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ID 12886
FRAG GOLD-EDITION

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Jahrgang: 2009

Verlag: Pegasus [->]
Autor: Philip Reed
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2-6

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30

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f5
Bewertung Ludoversum: 6.4 von 10
punkte

Score gesamt: 53.8% von 100
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Rezension

Ziel

Der Begriff „fraggen“ stammt aus der Computerwelt und bedeutet soviel wie einen virtuellen Gegner abschießen. Somit ist „Frag“ gleichzusetzen mit Abschuss. Wer bei diesem Brettspiel-Ego-Shooter als Erster drei Gegner mit Hilfe von verschiedensten Waffen und Gadgets gegrillt eliminiert hat, gewinnt die Schießerei.


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Ablauf

Zu Beginn darf sich jeder Teilnehmer einen Kämpfer erschaffen, indem sieben Punkte auf die drei Eigenschaftswerte Leben, Geschwindigkeit und Zielsicherheit verteilt werden. Diese Punkte notiert jeder auf seiner Charakterkarte und nimmt sich die entsprechende Kämpferfigur. Während des Spiels kommen folgende drei Kartentypen zum Einsatz: Waffen, Gadgets und Spezialkarten. Nachdem alle drei Stapel getrennt gemischt wurden, erhält jeder Spieler von jedem Typ eine Karte auf die Hand. Der Spielplan besteht aus verschiedenen Feldern und stellt die „Kampfzone“ dar. Neben normalen Bewegungsfeldern gibt es auch bestimmte Sonderfelder. Beispielsweise kommen auf den bezifferten Respawn-Feldern („respawnen“ bedeutet soviel wie neu beginnen) die Kämpfer zu Beginn einer Partie und immer wenn sie „gefraggt“ umgenietet wurden, wieder ins Spiel. Daneben gibt es noch Säure-, Tür-, Teleporter- und Wandfelder, die je nach Typ einen Kämpfer verletzen, behindern, teleportieren oder auch schützen können.

Falls die Spielfigur eines Spielers „gefraggt“ über den Haufen geschossen wurde, so beginnt sein Zug immer damit, dass er auf dem erwürfelten Respawn-Feld wieder zurück ins Spiel kommt. Danach steht der Bewegungswurf an, um die Reichweite zu ermitteln. In der dritten Phase des eigenen Zuges darf der aktive Spieler die drei Handlungsmöglichkeiten Bewegung, Power-Up (Felder auf denen Waffen- oder Gadgetkarten eingesackt werden können) und Angriff so lange und in jeder beliebigen Reihenfolge durchführen, bis entweder keine Bewegung und kein Angriff mehr übrig ist, oder bis der eigene Zug als beendet erklärt wird. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe.

Die einzelnen Waffenkarten bringen den Spielern neue und teils bessere "Wummen", von denen die meisten aber nur über begrenzte Munition verfügen. Gadgetkarten liefern Rüstungen, Lebens- und auch Bewegungspunkte. Spezialkarten erhalten die Kämpfer nur dann, wenn ein Gegner „gefraggt“ zu Kleinholz verarbeitet wurde. Um eine Karte nutzen zu können, muss diese immer aus der Hand ausgespielt werden. Bis auf die Spezialkarten verliert ein Spieler alle seine ausgelegten Waffen- und Gadgetkarten, wenn er „gefraggt“ an die Wand geklatscht wurde. Greift ein Kämpfer einen Gegner an, so wird ein eventuell verursachter Schaden immer ausgewürfelt, wobei für die Schadensberechnung die verwendete Waffe und der aktuelle Lebenspunktewert des Verteidigers herangezogen werden. Um überhaupt Schaden verursachen zu können, muss jedoch zunächst ein Angriffswurf erfolgen, dessen Erfolg oder Misserfolg sich aus der Entfernung zum Ziel und dem Zielsicherheitswert des Angreifers ableitet.

Sobald es einem Spieler gelungen ist, drei gegnerische Kämpfer zu „fraggen“ vom Plan zu putzen, hat dieser gewonnen und der Wettkampf das Rumgeballere ist zu Ende. Hinsichtlich des Spielziels gilt logischerweise noch folgende Regel: Der eigene Kämpfer darf sich nicht selbst „fraggen“ abknallen! So einfach ist es dann doch nicht.


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Meinung

Die Charakterkarten für die Spieler sind sehr übersichtlich und auch das Konzept mit den abwaschbaren Stiften funktioniert einwandfrei, so dass auch nach mehrmaligem Abwischen von notierten Punktzahlen etc. alles lesbar bleibt und nichts verschmiert. Das Waffen- und Gadgetarsenal bei Frag ist reichhaltig und lässt so gut wie keine Wünsche offen. Von verschiedensten Knarren, über Flammenwerfer und Kettensäge bis hin zur ultimativen Atomgranate ist alles vertreten. Außerdem bietet der sehr große beidseitig bedruckte und gut designte Spielplan in Form der verschiedenen Kampfzonen und Räume Abwechslung und auch selbst gemachten Spielbrettern steht prinzipiell nichts im Wege, wenn der Aufwand nicht gescheut wird. Löblich ist auch, dass dem Spiel ausreichend viele Würfel beiliegen, so dass diese nicht andauernd zwischen den Spielern hin und her wandern müssen.

