten, bevor die Versorgung ihrer Generäle geprüft wird. Sind diese weiter als sechs Städte vom nächsten Versorgungstross entfernt, verlieren sie Armeen. Dann erfolgt die Bewegung, die zwischen drei und unter bestimmten Voraussetzungen bis zu acht Städte weit reichen kann. Stehen sich nun zwei gegnerische Generäle gegenüber, müssen sie kämpfen. Die Anzahl der jeweiligen Armeen zählt als Grundkampfwert, der mit Taktikkarten modifiziert werden kann. Diese werden immer von der gerade schwächeren Seite gespielt und ihre Werte einfach addiert. Einzige Voraussetzung: Es müssen Karten der gleichen Spielfarbe sein, wie die des Sektors, in der sich der eigene General gerade befindet. Die unterlegene Partei verliert so viele Armeen, wie die Differenz der beiden Kampfwerte beträgt und muss sich ebenso viele Städte weit zurück ziehen –die Richtung bestimmt dabei der Sieger.

Alle vier Runden herrscht Winterpause. Hier werden keine herkömmlichen Züge durchgeführt, stattdessen können Generäle wieder eingesetzt und Armeen rekrutiert werden. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls mittels Taktikkarten. Im 9 Runden (=ca. 90 Minuten) dauernden Einführungsspiel, bei dem auf Flandern verzichtet wird, gewinnt der Österreich-Spieler automatisch am Ende, wenn es einem seiner Gegner zuvor nicht gelungen ist, eine bestimmte Anzahl Festungen unter Kontrolle zu bringen.

Die Profi-Variante wird dagegen über 12 Runden (=ca. 4 Stunden) gespielt und verwendet einige zusätzliche Regeln. Hier gewinnt, wer als erster seine zu Beginn erhaltenen Siegmarken ablegen konnte, was durch besonders erfolgreiche Schlachten und die Sonderfälle Kaiserwahl (Karl Albrecht von Bayern gegen Franz von Lothringen), Kurfürstenregel, Kontrolle Italiens und Preußens Annexion Schlesiens möglich ist. Zu den Besonderheiten zählen außerdem verdeckt ersteigerte Ereigniskarten (=politische Aktionen), politische Veränderungen (Friedensschluss zwischen Preußen und Österreich, französische Kriegszielreduktion, Seitenwechsel Sachsens oder Neutralität von Preußen und Sachsen), Zahlungen von Taktikkarten an Verbündete, freie Verhandlungen zwischen den Parteien oder der österreichische General Arenberg, der auch in den Niederlanden ins Spiel kommen kann und dort auch versorgt wird.

Meinung

Nach Friedrich ist nun also Maria an der Reihe. Wird „Louis“ dann der dritte Teil dieser Reihe von Histogame? Zu hoffen wäre es, denn Maria  macht genau dort weiter, wo Friedrich begonnen hatte: Das komplexe Gesamtbild ergibt sich aus dem ungewöhnlichen Mix von territorialen Auseinandersetzungen, reichlich Sonderregeln, klassischem Kartenspiel und politischen Entscheidungen. Die Karten geben vor, in welchen Regionen eine Offensive erfolgversprechend ist, doch wie deutlich der Erfolg schließlich wird, hängt mitunter auch davon ab, wie gut die betroffenen Spieler Bluffen können und wann sie sich für den Rückzug entscheiden. Niederlagen sind nie gut, allzu deutliche sollten aber vermieden werden.

Die Würze liegt jedoch vor allem darin, dass bei Maria ein Krieg zwischen zwei Interessengruppen von drei Spielern ausgetragen wird. Die interessanteste Rolle hat natürlich der Friedrich-Spieler inne, der seine Aktionen ausgewogen durchführen muss, um letztlich keinen anderen Spieler in einen Vorteil zu manövrieren und am Ende selbst die Nase knapp vorne zu haben. Gleichzeitig liegt dort aber auch die größte Herausforderung, denn nicht immer passt die Kartenhand zur geplanten Strategie.

Das größte Manko von Maria liegt in seinen harten Randbedingungen: Voll zur Geltung kommen die diplomatischen und taktischen Finessen nur im Spiel zu dritt –und das auch nur bei der Profiversion. Das Einsteigerspiel taugt nur zum Kennenlernen der Grundregeln, obwohl es zugegebenermaßen deutlich entschlackter wirkt.

Fazit

Wer komplexe historische Auseinandersetzungen mag, kommt an Maria nicht vorbei, so sehr sich da Kaiser Franz auch im Grab umdrehen mag. Die Kombination aus Brett und Karten ist ungewöhnlich, aber gelungen.


2010-10-07, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
05.10.2010
ungew?hnliches Design, aber gut!

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