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Datenblatt image
ID 13539
FIRENZE

cover
Jahrgang: 2010

Verlag: Pegasus [->]
Autor: Andreas Steding
Grafik: Michael Menzel

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2-4

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45-90

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ab 12


Material: hochwertig
f5
Bewertung Ludoversum: 8.3 von 10
punkte

Score gesamt: 63.8% von 100
score
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Rezension

Ziel

Als florentinische Bauherrn errichten die Spieler im Auftrag mächtiger Adelsfamilien die so genannten Geschlechtertürme, und erlangen dadurch Prestige. Doch das Erschaffen dieser Statussymbole gestaltet sich schwierig, denn wenn der Bau eines Turms erst einmal begonnen wurde, so muss dieser in jeder Runde fortgeführt werden, um einen Abriss zu verhindern. Nur wer mit Bedacht agiert und sich die lukrativsten Aufträge sichern kann, wird am Ende über das meiste Prestige verfügen.


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Ablauf

Der Spielplan von Firenze zeigt sechs verschiedenfarbige Türme, die jeweils in einzelne Etagen untereilt sind. Jede Etage gibt dabei an, wie viele Steine für deren Bau gebraucht werden. Die Farbe der benötigten Bausteine ergibt sich automatisch durch die Farbe des entsprechenden Turmes auf dem Plan. Auf manche dieser Etagen werden zu Spielbeginn so genannte Balkonplättchen gelegt, die Sonderaufträge darstellen. Jeder Spieler erhält ein Bauplatz-Tableau, eine Übersichtskarte, eine bestimmte Anzahl Siegel und dazu ein paar Steine. Alle übrig gebliebenen Bausteine kommen in einen Beutel. Im unteren Bereich des Plans befinden sich sechs Ablagefelder für Aktionskarten, wobei es Ereignis-, Personen-, Fest-, Gebäude- und Kirchenkarten gibt. Diese Felder werden mit Karten vom zuvor generierten Nachziehstapel aufgefüllt. Bevor es nun losgehen kann, müssen auf jeder dieser Aktionskarten noch jeweils vier Steine aus dem Beutel platziert werden.

Wer an der Reihe ist, wählt zunächst eine der offen ausliegenden Aktionskarten. Die Symbole unter den Karten geben dabei an, wie viele Bausteine für die gewünschte Karte bezahlt werden müssen. Von den zu entrichtenden Steinen ist immer jeweils ein Baustein auf jeder Karte, die links von der gewählten Karte liegt, abzulegen. Erst dann darf sich der aktive Spieler der gewünschten Karte und der darauf liegenden vier Bausteine bemächtigen. Entstandene Lücken in der Kartenreihe sind nun zu füllen, indem alle rechts davon liegenden Aktionskarten nach links gerückt werden. Der freie Platz wird mit einer neuen Karte vom Nachziehstapel und vier Steinen aus dem Beutel neu belegt.

In seinem Zug darf ein Bauherr auch Türme bauen oder erweitern. Ein verbauter Stein entspricht einer Etage und ein Turm muss natürlich gleichfarbig sein. Pro Zug dürfen allerdings maximal sechs Steine verbaut werden, wobei die ersten zwei kostenlos sind. Jeder weitere Stein verursacht Kosten, die in Form von zusätzlichen Bausteinen entrichtet werden müssen. Alle Türme, an denen der Spieler nicht weitergebaut hat, sind danach abzureißen. Die Hälfte der Bausteine des entsprechenden Turmes kommt in den Beutel zurück, die andere Hälfte in das eigene Lager.

Für jeden noch bestehenden Turm kann der Spieler jetzt entscheiden, ob er damit einen Auftrag erfüllen möchte. Die Anzahl der Etagen bzw. Steine muss dabei exakt mit der Anzahl des Auftrags übereinstimmen. Man schreibt sich die gewonnenen Prestigepunkte gut, legt alle Steine des betreffenden Turms in den Beutel zurück, und deckt den erfüllten Auftrag auf dem Plan mit einem eigenen Siegel ab. Nach der Auftragsphase ist der nächste Spieler an der Reihe.

