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Datenblatt image
ID 17638

AGRICOLA FAMILIENSPIEL


cover
Jahrgang: 2016

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Uwe Rosenberg
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2-4

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45-60

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ab 8


f5
Bewertung angespielt: 7.0 von 10
punkte

Score gesamt: 58.0% von 100
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Rezension

Ziel

Fast zehn Jahre ist es her, dass eines der beliebtesten Kennerspiele das Licht der Welt erblickte: Agricola von Uwe Rosenberg. Wer erinnert sich nicht noch an die langen Schlangen vor dem kleinen Messestand des Lookout Verlags in Essen, die die Mitarbeiter der Nachbarstände nahezu in den Wahnsinn trieben? Oder die unzähligen Erweiterungen und Promokarten, die in schöner Regelmäßigkeit auf den Markt geworfen wurden? Nein, da haben auch wir inzwischen die Übersicht verloren. Aber die braucht man nun auch nicht mehr, denn das neue Agricola Familienspiel kommt ganz ohne Karten aus.

Regeln

Die grundlegende Herausforderung ist natürlich unverändert: Jeder startet mit einem kleinen Bauernhof und 2 Familienmitgliedern, die das Anwesen von Jahr zu Jahr erweitern und dabei auch die Sippen vergrößern. Es werden Äcker und Weiden erworben, Getreide geerntet und Vieh gezüchtet, sowie im späteren Verlauf auch besonders nützliche Anschaffungen erworben, wie z.B. einer Tischlerei oder einer Windmühle, mit denen die Ernährung der Familie noch leichter vonstatten geht.

Mit den Familienmitgliedern werden die auf dem Spielplan verfügbaren Aktionen ausgeführt. Viele dieser Felder dienen nur dazu, bestimmte Ressourcen zu sammeln (z.B. Holz, Getreide oder Schafe), die dann von einem Bauern eingesammelt werden. Einige andere erlauben eine bestimmte Aktion zu den aufgedruckten Kosten durchzuführen, beispielsweise der Erwerb neuer Weiden/Äcker oder Räume. Und dann sind da noch die 11 Anschaffungen: Feuerstelle, Kochstelle und Lehmofen sind jeweils 2x vorhanden, dienen allerdings auch ausschließlich der Nahrungsmittelproduktion. Korbflechterei, Töpferei, Tischlerei, Windmühle und Lager sorgen außerdem dafür, dass bestimmte Rest-Ressourcen am Ende noch zusätzliche Punkte wert sind. Dieses Ende tritt automatisch nach 14 Runden ein, Punkte gibt es für Personen, Hoferweiterungen, Getreide, Tiere, Ställe und Anschaffungen.

Meinung

Durch den Verzicht auf die zahlreichen Spielkarten mit ihren vielen Anschaffungen und beruflichen Spezialisierungen wurde ein Spielplan notwendig, der sich wie aus so vielen Workerplacement-Spielen bekannt benutzen lässt. Der Einstieg wird aber vor allem durch die erheblich reduzierte Komplexität deutlich erleichtert. Dass dafür nun niemand mehr ein eigenes Tableau besitzt, sondern neue Plättchen frei bei sich anlegen kann, sorgt für etwas mehr Variabilität -und gaukelt gleichzeitig taktische Möglichkeiten vor, die es an dieser Stelle gar nicht gibt. Denn wo ein neuer Acker angelegt wird, ist prinzipiell egal. Man sollte nur darauf achten, das Wohnhaus nicht komplett durch Felder zu umschließen.

Weitaus mehr taktische Überlegungen entstehen durch die Tatsache, dass jedes Aktionsfeld pro Runde nur 1x benutzt werden kann und es deshalb häufig heißt "Wer zuerst kommt..."-. Etwas verwirrend ist dabei die Tatsache, dass neben dem durchnummerierten Pfad des Rundenmarkers auch die direkt zugeordneten Aktionsfelder durchnummeriert sind. Was läge also näher, als einen Aktivierungsmechanismus à la Caylus zu vermuten, der ein Feld erst nutzbar macht, sobald die Figur es erreicht hat? Dem ist hier offenbar nicht so. Es gibt allerdings auch keine Variante oder irgendeinen Hinweis darauf, ob diese Zahlen irgendwann noch mal einen Sinn haben werden, zum Beispiel bei einer geplanten Erweiterung.

Davon abgesehen fühlt sich das Agricola Familienspiel weitestgehend unverändert an. Die mühselige Anfangsphase (besser gelöst in Stone Age) weicht zügig einem kleinen Wettlauf um die passenden Gebäude, bevor gegen Ende noch schnell eine individuelle Siegpunktoptimierung stattfindet. Vor Geheimnissen braucht sich niemand dabei fürchten, da es weder verdeckte Handkarten noch geheime Aufträge gibt.

Fazit

Jetzt darf auch die Familie mitarbeiten mitspielen! Der spröde Charme des Originals bleibt weitestgehend erhalten, lediglich die komplizierten Verknüpfungen zwischen den sehr unterschiedlichen Karten, die Agricola einst so interessant und abwechslungsreich gestaltet haben, sind verschwunden. Entsprechend ist auch die Zielgruppe hier eine völlig andere. Ambitionierte Agrarökonomen, die Agricola aufgrund seiner vielschichtigen Entwicklungsmöglichkeiten liebten, werden sich beim Familienspiel schnell langweilen. Wer sich damit dagegen überfordert gefühlt hat oder es als zu viel Arbeit empfand, aus den vielen Kartentexten die besten Effektkombinationen heraus zu lesen, der sollte dieser reduzierten Version hier eine Chance geben.


2016-09-15, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
7cp
14.09.2016
kommt in Familien gut an, stellt für erfahrene Agricola-Spieler aber natürlich keine Herausforderung mehr dar

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