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Datenblatt image
ID 14368

DUNGEON PETZ


cover
Jahrgang: 2011

Verlag: Czech Games Edition [->]
Autor: Vlaada Chvátil
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2-4

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90

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ab 12


Material: hochwertig
Komplexität: hoch
Kommunikation: durchschnittlich
Interaktion: hoch
Einfluss: hochf5
Bewertung angespielt: 9.0 von 10
punkte

Score gesamt: 62.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Nachdem die Dungeons von komischen Helden allesamt überrannt wurden (siehe dazu: Dungeon Lords vom gleichen Verlag und Autor), müssen sich die ehemaligen Angestellten nun einen neuen Job suchen. Was liegt da näher, als die erlernten Fähigkeiten zu verwenden und eine Tierhandlung zu eröffnen? Dumm nur, dass die anderen auf die gleiche Idee gekommen sind.

Bevor die Haustiere verkauft werden können, müssen sie zunächst frisch geschlüpft erworben und großgezogen werden. Nahrung beschaffen, bespaßen, Käfig reinigen –klingt langweilig? Nun, da es sich um Haustiere für Dungeons handelt, sind diese nicht immer ganz ungefährlich. Starke Käfige und Magieschilde sind deshalb eine gute Idee, sonst droht den kleinen Kobolden das Krankenhaus, in dem sie sich dann auch gleich wohlfühlen und gar nicht mehr zurück zur Arbeit wollen…

Regeln

In jeder Runde gehen die Kobolde einkaufen (Workerplacement) und erwerben neue Jungtiere, Käfige, Artefakte, Futter oder nützliche Zusatzeinrichtungen. Sie können aber auch geheilte Kameraden aus dem Krankenhaus abholen, Einfluss auf die folgenden Wertungen nehmen oder verkaufssteigernde Maßnahmen einleiten.

Jede Kreatur in ihrer Tierhandlung hat gewisse Bedürfnisse, die durch entsprechende Karten geweckt werden. Je älter ein Exemplar wird, desto größer wird sein Verlangen nach Futter, Unterhaltung, Streicheleinheiten und/oder dem Verrichten gewisser Verdauungsprozesse. Manchmal werden sie auch einfach nur wütend oder mutieren. Pro Bedürfniskartenfarbe halten die Spieler eine Karte mehr auf der Hand, zudem sind die Wahrscheinlichkeiten bestimmter Bedürfnisse in den einzelnen Farben unterschiedlich verteilt.

Sind die Käfige (physisch und magisch) nicht stark genug, nehmen die Tiere reiß aus. Gleiches gilt für solche, die Opfer einer zweiten Mutation werden. (Diese verabschieden sich in eine andere Dimension, aus der sie dann vielleicht Weihnachtskarten versenden…) Doch Verluste können auch durch Krankheiten oder Hunger zu beklagen sein –die Reputation des Händlers leidet dann natürlich darunter. Während sich „richtige“ Krankheiten nur dann störend bemerkbar machen, wenn die Kothaufen aus den Käfigen nicht entfernt werden, können die Tiere auch seelisch leiden. In solchen Fällen müssen Kobolde zur Bespaßung abgestellt werden, wobei die gleichzeitige Betreuung von Kleingruppen benachbarter Käfige möglich ist.

Bei den folgenden Ausstellungen und Kundenbesuchen werden die positiven und negativen Merkmale der Tiere gegeneinander aufgerechnet. Manche ein zahlungskräftiger Käufer achtet auf saubere Gehege, andere eher auf aggressive Exemplare. Für jeden Verkauf werden Reputationspunkte eingeheimst, wobei die Laufkundschaft gegenüber den marketingorientierten Plattform-Verkäufen auf dem Spielfeld zwar sicherer, aber auch etwas weniger lukrativ ist. Nach fünf Runden gewinnt der Spieler mit der höchsten Reputation.

Meinung

Der erfrischende Humor Vlaada Chvatils ermöglicht es, über merkwürdige, weil thematisch manchmal unpassende Sonderregeln hinwegzugehen. „Die Kobolde machen dies eben“ weil „es ihnen so gefällt“ / „ihre Verwandten sonst…“ / „sie es nicht besser wissen“ / … - ähnlich verhielt es sich bereits beim „thematischen Vorgänger“ Dungeon Lords. Doch Dungeon Petz ist nicht ganz so subversiv, nicht ganz so ungewöhnlich mehr. Insbesondere bei der graphischen Gestaltung der Baby-Monster hätte ein wenig mehr Mut gut getan, denn irgendwie sehen sie alle ziemlich harmlos aus. Weichgezeichnete Computerbildchen ohne Charakter, mal mit Horn und mal ohne.

Und eigenwillig sind die Viecher auch noch! Je älter sie werden, desto wertvoller werden sie zwar, doch desto mehr Bedarfskarten müssen auch gezogen werden. Was zur Folge hat, das die Monster-Babys immer unberechenbarer werden, denn die verfügbaren Austauschkarten auf der Hand werden nicht mehr. Im Laufe der Partie müssen somit immer mehr Dinge beachtet und entsprechende Vorsorge getroffen werden –Nahrung beschaffen und nicht vergammeln lassen, Käfige sichern und verbessern, die richtigen Bedürfnisse befriedigen und einschätzen, welche Karten wohl gezogen werden könnten.

Etwas einfacher wird das Kartenmanagement, wenn bei der Beschaffung der Babys auf gleichartige Farben geachtet wird, sodass die Karten auch zwischen den Tieren besser verteilt werden können. Dies ermöglicht dann solch feine Dinge wie einen zugekoteten Käfig (ganz ohne Folgen und bei sauberen Nachbarn) oder Hungerzuteilung zum Fleisch- oder Pflanzenfresser –je nach Bedarf. Dabei sollten dennoch die Kundenwünsche nicht außer acht gelassen werden. Bei so viel Optimierungsbedarf empfiehlt es sich, nicht alle Kunden (wie optional angeregt) zu Beginn bereits zu offenbaren.

Eine andere lustige Idee, von der unbedingt Gebrauch gemacht werden sollte, ist die Visualisierung der Erfolge und Verluste: Nach ihren Besuchen werden die Kunden mit ihren erworbenen Tieren am Rand des Spielfelds gesammelt. Und gleich daneben: Die toten und geflüchteten Petz.

Fazit

Wer Dungeon Lords kennt, kann erahnen, was ihn bei den Petz erwartet: Subversiver Humor und viele kleine Monsterchen. Dabei ist Dungeon Petz eigentlich ein reines Wirtschaftsspiel mit Investitionen und Verkäufen. Wer so etwas schon immer mal mit einem nicht ganz so trockenen Thema ausprobieren wollte, ist hier goldrichtig aufgehoben.


2011-12-19, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
9cp
18.11.2011
Die Viecher sind alle irgendwie langweilig. Trotzdem geniales Spiel!
9stevie3011
28.06.2014
Allein schon die witzige Anleitung ist den Kauf wert, und die geniale Optik und das Spiel sowieso.

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