Sobald ein Spieler sein letztes Siegel abgelegt hat, erhält er fünf Punkte Belohnung und läutet damit das Spielende ein. Für jeden Turm auf dem Plan werden am Ende Mehrheitenboni vergeben. Den Bonus erhält dabei immer der Spieler, der an einem Turm die meisten Aufträge erfüllt hat, bei einem Gleichstand, wer den prestigeträchtigsten Auftrag für sich verbuchen konnte. Nachdem noch Punkte für eigene Festkarten hinzugezählt bzw. abgezogen wurden, wird der Spieler mit den meisten Prestigepunkten zum erfolgreichsten Bauherrn ernannt.


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Meinung

Firenze ist angefangen vom Boxcover bis hin zum kleinsten Materialteil sehr stimmig gestaltet und macht schon beim ersten Auspacken Lust auf mehr. Der Spielplan hat sogar einen Hauch von Botticellis Madonna an sich und auch das Artwork der verschiedenen Karten kann sich sehen lassen. Zudem sind die Spielsteine für den Turmbau in ihrer Form gut gewählt, so dass sich diese leicht stapeln lassen und nicht schon bei der kleinsten Berührung in sich zusammenfallen. Nützlich sind auch die Spielhilfen, die einen schnellen Überblick über einen Zug und die verschiedenen Kartentypen geben. Da der Sinn und Zweck der Aktionskarten auf diesen selbst aufgeführt ist, entfällt während der Partie ein Nachschlagen, was sich positiv auf den Spielfluss auswirkt.

Firenze sieht aber nicht nur toll aus, sondern hat auch spielerisch etwas zu bieten. Denn es handelt sich hierbei um einen gelungenen Mix aus Turmbau, guter Planung, möglichst optimaler Auftragserfüllung und einem durchdachten Einsatz der verschiedenen Aktionskarten. Zudem sollte keiner das Spielende verschlafen, denn es kann durchaus sein, dass einer der Bauherren gegen Ende noch schnell seine zwei letzten Siegel mit Kleinaufträgen verbraucht, um die fünf Extrapunkte für das Einläuten des Spielendes zu kassieren. Es kommt zwar dann jeder noch einmal an die Reihe, aber für übrig gebliebene Siegel gibt es schlussendlich halt nicht mal mehr einen Blumentopf zu gewinnen.

Das vertrackteste an Firenze ist jedoch sicherlich das Auswählen der Karte gleich zu Beginn des eigenen Zuges. Ganz simpel wird mancher denken, ich nehme einfach eine Karte mit vernünftiger Eigenschaft, die gleichzeitig möglichst weit links in der Reihe liegt, damit ich wenig zusätzliche Kosten habe. Was macht man aber, wenn die Auslage nur noch aus „schlechten“ Karten besteht, oder für die beste Karte fünf Steine extra bezahlt werden müssten? Nicht selten wird daher mal ein schlechtes Ereignis genommen, um an einem eigenen Turm weiterbauen zu können, der sonst abgerissen werden müsste. Manche Steine sind eben öfters im Beutel, manche nicht so oft, und wenn genau der benötigte Spielstein auf der „bösen“ Karte liegt, dann muss an dieser Stelle einfach das kleinere Übel gewählt werden. So ungerecht ist Firenze aber dann doch nicht, denn in den meisten Fällen wird einem eine schlechte Karte mit massig Steinen versüßt, da diese meistens schon länger ausliegen und daher zusätzliche Spielsteine aus vorherigen Bezahlaktionen enthalten.

Genauso wichtig wie die Kartenauswahl ist der Turmbau und dahingehend eine gut durchdachte Auftragserfüllung bzw. Wertung. Wer beispielsweise nicht sicherstellen kann, dass er einen Turm in seinem nächsten Zug weiterbauen kann, der sollte diesen nach Möglichkeit in seinem aktuellen Zug noch werten, bevor dieser abgerissen werden muss. Lieber etwas weniger als gar keine Punkte. Vor allem zu Beginn einer Partie, wenn noch keine der Sonderaufträge erfüllt worden sind, lohnt es sich außerdem immens, auf einen Auftrag hinzuarbeiten, der vielleicht sogar zweimal Punkte einbringt. Ein Balkonplättchen bringt beispielsweise immer mehr Prestigepunkte ein, als ein normaler Auftrag der gleichen Ebene und wenn ein Spieler schnell genug ist, bekommt er vielleicht sogar noch den extra Bonus, wenn er als erster eine bestimmte Etage errichtet hat. Kleinere Aufträge -sprich niedrigere Etagen- sind natürlich schneller zu erfüllen und nicht so risikoreich, dafür bringen sie aber weniger Punkte ein. Wer zudem hochwertige Aufträge erfüllt, hat in der Schlusswertung bessere Chancen, um einen Gleichstand an einem Turm für sich zu entscheiden. Außerdem muss in die Bauüberlegungen stets miteinfließen, dass von machen Farben mehr Steine im Beutel sind, als von anderen Farben. Somit gibt es zwar für Aufträge an Türmen, von denen insgesamt weniger Steine im Spiel sind, mehr Punkte, es ist aber auch schwieriger sich diese unter den Nagel zu reißen. Vor allem bei drei oder vier Spielern.

