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ID 11053

IM WALD DA SIND DIE RäUBER


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Jahrgang: 2008

Verlag: Krimsus Krimskramskiste [->]
Autor: Mark Sienholz
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2-4

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60

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ab 10


f5
Bewertung angespielt: 6.0 von 10
punkte

Score gesamt: 61.1% von 100
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Rezension

Ziel

Die Spieler führen ihre Räuberbanden durch einen Wald, der sich mit dem Legen der Wegeplättchen immer weiter vergrößert. Dort überfallen sie die angesiedelten Bauernhöfe, Gasthäuser und Jagdschlösser, bringen die Beute in ihr Räuberlager und bekommen in 3 Wertungen dafür Siegpunkte. Doch sowohl die anderen Spieler als auch der stetig umherwandernde Gardist können einem dabei kräftig dazwischenfunken.

Regeln

Du brauchst nicht länger nachdenken: ja, den Titel des Spiels kennst du! Im Wald da sind die Räuber ist ein altes deutsches Volkslied. Und jetzt auch ein Familienspiel.

Der genannte Wald im Laufe des Spiels wird aus sechseckigen Wegeplättchen (also Hexagone und nicht wie in der Spielanleitung behauptet, aus Hexaedern, also „Sechsflächner“, z.B. sechsseitige Würfel!) aufgebaut. Außerdem gibt es 66 unterschiedliche Papp-Marker und Chips (Räubermarker und Beutechips). Das weitere Spielmaterial besteht aus 12 Räuberfiguren (runde Holzklötzchen), 4 Wertungsräubern und 1 Gardisten (Holzpöppel), einem vierseitigen Würfel (Tetraeder!), einem Leinensack, einem Spielbrett (für den Wertungsstand) und Spielanleitungen in Deutsch und Englisch.

Die Spieler bekommen zwei oder drei Räuberfiguren, vier bis sechs Räubermarker, das Räuberlagerplättchen und drei bis sechs Wegplättchen. Die restlichen Wegplättchen werden in drei Stapeln á 12 Plättchen auf die entsprechenden Felder auf dem Spielbrett gelegt. Bleiben noch die 40 Beutechips, die in das mitgelieferte Leinensäckchen kommen.

Die drei Startplättchen werden in die Mitte des Spieltisches gelegt und dann entsteht der „Startwald“, indem die Spieler reihum eines ihrer Wegplättchen oder ihr Räuberlager anlegen. Jetzt und später gilt, dass die Wegplättchen so angelegt werden müssen, dass sie zu allen anderen ausgelegten Plättchen passen: also Weg an Weg und Wald an Wald. Enthält das Wegplättchen ein Gebäude kommt gegebenenfalls noch Beute ins Spiel. Wird ein Gasthaus gelegt, wird ein Beutechip verdeckt aus dem Leinensack gezogen und offen auf das Wegeplättchen gelegt. Bei einem Jagdschloss sind es sogar zwei Beutechips. Bei einem Bauernhof darf der Spieler entscheiden, ob er einen oder keinen Beutechip legt.

Der Spieler der am „dransten“ ist, zieht das oberste Wegplättchen vom aktuellen Stapel und legt es entsprechend der oben genannten Regeln an. Irgendwann (und schneller als den meisten lieb ist) kommt dann auch der Gardist ins Spiel. Der Gardist ist als Vertreter der Obrigkeit ein natürlicher Feind der Räuber. Er streift durch den Wald und behindert die Räuber bei ihrer Tätigkeit, indem er sie in aus dem Wald (zurück ins Räuberlager) vertreiben kann, was gleichzeitig den Verlust eventuell getragener Beute bedeutet. Zudem erschwert er die Fortbewegung der Räuber im Wald dadurch, dass eventuell mehr Aktionspunkte für die Bewegung benötigt werden, und auf dem Feld, auf dem er steht, kein Räuber stehen darf.

Das Spiel teilt sich in drei Runden. In der ersten Runde hat der Spieler am Zug vier Aktionspunkte zur Verfügung. Das wird dann je Runde einer mehr. Um Räuberfiguren zu bewegen oder Beute aufzunehmen werden Aktionspunkte benötigt. Die Räubermarker (Krafttrunk und Spitzbube) erlauben zusätzliche Aktionen.

