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Datenblatt image
ID 17884

INIS


cover
Jahrgang: 2017

Verlag: Pegasus [->]
Autor: Christian Martinez
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2-4

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45-120

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Als Häuptlinge keltischer Stämme wetteifern die Spieler in Inis darum, Herrscher des neuen Reichs werden. Dazu müssen Gebiete kontrolliert, Konkurrenten vertrieben und Kultstätten besucht werden. Die verfügbaren Aktionen werden jede Runde neu gedraftet und erlauben verschiedene Strategien, wenigstens eine der drei Siegbedingungen zu erfüllen.

Regeln

Jede Runde werden 16 der 17 Aktionskarten unter den Spielern verteilt. Eine davon behält man, den Rest reicht man seinem Nachbarn weiter, sodass man wieder genauso viele wie zu Beginn hat. Nun behält man eine mehr und reicht den Rest wieder weiter, und so weiter.
 
Nach dieser "Versammlung" folgt die "Jahreszeiten"-Phase, in der reihum Aktionskarten ausgespielt werden, bis alle nacheinander gepasst haben. Alternativ darf man sich auch ein Königsanwärterplättchen nehmen, wenn man mindestens eine der drei Siegbedingungen erfüllt. Ohne ein solches Plättchen kann man nämlich nicht gewinnen, egal wie gut man sich positioniert hat! Erschwerend kommt hinzu, dass die Plättchen wieder abgegeben (und somit nächste Runde neu eingefordert) werden müssen, wenn es nur zu einem Patt reicht, d.h. wenn mehrere Spieler dieselbe Anzahl Siegbedingungen erfüllt hat. Diese sind konkret:

  • als Häuptling mind 6 gegn Clans kontrollieren
  • in Gebieten mit 6+ Kultstätten anwesend sein
  • Clans in 6+ Gebieten haben

Es gibt allerdings auch Erleichterungen: Manche Aktionskarten ermöglichen das Erwerben von Heldenkarten, die am Rundenende nicht abgeworfen werden müssen und mit denen sich manchmal Auszeichnungen sammeln lassen. Jede Auszeichnung reduziert die erforderliche Menge der bei den Siegbedingungen genannten Zahlen.
 
Die meisten Aktionen beschäftigen sich jedoch mit herkömmlicheren Tätigkeiten, wie Clanvermehrung (=mehr Figuren), Errichtung von Gebäuden (Siedlungen, Kultstätten) und verschiedenen Bewegungsformen, aber auch mit dem Entdecken neuer Spielplanteile, die an den Rand angepuzzelt werden. Jeder Spielplanteil entspricht einem einzigen, großen Spielfeld mit einer bestimmten Landschaft, die oft spezielle Besonderheiten aufweist. Wer die meisten Figuren in einer Region aufweist, gilt dort als "Häuptling", beziehungsweise als "Brenn" (und somit Startspieler) in der Hauptstadt.
 
Während der einzige Nutzen der Kultstätten in der Siegbedingungsformulierung liegt, werden Siedlungen bei Kämpfen genutzt. Kämpfe finden grundsätzlich immer dann statt, wenn man in ein von Mitspielern bevölkertes Gebiet zieht, können aber jederzeit zwischen den Parteien in friedlichem Einvernehmen eingestellt werden. Wenn es jedoch zu einer Auseinandersetzung kommt, können sich die beteiligten Parteien (beginnend bei den Verteidigern) in vorhandene Siedlungen zurückziehen und dem Kampf ausweichen. Allerdings kann jede Siedlung nur eine einzige Figur beherbergen.

