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Datenblatt image
ID 13634

LIBERT


cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Valley Games [->]
Autor: Martin Wallace
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3-6

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90

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ab 14


Material: hochwertig
f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Die Französische Revolution steht an, in der sich die (weißen) Royalisten den Fraktionen der (roten) Radikalen und (blauen) Gemäßigten gegenüber sehen. Dominanter als die wenigen Kämpfe sind die zahlreichen Wahlen in den 27 Provinzen, die über die Regierungsbildungen entscheiden. Die Spieler unterstützen die einzelnen Fraktionen und werden belohnt, wenn diese die Wahlen gewinnen können.

Regeln

In einer Spielrunde werden reihum so lange Karten ausgespielt und dadurch Kontrollmarker der drei Fraktionen platziert, bis eine Fraktion alle Marker unterbringen konnte. In jeder Provinz darf ein Spieler nur eine einzelne Fraktion unterstützen, zudem gibt es ein strenges Limit von höchstens drei Einflusssteinen je Spieler und Provinz. In der anschließenden Wahl stellt diejenige Fraktion die Regierung, die die meisten Provinzen für sich gewinnen konnte. Der Spieler, der die neue Regierung am stärksten unterstützt hat, erhält folgerichtig dafür auch die meisten Siegpunkte. Stattdessen können (bis zu 4) Karten auch offen in die „persönliche Auslage“ gelegt und später benutzt werden.

Manche der Personen- und alle der „Club“-Karten erlauben alternativ einen eigenen Kontrollmarker auf das Kampffeld zu legen. Wer ab der zweiten Runde dort die meisten Steine besitzt und auch über einen General (Personenkarte) verfügt, führt die gemeinsame Armee erfolgreich und erhält automatisch zusätzliche Siegpunkte. Etwaige Gleichstände können durch das Verwenden von Karten aus der persönlichen Auslage entschieden werden – dies gilt übrigens auch bei den Provinzwahlen. Lässt sich ein Gleichstand im Kampffeld jedoch nicht auflösen, gilt die Schlacht als verloren.

Die meisten Sonderkarten (Auswanderung, Religionsprobleme, Guillotine, politische Säuberung, Terror) ermöglichen Aktionen gegen die Auslagen der Mitspieler, lediglich die Hungersnot entfernt leidlich einen Fraktionsmarker der aktuellen Regierung aus einer beliebigen Provinz.

Im Normalfall endet Liberté nach vier Runden mit dem Sieg des punktbesten Spielers, jedoch gibt es zwei Ausnahmen, die für ein vorzeitiges Ende sorgen können. Eine Möglichkeit ist ein erdrutschartiger Wahlsieg der (roten) Radikalen, der 17+ Stimmen erfordert. In diesem Fall zählen die Spieler nur die von ihnen kontrollierten roten Steine auf dem Brett und auf ihren Karten – alle bisher gesammelten Siegpunkte sind wertlos. Dies trifft auch bei der zweiten Möglichkeit zu, der royalistischen Gegenrevolution. Gelingt es den (weißen) Konservativen, alle sieben mit einer Lilienblüte markierten Provinzen zu kontrollieren, gewinnt (analog dem ersten Fall) der Spieler mit den meisten weißen Punkten. Die erforderliche Anzahl sinkt jedoch mit jeder verlorenen Schlacht.

Meinung

Ein Spiel über die Französische Revolution, in dem Kämpfe gar nicht richtig ausgetragen werden – wie soll das denn gehen? Liberté macht es vor: einfach. Und doch pfiffig, denn es nicht mitnichten damit erledigt, ein paar Marker zu setzen um als General eine Schlacht zu gewinnen. Nein, der Kniff bei Liberté liegt bei der Auflösung der zahlreichen Gleichstände! Denn die Fraktionsmarker sind knapper als zunächst vermutet und daher gefühlt schnell verteilt. Gleichstände treten daher häufig auf, zumal sich in einer Runde nur selten schon frühzeitig abzeichnet, welche Fraktion wohl die neue Regierung stellen wird. Und dann geht es nicht nur um die Schlacht und die Provinzen, sondern auch noch um die Regierungsbeteiligung. Umso wichtiger sind deshalb die Karten, die in die persönliche Auslage gespielt werden.

Doch 20 der 110 Karten sind Sonderkarten, mit denen die Planungen der Mitspieler gezielt torpediert werden können. Sei es, um einem bestimmten Konkurrenten die Möglichkeit zu nehmen eine Wahl entscheiden zu können, oder um einen General zu eliminieren und selbst die Schlacht-Siegpunkte kassieren zu können. Da die Karten unterschiedliche Stärkewerte haben, lassen sich nicht nur Unentschieden mit ihnen in fast allen Fällen auflösen, auch wird die Entscheidung für einen Sonderkarten-Angriff dadurch beeinflusst. Denn wer den besten Wert besitzt, braucht seine Sonderkarten schließlich überhaupt nicht einsetzen – er kann ja ohnehin den gewünschten Konflikt gewinnen. Wer zu früh in einer Runde mehrere solch wertvolle Karten in seine Ablage legt, macht sich deshalb schnell zu einem beliebten Ziel, weshalb vorsichtiger vorgegangen werden sollte. Allerdings auch nicht zu langsam, sonst ist die Runde vorbei bevor die Auslage gefüllt werden konnte.

Die zweite Auflage von Liberté wurde nur in sehr wenigen Punkten verändert, am auffälligsten ist das neue Design. Es ist richtig gut gelungen - und diese Aussage beschränkt sich nicht nur auf das Cover. Auch das eigentliche Spielmaterial ist farblich stimmig dem Thema angepasst und trotz seiner Menge übersichtlich. Ein wenig Vorsicht ist den Spielern trotzdem angeraten, denn in den ersten Partien fehlt noch der Blick für die beiden Sudden-Death-Siegbedingungen. Was natürlich nicht bedeutet, dass nicht auch ein erfahrener Spieler eine gefährliche Situation einmal übersehen könnte.

Fazit

Wer eventuell geglaubt hat, Liberté könnte mit Die Macher vergleichbar sein, weil hier Wahlen gewonnen werden müssen, der liegt völlig falsch. Wer geglaubt hat, in einem Spiel zur Revolution würden primär Kämpfe ausgetragen, ebenso. Stattdessen kämpfen die Spieler mit ihren Taktikkarten um die einzelnen Provinzen und sammeln vornehmlich Punkte durch Wahlsiege. Dieser ungewöhnliche Mix ist ausgesprochen kurzweilig und für jeden Fan von Strategiespielen empfehlenswert. Nicht nur für Franzosen.


2011-09-20, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
20.09.2011
tolles Mehrheiten-Spiel

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