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Datenblatt image
ID 15921

BREMERHAVEN


cover
Jahrgang: 2013

Verlag: Lookout Games [->]
Autor: Robert Auerochs
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1-4

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45-120

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f5
Bewertung angespielt: 8.0 von 10
punkte

Score gesamt: 60.0% von 100
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Rezension

Ziel

Bremerhafen ist eine der größten europäischen Hafenstädte und als solche natürlich geradezu prädestiniert als Schauplatz für die Hafensimulation des Bremer Kleinverlags Lookout Spiele. Der Autorenneuling Robert Auerochs zeigt, worauf es beim Transportmanagement ankommt - und das in einer überschaubaren Spieldauer, die gegenüber der Prototypversion beim Hippodice-Wettbewerb erheblich reduziert wurde.

Regeln

Jede Runde bieten die Spieler mit ihren fünf Arbeiterkarten verdeckt auf die verschiedenen Aktionsbereiche der drei Spielpläne. Über den See-Bereich werden Schiffe mit ihren transportierten Gütern (Passagiere, Kisten, Container, Fässer) zum eigenen Hafen-Tableau gelotst, der Land-Plan liefert das Analogum zum Abtransport der Waren in Form zahlreicher Lastkraftwagen. Mit dem Stadt-Bereich kann der eigene Hafen durch Bauwerke aufgewertet werden, die zuerst erworben und dann per Baugenehmigung errichtet werden müssen. (Wird nicht die Kurzversion gespielt, muss der Hafenbereich zusätzlich noch verbreitert werden, um Platz für Verladeflächen und Gebäude zu schaffen.) Auch die Verkaufspreise und Spielerrangfolge werden in der Stadt gesteuert.

In den meisten Fällen darf nur der Spieler mit dem stärksten Arbeiter die gewählte Aktion ausführen. Es gibt nur zwei Ausnahmen, bei denen die Unterlegenen mittels Finanzausgleich ebenfalls mitmischen dürfen: Baugenehmigungen und Einfluss aufwerten. Letzteres ersetzt den schwächsten Arbeiter durch einen neuen, der zwei bis vier Punkte stärker ist. 

Nach Auswertung der Gebote dürfen die Spieler an ihren Häfen werkeln, Güter hin- und her transportieren, Ladungen löschen und mit dem Abtransport Geld verdienen. Je größer ein Schiff ist (und je wertvoller seine Fracht), desto mehr Runden muss jedoch auf seine Abfertigung gewartet werden. Genau so verhält es sich auch mit den Lastwagen: Nach Ablauf der festgelegten Rundenzahl (jede Runde wird ein Chip abgegeben) fährt der Lkw los. Kann seine Wunschladung dann nicht bedient werden, ist eine saftige Strafzahlung fällig.

Zu guter Letzt wird jede Runde ein aktueller Prestigewert berechnet, der sich aus den vorhandenen Gebäuden und den gerade vor Anker liegenden Schiffen zusammen setzt. Dieser Wert wird am Tableau markiert, wenn er besser ist als der vorherige. Nach einer festen Rundenzahl wird er schließlich mit dem gesammelten Geld multipliziert, wodurch der Gewinner ermittelt wird.

Meinung

Es steckt unheimlich viel drin in der kleinen Bremerhafen-Schachtel: Spielpläne, Karten und Marker füllen den Karton bis an den Rand. Selbst wer mit derlei Wirtschaftsoptimiererei wenig anfangen kann, muss das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis anerkennen. Doch für Nörgelei ist eben kein Platz, denn Robert Auerochs gelingt es ausgesprochen gut, die für einen Umschlagsplatz an der Küste passende raue und dennoch sympathische Atmosphäre zu transportieren. Güter beschaffen und gleichzeitig sich rechtzeitig um deren Verkauf zu bemühen sind die Kernelemente bei Bremerhafen. Es empfiehlt sich, bei den ersten ein bis zwei Partien die Kurzversion zu wählen, um sich nicht auch noch mit dem Platzmanagement herumschlagen zu müssen. Geübten Hafenaufsehern bereitet dies zwar keine Probleme, doch verlängert sich die Spieldauer damit deutlich. Unter 60 Minuten lässt sich aber auch das "Kurzspiel" kaum bewältigen.

Wer die Kernmechanismen beherrscht, darf sich an den Ausbauten austoben. Diese sind nämlich gleich aus zwei Gründen das Salz in der norddeutschen Küstensuppe: Erstens sind Prestigepunkte schwieriger zu sammeln als Geld und zweitens haben die Gebäude auch noch Sonderfähigkeiten, die sie begehrenswert machen. Und sei es auch nur, um kostenlos Kisten in Container tauschen zu dürfen. Dabei sollte aber nicht außer acht gelassen werden, dass der Hafen nicht nur durch Gebäude erweitert wird, sondern auch mehr Poller errichtet werden müssen, um Hochseeriesen Ankerplatz anbieten zu können. Dies muss rechtzeitig geschehen - wie vieles andere auch, doch stets sind nur fünf Arbeiter verfügbar. Der Arbeitsmarkt ist eben auch nicht mehr das, was er mal war.

Und dann gibt es noch die vielen Kleinigkeiten, die man im Laufe der Zeit entdeckt. So ist es beispielsweise manchmal sehr hilfreich, die Preise zu ändern. Nicht nur, weil damit eigene Erlöse vermehrt werden, sondern auch, weil man sich bei m Aussuchen der Wunsch-Preiskarte die Reihenfolge der nächsten Karten merken und bei der weiteren Planung berücksichtigen kann.

Fazit

Die stimmig illustrierte und kurzweilige Wirtschaftssimulation Bremerhafen erfordert mit ihren Spielplänen Stadt-Land-FlussSee viele kleine Entscheidungen, von der logistischen Planung bis hin zum zielgerichteten Einsatz der verfügbaren Finanzmittel. Es gibt viel zu tun, immer zu wenig Personal und eigentlich permanent ein gefühltes (kleines) Wirtschaftswachstum. So macht das Hafenmanagement Spaß.


2014-01-20, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
8cp
14.01.2014
Lustig wäre doch auch ein Spiel "Wilhelmshafen": mit doppelt so großer Spielplänen, aber nur halb so vielen Schiffen... ;-)

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