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ID 17578

DYNASTIES


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Hans im Glück [->]
Autor: Matthias Cramer
Grafik: Claus Stephan

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3-5

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90

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

In Dynasties verkörpern drei bis fünf Spieler ambitionierte Fürstenhäuser, die durch diplomatisches Geschick und Handel ihren Einfluss in Europa vergrößern wollen. Mittels einer Heirat erhalten die Protagonisten eine Mitgift, die im Verhältnis 2:1 zwischen den Brautleuten aufgeteilt wird. Der Handel verläuft über drei Schiffe und findet zumeist in der Relation 3:2 statt. Wer agiert am geschicktesten und schneidet sich das größte Stück vom Kuchen ab?

Regeln

Zunächst wird der Spielplan in die Mitte platziert und mit allen benötigten Utensilien (Waren, Persönlichkeiten, Wertungs- und Aktionskarten, sonstige Plättchen) bestückt. Jeder Spieler erhält 18 Familienmitglieder seiner Farbe, von denen eine Figur auf die Zählleiste gestellt wird. Weiterhin erhalten die Akteure eine Ware pro Farbe sowie zwei grüne Wertungskarten, die sein Startkapital darstellen. Last not least bekommen die Spieler eine bestimmte Anzahl von Aktionskarten auf die Hand (spielerzahlabhängig).

Alle Aktionskarten bieten dem Besitzer drei Nutzungsmöglichkeiten, von denen er eine auswählt. Grundsätzlich gibt es fünf Aktionsmöglichkeiten im Spiel:

•    Handel
•    Fürst einsetzen
•    Fürstin einsetzen
•    Persönlichkeit nutzen
•    Sonderaktion ausführen

Um eine Handelsaktion durchzuführen muss die Karte unter anderem ein Handelsschiff zeigen. Dann setzt der Spieler eine Figur auf ein freies Feld von einem der Schiffe. Sobald ein anderer Spieler das zweite Feld dieses Schiffs besetzt, kommt es zur Teilung. Der Spieler auf dem kleineren Feld teilt die fünf Waren nach Belieben auf (3:2 oder 4:1) und bietet dem Spieler auf dem größeren Feld die zwei Warenkörbe an. Dieser Spieler darf sich dann einen Warenkorb aussuchen und nehmen. Den verbliebenen Warenkorb erhält der andere Spieler.

Ähnlich verläuft eine Teilung, wenn es zu einer Heirat kommt. Eine Heirat findet statt, wenn ein Spieler einen Fürsten zu einer bereits eingesetzten fremden Fürstin stellt (und umgekehrt). Voraussetzung für das Platzieren einer Fürstin bzw. eines Fürsten ist die Abgabe entsprechender Waren (weiße bzw. schwarze Warensteine). Unabhängig von einer Heirat erhält der einsetzende Spieler eine Belohnung. Eine weitere Aktionsmöglichkeit ist die Nutzung einer Persönlichkeit, die mit blauen Warensteinen bezahlt werden muss. Anschließend führt der Spieler eine Aktion  bzw. den Bonus aus, welche die Persönlichkeit bewirkt.

Die meisten Sonderaktionen ermöglichen das Einsetzen eines Fürsten / einer Fürstin in eine bestimmte Stadt. Im Gegensatz zur „normalen“ Einsetzfunktion muss der Spieler hier mit gelben Waren bezahlen und ist an einen bestimmten Ort gebunden. Weitere Sonderfunktionen können auch ein Handel oder die Nutzung einer Persönlichkeit sein. Sobald alle Spieler gepasst haben, führen sie noch eine Bonusaktion aus. Dann endet der Durchgang und eine Durchgangswertung findet statt. Für ledige Fürsten und Fürstinnen auf dem Spielplan erhalten die Spieler in den ersten beiden Durchgängen Siegpunkte. Weitere Punkte können die Spieler durch Ausspielen von gelben Wertungskarten erhalten (die über Persönlichkeiten, Mitgift oder Bonusaktionen vergeben werden). Am Ende des dritten Durchgangs findet die Schlusswertung statt, bei der die Mehrheiten in den einzelnen Ländern gewertet werden. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat dann gewonnen.

