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Datenblatt image
ID 15456

HELVETIA CUP


cover
Jahrgang: 2012

Verlag: HELVETIA Games Sarl [->]
Autor: Frank Crittin, Grégoire Largey
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2-2

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45

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ab 6


f5
Bewertung angespielt: 6.0 von 10
punkte

Score gesamt: 56.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Helvetia Cup ist eine Fussball-Simulation für zwei (Partie) oder mehr (Turnier) Spieler, die im Fantasie-Land Helvetia angesiedelt ist. Helvetia ist von mindestens ebenso merkwürdigen Gestalten bevölkert, wie das Land der Eidgenossen, das als naheliegende Vorlage dient. Entsprechend treffen hier (im Grundspiel) auch Mannschaften aus Zürich (Zyon) und Basel (Basela) aufeinander.

Regeln

Auf dem in Sechseckfelder unterteilten Feld wechseln sich Bewegungs- (1 Feld, Angreifer zuerst) und Aktionsphasen (z.B. Schuss, Passversuch oder Tackling, Verteidiger zuerst) ab. Bei jeder Aktion muss eine Geschicklichkeitsprobe bestanden werden -die einzelnen Spieler haben dabei unterschiedliche. Liegt das Ergebnis eines zwanzigseitigen Würfels nicht höher als der Wert des Spielers, ist die Aktion gelungen. Durch Einsatz von Boosts können zusätzliche Sprints eingelegt werden. Eine Aktionsphase kann aber auch aus mehreren Pässen bestehen und endet erst mit der nächsten Bewegung.

Bei einem Schuss aufs gegnerische Tor spielen zusätzlich zu den Fähigkeiten auch Entfernung und Zufall eine Rolle. Das Tor ist nämlich in sechs Bereiche unterteilt, von denen sich der Stürmer eines geheim aussuchen muss. Der Torwart darf umso mehr (zusammenhängende) Bereiche wählen, je weiter der Ball von ihm entfernt ist. Nur wenn die Probe gelingt (wobei es je nach Torbereich auch noch Abzüge zu berücksichtigen gibt) und der Torwart daneben greift, klingelt es im Kasten. Doch egal ob Erfolg oder nicht, mit jeder Bewegungsphase verrinnt auch Zeit. Gibt es nach 90 Minuten keinen Sieger, wird dieser im Elfemeterschiessen bestimmt. Es gibt übrigens auch eine Abseitsregel, auf die der jeweilige Verteidiger allerdings selbst achten muss.

Neben diesen Familienregeln gibt es auch eine Profivariante, bei der noch mehr Aktionen zur Verfügung stehen. Kurzpässe sind wie Uncle Bens Reis: Sie gelingen immer. Lange Pässe, Schüsse, Direktabnahmen und Kopfbälle müssen wie gehabt ausgewürfelt werden, gleiches gilt für Ball abnehmen, Tackling (Ist eigentlich das gleiche -nur einfacher, riskiert jedoch Karten und Verletzungen.), stören (erhöht Abzug beim Angreifer) und Befreiungsschlag (nur möglich wenn das Zielfeld eines Passes von Spielern beider Seiten besetzt ist). Bei einem missglückten Pass landet der Ball ein bis zwei Felder neben dem eigentlichen Ziel. Wird sogar ein ganzes Turnier gespielt, können weitere Aktionskarten eingesetzt werden.

Meinung

Wie schwierig es ist, eine dynamische, nicht zu zufällige und dennoch spannende Fussball-Simulation zu konstruieren, haben bereits zahlreiche missglückte Versuche anderer Verlage gezeigt. Daher gilt als bislang bester Vertreter dieser Kategorie auch ein Spiel, bei dem nur Karten gelegt und auch jegliche Taktik mittels Figuren verzichtet wird: Millionen von Schwalben. Bezeichnenderweise stammt dieses ebenso von einem Schweizer Verlag -und dabei haben die Schweizer doch das Fußballspiel gar nicht erfunden, oder? Spätestens nach einer Partie Helvetia Cup stellt sich diese Frage jedoch, denn als Simulation mit fünf Feldspielern je Seite setzt dieses Spiel neue Maßstäbe. Dabei haben sich die Autoren bei zahlreichen Gelegenheiten Anregungen vom Miniaturengemetzel Bloodbowl geholt. Nur auf den blutigen Teil wurde hier verzichtet.

Das Material hinterlässt dagegen einen zwiespältigen Eindruck. Detaillierte, bemalte Miniaturen und ein großformatiges Poster der virtuellen Helvetia-Landschaft stehen auf der Haben-Seite, die Qualität der Pappteile lässt jedoch zu wünschen übrig. Sie wirken ebenso wie der Hochglanz-Karton eher billig, was bei häufigem Gebrauch durchaus stört. Auch beim Design wurde nicht zu Ende gedacht: Die einzelnen Felder sind auf dem Spielplan teilweise nur zu erahnen, da auf Ränder weitestgehend verzichtet wurde. Die eigenwillige Anleitung ist nicht nur in Schweizer Deutsch gehalten (was beim Fachjargon gewöhnungsbedürftig ist), sie verwendet allen Ernstes „GoTo“-Verweise, wie der Steinzeit-Programmierer sie noch von Basic kennt. Ganz fehlerfrei ist sie auch nicht, z.B. bei der Abstandsmessung zum Torhüter. Mit „Flanke“ ist übrigens nicht „flanken“ gemeint, sondern die Seitenlinie.

Fazit

Zyonistische Cyberpunk-Narren spielen gegen Kampfechsen aus Basel(a) -die Fantasy-Welt von Helvetia macht es leider schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Ob dies durch künftige Erweiterungen in Form zusätzlicher Teams besser wird, darf bezweifelt werden. Unstrittig ist dagegen, dass die Fussball-Simulation an sich hervorragend gelungen ist. Und auch die Figuren sind prima. Wer sich mit der eigenwilligen Optik anfreunden kann, sollte dieses außergewöhnliche Fußball-Spiel deshalb nicht verpassen.


2013-05-09, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
6cp
29.04.2013
schweizer Fussball-Variante. ausbaufähig.

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