Apropos Spieleranzahl, Firenze kann in jeder Besetzung überzeugen, wobei es mit zwei Spielern etwas besser plan- und kalkulierbar ist, als mit vieren. Denn wenn vor dem nächsten eigenen Zug drei andere Bauherren an der Reihe sind, dann wandelt sich die Karten- und Steinauslage bis dahin doch recht stark. Was aber natürlich nicht immer nur negativ sein muss.

Die Variation der Aktionskarten ist recht umfangreich und in jeder Kategorie gibt es einige sehr interessante Exemplare. Unter den Gebäuden finden sich zum Beispiel das Lagerhaus oder die Werkstatt, wobei ersteres ein recht mächtiges Instrument darstellt, da mit diesem das Handkartenlimit aufgehoben und bis zu fünfzehn Steine gelagert werden dürfen. Die Festkarten bringen Ruhm und Anerkennung (also Prestigepunkte am Spielende) aber auch Blamagen und Skandale (Punktabzug) mit sich. Gut, dass es da den Patrizier unter den Personen gibt, mit dem ein negatives Ereignis abgewendet oder eine eigene unliebsame Karte abgeworfen werden darf, was anders nicht möglich ist. Während Ereigniskarten schon mal für Steinverlust sorgen, können durch Kirchenkarten meist zusätzliche Prestigepunkte bei Erfüllung eines bestimmten Auftrages herangeschafft werden. Unabhängig vom Typ finden sich manche Karten öfters im Stapel, andere kommen nur einmal vor. Nach der ersten Partie kann dann jeder schon ungefähr abschätzen, wie gut bzw. schlecht die einzelnen Karten sind.

Für Abwechslung sorgt neben den verschiedenen Kartentypen der immer wieder neue Startaufbau, da in jeder Partie andere Balkonplättchen auf unterschiedlichen Etagen ins Spiel kommen, und auch die neutralen Siegel immer woanders abgelegt werden können. Für bereits erfahrene Firenze-Spieler gibt es hinsichtlich des Startaufbaus einige interessante Variationen. So können beispielsweise mehr neutrale Siegel ausgelegt oder die Startpositionen dieser Siegel auch einfach mit einem Würfel ausgelost werden. Auch ist es möglich, eine Farbe komplett aus dem Spiel zu nehmen, indem ein Turm einfach komplett mit neutralen Siegeln abgedeckt wird.


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Fazit

Firenze besticht durch eingängige Regeln, Übersichtlichkeit, und einer guten Mischung aus verschiedenen, interessanten Mechanismen, welche eine schöne Spieltiefe erzeugen. Die gelungene Aufmachung und die Langzeitmotivation –bedingt durch den variablen Spielaufbau- tragen ihr übriges zum insgesamt sehr positiven Gesamteindruck bei. Somit dürfen sich alle Hobby-Bauherren, die ein unkompliziertes und zugleich spannendes Strategieerlebnis suchen, mit Firenze an die Geschlechtertürme heranwagen.


17.01.2011 , Markus Donaubauer



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Bewertungen
7.5markus
07.01.2011
macht nicht nur optisch was her
7.5arkadia
09.01.2011
9Kopernikus
11.03.2011
Optisch und spielerisch perfekt. Wiederspielreiz sehr hoch. Au?erdem sind weitere Spielvarianten in den (einfachen) Regeln mit aufgef?hrt, die das Spiel praktisch noch einmal anders machen.
9.5MarkusB
09.05.2013
8Laoghaire
02.06.2013
Schönes einfaches Spiel mit einiger Spieltiefe und hohem Wiederspielreiz.

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