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ID 12605
FRUIT FAIR

cover
Jahrgang: 2008

Verlag: Wattsalpoag [->]
Autor: Kris Gould
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3-5

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45

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ab 8


f5
Bewertung Ludoversum: 6.0 von 10
punkte

Score gesamt: 57.0% von 100
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Rezension

Ziel

Die Spieler hegen und pflegen mit ihren Gärtnern und Pflückern den Obstgarten, um auf dem Jahrmarkt mit ihren Äpfeln, Kirschen, Pflaumen und Zitronen möglichst viele Medaillen und Preisbänder zu gewinnen. Aber aufgepasst auf den Waschbär, denn dieser nascht viel zu gerne von den verbotenen Früchten im Garten.


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Ablauf

Von jeder Obstsorte kommen zunächst fünf Stück auf den entsprechenden Baum auf dem Spielplan. Die einzelnen Preise und Medaillen werden nach Typ (Gold, Silber, Blau, Grün und Rot) sortiert und dann jeweils getrennt voneinander gemischt. Nur drei Plättchen von jeder Sorte kommen auf die vorgesehenen Ablageflächen auf dem Plan, der Rest wandert unbesehen zurück in die Schachtel. Die Extra-Arbeiterkarten kommen auf die entsprechenden Felder des Plans. Jeder Spieler erhält ein Set aus vier Obstbaumkarten, zwei Pflückerkarten, zwei Gärtnerkarten und zwei zufällig gezogenen Früchten aus dem Vorrat. Ein Obstbaumkartenset für den Waschbären wird genau wie das restliche Material neben dem Spielplan bereitgelegt.

Eine Partie Fruit Fair spielt sich in Runden, wobei jede von diesen in folgende fünf Phasen unterteilt ist:

1. Arbeiter zuordnen:
Alle Spieler teilen gleichzeitig (und geheim) ihre Pflücker und Gärtner den vier Obstbäumen zu. Dazu wird einfach eine verdeckte Obstbaumkarte verdeckt auf den Tisch gelegt, und darunter eine beliebige Anzahl (keine, eine oder mehr als eine) von Arbeiterkarten ebenfalls verdeckt platziert. Dies wiederholt sich für alle vier Bäume.

2. Der Waschbär frisst:
Hat ein Spieler das Waschbärplättchen, legt dieser je eine Frucht von zwei verschiedenen Obstbäumen auf das Waschbärenfeld. Falls niemand ein solches Plättchen hat, wird über die Obstbaumkarten zufällig bestimmt, welche zwei Bäume Früchte einbüßen müssen.

3. Pflücken und Pflanzen:
Jetzt decken alle Spieler ihre Obstbäume und die dazu gelegten Arbeiter auf. Für jeden Pflücker und Extra-Arbeiter darf nun eine Frucht von dem Baum genommen werden, dem diese zugeteilt wurden. Findet ein Pflücker nichts mehr, weil der entsprechende Obstbaum schon leer ist, so darf als Entschädigung eine eigene Frucht mit der eines anderen Spielers (oder dem allgemeinen Vorrat) ausgetauscht werden. Für jeden Gärtner und Extra-Arbeiter an einem Baum, nimmt man eine Frucht aus dem Vorrat und legt diese in die Schubkarre. Die Frucht muss dabei natürlich der zugeteilten Obstbaumkarte entsprechen. Sobald jeder Spieler mit Pflücken und Pflanzen an der Reihe war, nehmen alle ihre Karten zurück auf die Hand. Bevor es auf den Jahrmarkt geht, werden nun noch alle Früchte aus der Schubkarre auf die zugehörigen Obstbäume verteilt.

4. Auf zum Jahrmarkt:
In Zugreihenfolge hat nun jeder die Möglichkeit, Früchte einzutauschen um Extra-Arbeiter anzuheuern oder um Preise auf dem Jahrmarkt zu gewinnen. Die Anzahl der nötigen Früchte, die jeweils für einen Preis oder Arbeiter zu entrichten sind, stehen neben den jeweiligen Karten bzw. Plättchen auf dem Plan. Eingeheimste Preise werden natürlich vor den anderen Spielern geheim gehalten, außerdem darf jeder im Verlaufe einer Partie nur maximal zwei Extra-Arbeiter anwerben. Wer in dieser Phase das Waschbärplättchen besitzt, zahlt für jeden Extra-Arbeiter eine Frucht und für jeden Preis zwei Früchte weniger wie normal.

5. Spezial-Plättchen zuweisen:
In dieser Phase vergleichen die Spieler zunächst ihren verbliebenen Früchtevorrat, um die Reihenfolge für die nächste Runde festzulegen und um Bonus-Plättchen zu vergeben. Das Zugreihenfolge-, Wanderarbeiter-, Waschbär- und Transporterplättchen ist in jeder Runde einem bestimmten Obstbaum zugeordnet. Wer nun die meisten Früchte von einem Baum besitzt, erhält das zugehörige Plättchen für die nächste Runde. Der Wanderarbeiter bringt dabei seinem Besitzer eine extra Frucht ein und mit dem Transporterplättchen ist eine nachträgliche Veränderung der Zuordnung von Gärtnern und Pflückern möglich. Nach dieser Verteilung werden immer die zwei Plättchen für die Bäume vertauscht, von denen der Waschbär gefressen hat.

Sobald nur noch fünf oder weniger Preise auf dem Spielbrett ausliegen, wird noch eine komplette Runde gespielt. Nach Ende der Partie dreht jeder Spieler seine gesammelten Preise um und zählt die Werte zusammen. Für jede Frucht, die sich noch im eigenen Besitz befindet, gibt es außerdem noch einen Punkt extra. Wer die meisten Punkte erzielt hat, darf nun mit oder ohne Preisband zum Gewinner von Fruit Fair gekürt werden.


