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Datenblatt image
ID 16108

ARTIFACT


cover
Jahrgang: 2013

Verlag: White Goblin Games [->]
Autor: Jeffrey D. Allers, Bernd Eisenstein
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3-5

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60

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ab 12


f5
Bewertung angespielt: 7.5 von 10
punkte

Score gesamt: 59.0% von 100
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Rezension

Ziel

In Artifact schlüpfen die Spieler in die Rolle von Archäologen auf der Suche nach alten Artefakten. Die Fundstücke werden zurück in die Museen gebracht, um dort ausgestellt zu werden. Doch die Grabungen sind teuer, daher sollten die Aktionen möglichst optimal aufeinander abgestimmt werden.

Regeln

Nachdem der Spielplan in die Tischmitte gelegt wurde, werden die Fundstückkarten gemischt und nach Fundorten farblich sortiert. Nun wird der Spielplan mit den übrigen Materialien (Ausstellungsplättchen, Aktionssteine) komplettiert und jeder Spieler erhält ein Spielertableau, zehn Hütten und ein Passen-Plättchen. Beginnend mit dem Startspieler stellt jeder eine Hütte auf einen Ausgrabungsort und nimmt sich einen entsprechenden Aktionsstein. Anschließend wird eine zweite Hütte platziert. Jetzt nimmt sich jeder Spieler vier weitere Aktionssteine und legt diese auf den passenden Feldern des persönlichen Spielertableaus ab. Artifact verläuft in Spielrunden, die in folgende Phasen unterteilt sind:

  • Einkommen kassieren
  • Aktionen durchführen
  • Rundenende und Startspielerwechsel


Grundeinkommen erhalten die Spieler gemäß dem Stand der Einkommensleiste. Zusätzlich kassieren die Spieler ein Bonuseinkommen für durchgeführte Ausstellungen. Nun kann der aktive Spieler eine oder zwei Aktionen durchführen oder Passen und einen Aktionsstein nehmen. Mittels einer Forschungsaktion stellt der aktive Spieler einen Museumsstein von seinem Tableau auf das freie Feld der Museumsleiste und bezahlt den entsprechenden Preis. Dafür darf der Spieler eine Hütte auf einen Fundort stellen, auf dem er noch nicht vertreten ist. Über „Arbeiter anheuern“ darf eine weitere Hütte zum gleichen Ort gestellt werden. Stehen mehrere Hütten auf einem Ort, können Fundstücke verschifft werden. Anschließend werden die Hütten zum eigenen Vorrat zurückgenommen. Legt der Spieler einen Museumsstein auf die Museumsleiste, kann er eine Ausstellung durchführen. Alle Aktionen sind kostenpflichtig. Die Höhe der Kosten richtet sich jeweils nach dem Feld der betroffenen Aktionsfelder. Als letzte Aktionsmöglichkeit haben die Spieler die Option, auf dem Schwarzmarkt Fundstücke zu kaufen oder verkaufen. Die Kosten bzw. Einnahmen resultieren auf dem Stand der Schiffsleiste.

Das Spiel endet wenn das letzte Aktionsplättchen von der Einkommensleite genommen wurde oder zwei Ausstellungstypen leer sind. Alternativ endet Artifact wenn die Runde des Jahres 1928 endet oder die letzte Fundstückkarte von einem Grabungsort gezogen wurde. Der Spieler mit dem meisten Ansehen hat dann gewonnen.

Diese Ablaufbeschreibung bezieht sich auf das Grundspiel. Artifact beinhaltet zusätzlich zwei Erweiterungsmodule, auf die im folgenden Meinungsblock kurz eingegangen wird.

Meinung

Artifact ist auf jeden Fall ein gelungenes und gutes Strategiespiel, das zweifellos weiterempfohlen werden kann. Dennoch wird zu Beginn dieses Meinungsabschnitts zunächst auf einen negativen Aspekt eingegangen, nämlich auf die Spielanleitung. Diese ist nicht immer glücklich formuliert und beinhaltet sogar zwei kleinere Fehler. Auf Seite 4 werden Beispiele für „Forschung“ und „Arbeiter anheuern“ erläutert, aber dummerweise sind orangefarbene Arbeiterfiguren im rosafarbenen Gebiet dargestellt. Das ist natürlich fehlerhaft, da die Arbeiter grundsätzlich zum farblich entsprechenden Gebiet passen müssen. Auch das Beispiel von „Ausstellung durchführen“ auf Seite 5 sorgt für irritiertes Stirnrunzeln. Im Text ist von drei benötigten Fundstückkarten die Rede, während die grafische Darstellung ganz klar vier Fundstücke erfordert. Unabhängig von diesen beiden Fehlern ist die Beschreibung nicht gerade eingängig konzipiert und erfordert mehrmaliges Nachlesen.

Kommen wir nun zur positiven Seite, nämlich dem Spielspaß und der Thematik. Das Thema wurde gut umgesetzt und ist logisch ineinander verzahnt. Und das wiederum führt zu gelungenem Spielspaß, was natürlich immer das Wichtigste bei jedem Spiel ist. Allerdings richtet sich Artifact selbst in der Basisversion primär an Vielspieler oder erfahrene und ambitionierte Gelegenheitsspieler. Familien und Spielern, die leichte Kost bevorzugen, dürfte das Ganze vermutlich zu komplex sein. Dabei kommt die volle Komplexität aber erst beim Spielen mit den beiden Erweiterungsmodulen „Forschung & Besondere Fundstücke“ sowie „Städte & Archäologen“ zum Tragen. In diesem Fall werden die Forschungsleisten aktiv und die besonderen Fundstücke können zusätzliche Punkte generieren. Oder auch den konstruktiven Ausbau behindern (verfluchtes Fundstück). Den ultimativen Kick bringen aber die Stadt- und Archäologenrollen aus der zweiten Erweiterung. Diese bringen massive Vorteile, wie z.B. die Durchführung einer siebten Aktion oder das Setzen von zwei Hütten gleichzeitig an einen Ort. Auch die Pariser Stadtrolle ist mächtig. Mit dieser Rolle darf der Spieler zwei seiner benutzten Artefaktkarten auf der Hand behalten anstatt nur einer.

Aus strategischen Gesichtspunkten ist Geld sehr wichtig. Schließlich sind frühzeitige Aktionen verdammt teuer, und außerdem bringen fünf Geldpunkte am Schluss auch einen Ansehenspunkt (= ein Siegpunkt). Aufgrund der Wichtigkeit von Geld ist es durchaus sinnvoll, möglichst früh Ausstellungen durchzuführen, weil dadurch ein sicheres Bonuseinkommen zu Beginn einer jeden Runde gewährleistet ist. Andererseits werden in der Regel Aktionen im Laufe der Zeit billiger, weil oftmals einige Mitspieler die kostspieligeren Felder verwenden. Insofern kann es auch vorkommen, dass sich die Spieler gegenseitig belauern, um an günstige Aktionen zu gelangen. Alles in allem bietet Artifact also einige Facetten, die Vielspielern viel Freude bereiten dürften.

Fazit

Für die Brettspiel-Champions-League langt es sicherlich nicht ganz, aber nichtsdestotrotz ist Artifact ein zweifellos gutes Spiel, dessen Mechanismen für spannenden Spielspaß sorgen. Vor allem mit den beiden Erweiterungsmodulen kann das Spiel daher mit bestem Gewissen weiterempfohlen werden.


2014-01-31, Wolfgang Volk (heavywolf)



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Bewertungen
7.5heavywolf
15.01.2014

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