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Datenblatt image
ID 14214

1830


cover
Jahrgang: 2011

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Francis Tresham
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2-6

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180-360

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ab 12


Material: hochwertig
Komplexität: hoch
Kommunikation: gering
Interaktion: hoch
Einfluss: sehr hochf5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

1830 gilt als das klassische Eisenbahnspiel der 18XX-Reihe, das nun bei Lookout Games eine Neuauflage erfährt. Es spielt im Nordosten Nordamerikas, dem Gebiet von den Großen Seen bis Washington. Die Spieler erwerben Aktien von 12 verschiedenen Eisenbahngesellschaften und steuern als Mehrheitseigner die Geschicke der Bahnlinien durch die Erweiterung der Schienennetze, Investitionen in neue Lokomotiven sowie Entscheidungen über Dividendenausschüttungen.

Regeln

Wie bei sämtlichen Spielen aus der 18xx-Reihe wechseln sich sogenannte Aktien- und Betriebsrunden ab. In den Aktienrunden können die Spieler Anteilsscheine der Gesellschaften kaufen und verkaufen, bis alle Spieler hintereinander passen. Das Geld fließt direkt in die Gesellschaften, die damit in den Betriebsrunden neue Gleise legen, Bahnhöfe anschließen, Lokomotiven kaufen und schließlich Umsätze erwirtschaften, die entweder an die Anteilseigner ausgeschüttet werden um den Aktienkurs zu steigern, oder einbehalten werden weil Kapital benötigt wird. Das Spiel endet stets mit dem Bankrott der Bank (wenn sämtliche Geldscheine unter die Spieler gebracht wurden).

Bei 1830 werden zu Spielbeginn zunächst eine handvoll sogenannte „Privatgesellschaften“ unter den Spieler versteigert, die in den folgenden Runden für ein konstantes Einkommen sorgen und den Zeitraum überbrücken, bis die ersten großen Gesellschaften profitabel arbeiten und ihren Aktionären Dividenden zahlen können. Zusätzlich bieten sie spezielle Vorteile, wie beispielsweise günstigere Erschließungskosten oder zusätzliche Aktien (bei Start der entsprechenden Linie). Die privaten Unternehmen werden automatisch aufgelöst, sobald eine bestimmte Technologiestufe erreicht wurde.

Doch bevor eine neue Gesellschaft ihren Betrieb aufnehmen kann, müssen 60% der Unternehmensanteile verkauft sein. Den Startkurs ($67, $71, $76, $82, $90 oder $100) bestimmt der erste Käufer, der automatisch zum Direktor befördert wird und den Besitzbogen der Linie erhält. Auf diesen Tableaus wird das Vermögen der Gesellschaften verwaltet und ihre aktuellen Lokomotiven sowie die noch verfügbaren Bahnhofsmarker aufbewahrt. In den „Betriebsrunden“ können die Loks so viel Geld erwirtschaften, wie an den angefahrenen (und direkt benachbarten!) Bahnhöfen angegeben ist. Begrenzt wird die Streckenlänge durch die Anzahl Bahnhöfe, die durch die auf den Lokomotiven-Plättchen angegebene Ziffer limitiert ist. Eine Ausnahme stellen die gegen Spielende verfügbaren Dieselloks („D“) dar, für die es keine Einschränkungen gibt. Außerdem muss eine Strecke mindestens einen eigenen Bahnhof passieren –der Startbahnhof ist jedoch auf der Karte bereits eingezeichnet (und damit fest vorgegeben). Werden später zusätzliche Bahnhofsmarker platziert, blockieren diese eventuell mögliche Strecken für andere Linien.

Gegenüber vorherigen Auflagen von 1830 gibt es mit der Lookout-Ausgabe eine vereinfachte Einstiegsregel, bei der auf sämtliche Aktienoperationen komplett verzichtet wird, sowie im Anhang zahlreiche Varianten und sechs zusätzliche Szenarien mit teilweise neuen Plättchen und weiteren Privatgesellschaften.