Mal abgesehen davon, dass diese wilde Schießerei ohnehin nur für Fans von Ego-Shootern einen genaueren Blick wert ist, gibt es bei dieser Brettspielumsetzung noch zwei Faktoren, die selbst eingefleischten Ego-Shooter-Spielern etwas missfallen werden. Zum einen ist dies der Glücksfaktor, der in verschiedenen Aktionen unterschiedlich stark zum Tragen kommt. Nicht nur bei Kämpfen und dem Betreten von Waffen- bzw. Gadgetfeldern, sondern auch bei der anfänglichen Kartenverteilung und dem Kartennachziehen während einer Partie muss das Glück etwas mitspielen. Wer hier im Gegensatz zu den Mitspielern häufig schlechtere Karten bekommt, ist eindeutig im Nachteil und der Ofen kann somit ganz schnell aus sein. Der zweite Aspekt sind die Mitspieler bzw. Gegner. Während auf dem PC aufgrund der Online-Spielmodi in den meisten Fällen immer ausreichend reale Gegenspieler zur Verfügung stehen, ist dies bei einem Brettspiel wie Frag schon etwas problematischer. Da dieser Brettspiel-Ego-Shooter erst ab vier Spielern langsam Fahrt aufnimmt und auch erst dann wirklich Action auf dem Plan geboten ist, müssen immer genügend potentielle Mitspieler vorhanden sein, die die gleichen Interessen haben und somit einer Partie Frag nicht abgeneigt sind. Optimal sind ohnehin fünf oder sechs Teilnehmer, denn in kleiner Runde ist das „Fraggen“ langweilig und eintönig, da einfach zu wenig Gegner unterwegs sind, mit denen man sich messen kann.

Gut gelöst ist der Munitionsverbrauch. Da alle „besseren“ Waffen aufgrund von Munitionsmangel nicht unbegrenzt eingesetzt werden können, ergibt sich nicht der Effekt, dass ein Spieler mit einer „Macht alles platt“-Waffe den Gegnern haushoch überlegen ist. Etwas lästig dagegen ist das Herunterzählen bzw. andauernde Notieren der noch verfügbaren Bewegungspunkte. Hat sich nämlich ein Kämpfer für seinen aktuellen Zug eine hohe Bewegungspunktzahl erwürfelt und kann dieser noch dazu mehrere Kämpfe führen und über Gadget- oder Waffenfelder ziehen, so muss zwischen den einzelnen Aktionen immer wieder für andere Zwecke gewürfelt werden. Somit ist ein Vermerken der noch verbliebenen Bewegungspunkte auf der entsprechenden Leiste der Charakterkarte häufig erforderlich und stört etwas den Spielfluss.

Um zum Schluss der erfolgreichste „Fragger“ zu sein, braucht es ein bisschen Glück beim Karten ziehen, gute Würfe bei den Kämpfen und natürlich ein reichhaltiges Waffenarsenal. Somit lohnt es sich fast immer, zu Beginn einer Partie einige Power-Up-Felder zu besuchen, um sich somit vor dem ersten Kampf mit Material auszurüsten. Zudem sollte ein Spieler sein Waffenarsenal nicht komplett offen legen, sondern sich immer ein paar Gimmicks und effektive Waffen für den Ernstfall auf der Hand behalten. Dies hat den großen Vorteil, dass die Gegner die eigene Stärke dann nie genau einschätzen können. Wird dies nicht beherzigt, passiert es häufig, das schlecht ausgerüstete Spieler zur bevorzugten Zielscheibe und stark aufgestellte Spieler gemieden werden.

Der mögliche Turniermodus hat einen Vorteil, gleichzeitig aber auch einen Nachteil. Toll ist, dass der Gewinner eines Matches seinen Kämpfer in einer Eigenschaft verbessern kann. Nachteilig daran ist jedoch, dass ein Spieler, der beispielsweise schon zwei Partien hintereinander für sich entschieden hat, dann zu Beginn des nächsten Matches schon einen großen Vorteil gegenüber den anderen hat. Wem eine Partie Frag zu schnell vorbei ist, der kann anstatt eines Turniers natürlich auch die Anzahl der benötigten „Frags“ für den Spielsieg erhöhen.

Vergleichbar mit Frag ist am ehesten Tannhäuser, welches aber durch seine Hintergrundstory, die verschiedenen Fraktionen, Charaktere und deren Eigenschaften deutlich mehr Flair aufweist. Außerdem sind bei letzterem auch taktische Ansätze erkennbar. Bei Frag gibt es dagegen nur eine Devise: Auf dem Plan rumrennen und mit dem kompletten eigenen Waffenarsenal auf alles feuern was sich bewegt. Sehr schade ist außerdem, dass es keine besonderen Spielmodi wie beispielsweise „Capture the Flag“ oder ähnliches gibt, und das obwohl das Spiel eigentlich prädestiniert dafür wäre.


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Fazit

Falls der Glücksfaktor beim Kämpfe auswürfeln und Kartenziehen nicht stört und eine ausreichend große Anzahl von Spielwilligen parat steht, wird dieses „Gefecht“ eingefleischten Ego-Shooter-Spielern sicherlich Gefallen bereiten. Einen großen Bogen um Frag sollten jedoch alle machen, die diesem Spieltypus noch nie etwas abgewinnen konnten.


14.06.2010 , Markus Donaubauer



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Bewertungen
5.5markus
29.05.2010
Nur was f?r Fans von Ego-Shootern und auch dann nur mit mindestens 4, besser noch 5 oder 6 Spielern
5arkadia
30.05.2010
eint?nig
10luckrider
14.06.2010
Das Spiel ist sehr speziell, aber als No-Brainer Brettspielshooter fantastisch, ab vier Spieler wird es richtig gut. Ich denke hier gibt es eigentlich keine Mittelwertung, entweder ich hasse sowas oder ich liebe es.
5capi
14.06.2010
irgendwie sinnlos. Was am PC Spa? macht, verpufft hier gr??tenteils. Es fehlt die Atmosph?re.

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