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Datenblatt image
ID 18641

ERA: DAS MITTELALTER


cover
andere Namen: Era: Medieval Age
Jahrgang: 2019

Verlag: eggertspiele [->]
Pegasus [->]
Autor: Matt Leacock
Grafik: Chris Quilliams

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1-4

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45-60

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ab 8


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
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Rezension

Ziel

Dass Ernteerträge im Mittelalter schwer planbar waren und immer wieder Katastrophen die Bevölkerung heimsuchten, erfahren die Spieler mal wieder in Era, bei dem die verwendbaren Ressourcen erwürfelt werden müssen. Was im ersten Moment fast wie Im Wandel der Zeiten Das Würfelspiel klingt, weisst auch bei näherer Betrachtung erstaunliche Parallelen auf...

Regeln

Das Grundprinzip des Erwürfeln von Ressourcen wurde praktisch vom erwähnten Im Wandel der Zeiten Das Würfelspiel Die Bronzezeit übernommen: Nach maximal drei mal werfen zeigen die Würfel verschiedene Symbole, die anschließend der Reihe nach ausgewertet werden. Stein, Holz, Nahrung und Kultur werden auf Steckleisten der Spielbretter festgehalten und u.a. zum Bau von Gebäuden verwendet, wodurch teilweise weitere Würfel gewonnen werden können. Die Anzahl der Würfel bestimmt jedoch auch den Nahrungsbedarf, und Hungersnöte erhöhen den Desaster-Level. Weitere Desaster-Punkte werden durch das Erwürfeln von Totenkopf-Symbolen verteilt. Je nach Anzahl Köpfe können aber auch Bestandsgebäude einem Brand zum Opfer fallen oder gar alle Handelswaren verloren gehen. Bei 3 oder 5 Symbolen sind dagegen ausschließlich die Mitspieler vom jeweiligen Desaster betroffen. Weitere Interaktion entsteht durch die Symbole Schwerter und Schilde. Erstere dienen dem Konflikt mit den beiden Nachbarspielern, denen am Rundenende Rohstoffe gestohlen werden dürfen, falls diese schlechter bewaffnet sind und sich auch nicht mit letzteren verteidigen können.

Neue Gebäude werden auf beliebigen, freien Plätzen der 14x14 Felder großen Steckbretter platziert. Zum Bau sind nicht nur die jeweiligen Ressourcen erforderlich, es müssen auch Hammer-Symbole gewürfelt worden sein. Alle 13 verschiedenen Gebäudetypen bieten spezielle Vorteile und benötigen unterschiedlich viel Platz. Kirchen, Türme, Bauern- und Bürgerhäuser sorgen für Zusatzwürfel, Bauernhöfe für Zusatznahrung, Mauern und Hospitäler schützen vor Desastern, Märkte, Zunfthäuser, Universitäten und Kathedralen liefern am Ende weitere Siegpunkte. Sobald 3 bzw. 5 Gebäudetypen nicht mehr verfügbar sind, endet die Partie mit einer großen Abschlusswertung, bei der alle Gebäude Punkte liefern.

Meinung

Matt Leacock hat es wieder getan: Er lässt mit Würfeln Zivilisationen entstehen. Vermutlich weil er weiß, dass er kein Gott ist, denn Gott würfelt schließlich nicht. Matt Leagott hat aber auch dazugelernt und keinen so sperrigen Titel wie "Im Wandel der Zeiten Das Würfelspiel Die Bronzezeit" mehr verwendet. (Vielleicht wollte er dies aber, nur die Redaktion hat diesmal aufgepasst? Wer weiss...)  "Era" klingt jedenfalls gleich ganz anders. Liest sich aber auch so -und das, obwohl TOD weiterhin in der Scheibenwelt ansässig ist. Vielleicht sollen die Großbuchstaben aber auch nur eine Anspielung auf die Pest sein? Wer weiss...

Das Material von Era ist jedenfalls eher modern: viel, viel Plastik. Gelbe Plastikplatten, bei denen in der Mitte Stabilisatoren vergessen wurden, sodass sie sich bei jeder Berührung nach unten durchbiegen. Gelbe Plastikplatten, deren Aufdrucke (gelbe Schrift auf gelbem Grund) so unsichtbar sind, dass der Verlag nachträglich Aufkleber herstellen und diese außen an die Schachtel kleben musste. Mit diesen Klebern kann man dann die Rohstoff- und Punkteleisten endlich sehen und benutzen. "Schön" ist aber anders. Immerhin gibt es keine Probleme beim Einsetzen der Gebäude, denn die kleinen Stöpsel halten erstaunlich gut, selbst wenn sie teilweise übel verbogen sind (wohingegen die Holzstecker bei IWDZ gerne rausfielen).

Doch auch beim Spielgeschehen sind die Parallelen zur Bronzezeit frappierend: Man würfelt und würfelt und hofft, dass das Ergebnis brauchbar ist. Gerade bei ERA fällt die größere Auswahl an Nutzmöglichkeiten (sprich: Bauwerke und ihre Funktionen, aber auch die interaktiven Optionen) dabei negativ ins Gewicht: Die statistische Streuung der Würfelergebnisse sorgt häufig(er) dafür, dass die gewünschten Ressourcen einfach nicht zur Verfügung stehen wollen. Im schlimmsten Fall drohen wiederholte Hungersnöte und Epidemien, die einen Spieler unaufholbar zurückwerfen können.

Es gibt aber nicht nur Schattenseiten, denn wenn es mal läuft, dann macht der Dorf/Stadt-Aufbau einen Heidenspaß. Die Stadtmauern wachsen zu sehen, eine Bibliothek und eine Kathedrale fertigzustellen und einfach nur die Würfelanzahl wachsen zu lassen, das macht einfach Spaß und entschädigt für viele Stolpersteine, die einem so vor die Füße geworfen werden. Und seien wir mal ehrlich: Wirklich leicht war das Leben im Mittelalter nun mal nicht, auch wenn uns die übrig gebliebenen Fachwerkhäuser etwas anderes suggerieren mögen.

Fazit

Wer sich am hohen Glücksanteil nicht stört und sich gerne mit kleinen Kunststoff-Steckbrettern beschäftigt, hat an Era viel Freude, auch wenn das Material nicht in allen Punkten überzeugen kann.


2020-01-27, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
17.01.2020
da hätte auch ein 9-Punkte-Spiel draus werden könnte, wenn beim Material nicht derart gepatzt worden wäre

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