Eine Räuberfigur kann immer nur eine Beute tragen und die Beute ist erst im Räuberlager sicher. Vorher haben der Gardist oder auch ein Gegenspieler noch Zugriff, was das Räuberleben etwas erschwert. Eine besondere Beute ist das Mädchen, das nicht ins Räuberlager, sondern zum Brombeerstrauch auf den Startplättchen gebracht werden muss, was drei Siegpunkte bringt. Das Mädchen bleibt aber im Spiel, sodass immer wieder drei Punkte zu holen sind.

Immer wenn ein Stapel Wegplättchen verbraucht ist, endet eine Runde und die Spieler erhalten aufgrund der Beute, die in ihrem Räuberlager in Sicherheit gebracht wurde, Punkte. Es gilt, je mehr Beute von einer Sorte, desto besser die Wertung und die Beute bleibt erhalten und wird auch in den folgenden Runden wieder gewertet.

Das Spiel endet mit der dritten Wertung, die noch einige Sonderwertungen bereithält und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Meine Idee, dass die Verlierer dem Sieger das oben genannte Lied (dessen Text dankenswerterweise mitgeliefert wird) vorsingen müssen, wurde von meinen Mitspielern leider (oder zum Glück) abgelehnt.

Meinung

Im Wald da sind die Räuber muss sich vom Spielmechanismus zwangsläufig mit Giganten vergleichen lassen. Bereits unter den Preisträgern beim Spiel des Jahres finden sich mit Carcassonne und Drunter & Drüber zwei Spiele, die die Messlatte recht hoch setzen. Aber mit diesen Vergleichen wird einem guten Spiel Unrecht getan.

Im Wald da sind die Räuber hat eine hervorragende Spielanleitung, die insbesondere durch die illustrierten Beispiele keine Frage offen lässt. Das Spielmaterial genügt ebenfalls höchsten Ansprüchen. Holzfiguren und stabile Plättchen bzw. Marker sprechen für sich und sind (leider) nicht immer Standard.

Da der Spielablauf nicht sonderlich kompliziert ist, spielt sich das Spiel sehr flüssig und hat bei drei oder vier Spielern auch hinreichend Interaktion, sodass Spielspaß für alle gegeben ist. Die Faktoren Glück und Strategie halten sich in etwa die Waage.

Jedes Spiel läuft anders, denn der Wald entsteht bei jedem Spiel neu und stellt unterschiedliche Herausforderungen. Dennoch bleibt die Spielfläche mit 55 Plättchen immer überschaubar (was man bei Carcassonne mit zig Erweiterungen wohl eher nicht behaupten kann!).

Fazit

Im Wald da sind die Räuber ist mit drei oder vier Spielern ein schönes Familienspiel. Auch jüngere Spieler können gut mitspielen, denn die vorhandenen strategischen Elemente sollten auch Zehnjährige nicht überfordern. Das Spiel dauert etwa 60 Minuten, was für jüngere Spieler gerade noch im Rahmen der Aufmerksamkeitsspanne liegt.

Im Wald da sind die Räuber ist mit zwei Spielern (trotz einiger Sonderregeln) meines Erachtens nicht empfehlenswert, denn es entwickeln sich mehr oder weniger zwei Solospiele. Wenn die Spieler es nicht extrem auf Konfrontation anlegen, spielt jeder in seinem Teil des Waldes und das Spiel wird zu einem nahezu 100%igen Glücksspiel. Das schmälert zwar den Gesamteindruck etwas, aber dennoch halte ich Im Wald da sind die Räuber für ein gutes Familienspiel, das durchaus öfters gespielt werden kann.


2012-10-27, Andreas Horn (ahoernchen)



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Bewertungen
7.5donvanone
08.12.2009
7.5ahoernchen
20.05.2012
Zu dritt oder zu viert ein schönes Familienspiel, das viel Spaß machen kann. Zu zweit deutlich schwächer (max. 4)
3UliWolter
25.05.2014

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