Meinung

Nach den überragenden Erfolgen von Russian Railroads und Auf den Spuren von Marco Polo war die Meßlatte zum neuen Hans im Glück Spiel extrem hoch angesetzt. Und die Frage aller Fragen war natürlich, ob Dynasties dieser ambitionierten Erwartungshaltung gerecht wird.

Ähnlich wie Marco Polo tendiert auch Dynasties wieder größtenteils in Richtung Vielspieler-Spiel, aber auch erfahrene Gelegenheitsspieler gehören zum Zielklientel dieser Veröffentlichung. Genau dieser Spagat hat sich in den ersten Partien aber auch als Achillesferse entpuppt, denn den lupenreinen Strategiespielern war der Glücksfaktor von Dynasties zu hoch. Eine der siegpunktträchtigsten Aspekte des Spiels ist nämlich der Einsatz von gelben Wertungskarten, und beim Ziehen dieser Karten spielt Fortuna eine große Rolle. Wer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Karten zieht hat einen klaren Vorteil gegenüber Mitspielern, die oftmals unpassende Wertungskarten auf die Hand bekommen. In diesem Zusammenhang sei übrigens angemerkt, dass es bei diversen gelben Wertungskarten leichte Unklarheiten in der Erläuterung auf dem Beiblatt gibt. Gemeint sind nämlich die eigenen Familienmitglieder (Verheiratet) bzw. eigene Fürsten und Fürstinnen auf dem Spielplan. Bei den Karten Fürst / Fürstin hat der Verlag übrigens bereits einen entsprechenden Hinweis in den FAQ zum Spiel veröffentlicht.

Und wo wir schon beim erwähnten Beiblatt sind, wollen wir auch die eigentliche Spielanleitung von Dynasties unter die Lupe nehmen. Diese ist absolut vorbildlich geworden, wie man es vom Hans im Glück Verlag gewohnt ist. Sowohl der Aufbau als auch die Struktur des Regelwerks sind perfekt konzipiert, und auch der Schreibstil und die dazugehörigen Beispiele sind äußerst verständlich verfasst und leicht zugänglich geschrieben. Diesbezüglich muss man Hans im Glück einfach ein allgemeines Riesenkompliment machen, denn ein Lob zu den Spielanleitungen des Verlags ist eigentlich immer gang und gebe. Da sitzen echte Könner im Lektorat, die genau wissen, was sie tun.

Spielerisch ist es natürlich immer von Vorteil, möglichst viele Waren zu besitzen. Insofern sind die Handelsplätze in den Schiffen äußerst begehrt, weil der Handel nun mal die leichteste Möglichkeit ist, um an Warensteine heranzukommen. Sobald ein Spieler über schwarze oder weiße Waren verfügt, lohnt sich prompt das Einsetzen von Fürsten und Fürstinnen. Diese Option ist eigentlich immer überlegenswert und sollte so schnell wie möglich genutzt werden. Ebenfalls beliebt ist die Nutzung von Persönlichkeiten. Vor allem Karl V. ist diesbezüglich heiß begehrt, weil diese Person den Bezug einer gelben Wertungskarte ermöglicht, die wiederum für viele Siegpunkte gut ist. Wie bei den meisten Spielen ist eigentlich alles wichtig. Das A und O des ganzen ist ein gutes Timing. Die richtige Aktion zum richtigen Zeitpunkt ist ein Garant für eine vielversprechende Strategie, und bei gleich starken Spielern geht Dynasties halbwegs eng aus. In diesem Fall entscheiden oftmals Glücksnuancen über Sieg und Niederlage.

Fazit

Kommen wir abschließend zur bereits erwähnten Frage aller Fragen zurück: Kann Dynasties die hoch liegende Meßlatte erreichen, die Russian Railroads und Konsorten gesetzt haben? Die Antwort hierauf lautet: Ja, zum Großteil. Das Spiel macht Spaß, sieht klasse aus und hat Wiederspielreiz. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass Russian Railroads und Co. einen Tick besser sind. Unter dem Strich ist Dynasties aber zweifellos eine bedenkenlose Weiterempfehlung wert, wenn interessierte Vielspieler mit einem gewissen Glücksfaktor leben können.


2016-06-14, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
8heavywolf
11.06.2016

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