Meinung

Inis spiegelt in vielerlei Hinsicht die keltische Welt wieder: einerseits traumhaft schön und verwunschen, andererseits auch immer wieder überraschend feucht. Dies beginnt bereits beim Material, das mit riesigen Puzzleteilen aus Pappe aufwartet, die sich ausgezeichnet zusammenfügen. Für die zwölf Figuren pro Spieler wurden vier verschiedene Gußformen verwendet -nicht etwa weil es sich dabei um verschiedene Waffengattungen oder Charaktertypen handeln würde, sondern einfach nur so. Weil es schöner aussieht. Dumm nur, dass die Figuren nicht immer in die Siedlungen passen und umkippen. Entweder sind die Füße zu groß geraten, oder die Siedlungen zu klein. Weitere Schönheitsfehler finden sich punktuell, sind aber nicht weiter dramatisch. So steht auf einem Plättchen explizit "Wiesen", auf der korrespondierenden Vorteilskarte jedoch "Weideland". Lediglich ein Vergleich der Grafiken verrät, dass hier dasselbe gemeint ist.
 
Apropos Grafiken: Viele Spieler schwärmen von den Illustrationen, insbesondere der Karten. Das Cover der Schachtel wirkt da ganz anders: abgrundtief hässlich und abstoßend. Inis ist somit ein Spiel, dem man seine innere Schönheit definitiv nicht auf den ersten Blick ansieht. Und da steckt einiges drin, denn die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten erlauben viele unterschiedliche Strategien. Grundsätzlich ist natürlich gut beraten, wer frühzeitig seine Personaldecke aufrüstet und schlagkräftigere Gruppen aufstellen kann. Selbst wenn man sie nicht sofort benutzen kann oder will, schrecken sie doch die Mitspieler erstmal ab. 
 
Ansonsten fährt man am besten, wenn man sich breitflächig aufstellt und alle drei Siegoptionen im Blick behält. Erstens kann man dann nämlich flexibel auf die gedrafteten Karten reagieren, und zweitens kommt es relativ häufig vor, dass mehrere Parteien gleichzeitig eine Bedingung erfüllen. Da ist es dann von großem Vorteil, gleich zwei Ziele erreicht zu haben. An dieser Stelle kommt allerdings noch eine weitere Komponente ins Spiel: die Aufmerksamkeit der Mitspieler. Da jeder genau sehen kann, wer bereits viele Felder bevölkert oder Kultstätten besucht, lässt sich auch wunderbar gezielt gegen die Konkurrenz vorgehen. Dadurch verlängert sich die Spieldauer praktisch beliebig. So kam es beispielsweise bei einer Partie mit vier zügig agierenden, erfahrenen Vielspielern erst nach 2 Stunden zum Ende -und das auch nur durch freiwilligen Abbruch, als es zweien erstmals gelang, je eine Bedingung zu erfüllen. Also nichts von wegen "45-90" Minuten (Verlagsangabe auf Schachtel). Wir haben die entsprechenden Angaben in unserer Datenbank entsprechend angepasst.
 
Um die Spieldauer zu verkürzen (sofern man denn kann) und die eigenen Aussichten zu erhöhen, empfiehlt es sich, schnellstmöglich und mit größter Priorität Auszeichnungen zu sammeln. Dafür werden Heldenkarten benötigt, die aber nur manchmal solche Auszeichnungen generieren können. Wann immer eine entsprechende Aktionskarte kommt, lohnt es sich zu prüfen, ob diese nicht genutzt werden kann.

Fazit

Inis spaltet die Spieler: Manche finden es klasse, andere halten es für nicht ganz ausgereift. Sicher ist jedoch, dass in der großen Schachtel viel mit Liebe zum Detail gestaltetes Material steckt, und dass die Mechanismen spannende Partien ermöglichen. Trotz Abzügen in der B-Note (Passformen, Spieldauer) ist Inis eine sehr reizvolle Neuheit, die sich auszuprobieren lohnt.


2017-05-29, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
08.05.2017
interessantes Strategiespiel mit Stärken und Schwächen
7nele2505
31.05.2019
Es macht Spaß, und wer gewinnt, bleibt bis kurz vor Schluss offen, weil alles sich so schnell drehen kann. Das Artwork passt nicht immer zusammen.

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