Meinung

Machen wir uns nichts vor: Das Einstiegsspiel taugt nix, denn 1830 lebt von den spannenden Abhängigkeiten zwischen Schienenbetrieb und Aktienmarkt. Deshalb empfiehlt es sich, stattdessen zunächst eine Probepartie zu beginnen und nach etwa einer Stunde abzubrechen –nachdem alle Spieler verstanden haben, wie sich einzelne Aktionen auf den Erfolg der Linien im Allgemeinen und ihr privates Kapital im Speziellen auswirken. In der folgenden Erstpartie sollte von einer Spielzeit von ungefähr sechs Stunden ausgegangen werden, wohingegen erfahrene Veteranen üblicherweise um die vier Stunden benötigen. Zur Buchhaltung sind Papier und Stift jedoch dringend anzuraten, um überflüssige Mehrfachberechnungen von Streckenerträgen gegen Spielende zu vermeiden und auf das lästige Geldwechseln verzichten zu können. Denn auf dem Papier lässt sich leichter berechnen, wann der Bank das Geld ausgeht.

Um bei 1830 erfolgreich zu sein, ist es unverzichtbar die Marktmechanismen zu beherrschen. Dazu muss im Hinterkopf behalten werden, dass praktisch keine einzige Linie durch einen einzigen Spieler finanziell betriebsbereit gemacht werden kann. Es sind stets mehrere Investoren nötig, die entsprechend auch glauben müssen, dass ihre Investition lohnt und die jeweilige Gesellschaft erfolgreich sein wird. Abgesehen davon gibt es ein Aktienlimit (sowohl global als auch pro Gesellschaft), das die „totale Kontrolle“ durch einen Einzelspieler verhindert. Jedenfalls theoretisch. In der Praxis ist es jedoch so, dass eine Gesellschaft mit extrem hohem Aktienkurs niemals Aktionäre verlieren wird, da die Kursgewinne im oberen Segment am Ende meist spielentscheidend sind. Um dorthin zu gelangen, muss der Linie jedoch während des Spiels frisches Kapital zugeführt werden. Dies geschieht beispielsweise, indem eine zweite, vom Direktor kontrollierte Gesellschaft, eine veraltete Lokomotive für ihr gesamtes Bargeld abkauft. Idealerweise ist der Direktor in der folgenden Aktienrunde vor seinen Mitaktionären am Zug und kann seine Anteile abstoßen. Wodurch nicht nur der Kurs in den Keller fällt, sondern auch der Vorsitz wechseln kann. Wer hier nicht aufpasst, wird schneller Inhaber einer bankrotten Gesellschaft und wertloser Aktienscheine.

Das Kapital einer Gesellschaft wird aber auch durch den initialen Börsenkurs festgelegt. Ein hoher Kurs schreckt Mitspieler häufig ab, die sich die Investition nicht leisten können oder wollen. Niedrige Kurse sind dagegen keine gute Ausgangsbasis für eine finanziell gesicherte Zukunft. Manchmal ist es auch besser, sich einfach an einen Mitspieler anzuhängen, um seine Gesellschaft betriebsbereit zu bekommen und daran mitzuverdienen. Und wer sich mit all diesen Tricks und Taktiken auskennt, kann nun in der Lookout-Ausgabe auch noch zusätzliche Varianten und Szenarien ausprobieren –genial. Während es sich bei den Varianten nur um kleine Regelabweichungen handelt, die in den vergangenen Jahrzehnten als Hausregeln hier oder da mal erfunden wurden, sind die sechs Szenarien eher mit kleinen Erweiterungen zu vergleichen. Als wenn 1830 an sich schnell langweilig werden würde…

Fazit

Lookouts 1830 ist der neue Standard für 18XX-Spiele. Nicht nur für Einsteiger, die mit 1830 an sich am besten bedient sind, sondern auch für erfahrene Eisenbahner, die mit den neuen Szenarien gleich sechs neue Spielwiesen zum Bebauen in die Hand bekommen. Neulinge seien vor der langen Spieldauer gewarnt, Besitzer älterer Ausgaben sollten darüber nachdenken, ob sie ihre Version nicht gegen die neue austauschen möchten.


2011-12-05, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
05.12.2011
Schlichtweg DER Klassiker der 18XX Serie

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