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Meinung

Es gibt Brettspiele, bei denen der Spielplan zu klein und vor allem auch unübersichtlich ist. Bei Fruit Fair ist genau das Gegenteil der Fall, denn das Spielbrett hierfür ist fast schon überdimensional groß und würde locker zweimal für das darauf abzulegende Material ausreichen. Dies ist allerdings auf keinen Fall nachteilig, denn vor allem im Hinblick auf Kinder ist der Plan sehr schön und übersichtlich gestaltet, so dass in keiner Phase des Spiels eine Pfriemelarbeit nötig ist. Für manchen Geschmack mag der Spielplan und auch das restliche Material jedoch etwas zu farbenprächtig -sprich zu bunt- gestaltet sein. Die Früchtespielsteine wären natürlich schöner gewesen, wenn diese tatsächlich in Form von Äpfeln, Kirschen usw. vorliegen würden, dies ist aber ebenfalls nur eine rein ästhetische Frage und sollte nicht als Negativaspekt angesehen werden. Das Spielmaterial ist fast komplett sprachunabhängig, allerdings liegt dem Spiel nur eine englische Anleitung bei. Auf der Homepage des Herstellers gibt es jedoch recht gute deutsche Regeln zum Download, so dass dies kein Hindernis darstellen sollte. Die Phasen-Übersichtskarten, die ebenfalls in englischer Sprache gehalten sind, braucht spätestens nach der zweiten Partie ohnehin niemand mehr.

Was in der ersten Partie Fruit Fair vielleicht für etwas Überraschung sorgt, ist die Tatsache, dass für den Kauf von Extra-Arbeitern und vor allem für die einzelnen Preise und Medaillen keine bestimmten Früchtekombinationen erforderlich sind. Es kommt dabei immer nur auf die Anzahl der Früchte an, die bei einem Erwerb abgegeben werden müssen. Die verschiedenen Obstsorten erfüllen daher bei Fruit Fair ganz andere Zwecke. Zum einen kann durch die verschiedenen Sorten auf den einzelnen Bäumen immer ein Mangel oder Überschuss auftreten, so dass die Spieler Runde für Runde genau überlegen müssen, an welchem Baum sie Pflanzen und an welchem sie Pflücken. Zum anderen werden natürlich über die Früchtemehrheiten die recht wichtigen Bonusplättchen vergeben, so dass auch hier die Obstsorten eine gewichtige Rolle spielen. Am meisten Vorteile bringen sicherlich das Waschbär- und das Reihenfolgeplättchen, da mit dem Waschbär ja erst einmal bestimmt werden darf, von welchem Baum dieser futtert. Somit kann der Besitzer den Früchtebestand auf zwei Bäumen reduzieren, die ihn nicht betreffen. Außerdem gibt es für den Besitzer des Waschbärplättchens Vergünstigungen beim Kauf von Extra-Arbeitern, Preisen und Medaillen. Der Vorteil des Reihenfolgeplättchens erklärt sich von selbst, denn wer zuerst kommt, der mahlt beim Pflücken der Früchte auch zuerst, und läuft damit nicht Gefahr, in einer Runde nicht mit Frischobst versorgt zu werden.

Die meisten Spieler dürften recht schnell durchschaut haben, dass es sehr wichtig ist, sich zu Beginn einer Partie erst einmal die zwei für eine Partie zulässigen Extra-Arbeiter zu sichern. Wer sein Obst zuerst in diese investiert, der kommt zum einen bei deren Kauf billiger davon und kann außerdem früher als die anderen mehr Anpflanzen bzw. Pflücken. Da ein Extra-Arbeiter immer als Gärtner oder Pflücker eingesetzt werden kann, lohnt sich deren Anschaffung doppelt.

Ein spannungssteigerndes Element sind natürlich die verdeckt ausliegenden Preise und Medaillen, da von diesen nie alle eines Typs im Spiel sind, und jeder Spieler nur den ungefähren Wertebereich eines Preises oder einer Medaille kennt, bevor er diesen kauft. Der Nachteil daran, das Glück muss natürlich hier etwas mitspielen, sonst kann es vorkommen, dass jemand teuer eine Goldmedaille kauft, diese aber nicht mehr Punkte bringt, wie eine leicht billigere Silbermedaille. Positive Folge von diesen verdeckten Käufen ist allerdings eine recht spannende Schlusswertung, da dann erst jeder genau weiß, wie viele Punkte die Gegner eingesackt haben. Apropos Glück, natürlich muss beim Auswerten der Gärtner und Pflücker an den einzelnen Obstbäumen neben der Spielerreihenfolge auch Fortuna etwas mitspielen, da ja auch hier niemand mit letzter Sicherheit weiß, welcher Gegner seine Arbeiter zu welchem Baum geschickt hat. Hier kann es durchaus öfters vorkommen, dass der ein oder andere Spieler mal leer ausgeht. Aber deswegen sollte sich keiner grämen, in der nächsten Runde läuft es wieder besser.


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Fazit

Dieses bunte Jahrmarkttreiben rund um Früchte, Preise und nicht zu vergessen, den verfressenen Waschbär, lohnt sich in erster Linie für Familien mit Kindern. Außerdem kann jeder, der für das hier vorliegende Thema genügend Interesse aufbringt, und einfache, unanstrengende Spiele bevorzugt, zumindest eine genauere Betrachtung in Erwägung ziehen. Verschwiegen werden darf allerdings nicht, dass der Glücksfaktor bei Fruit Fair in zwei doch recht entscheidenden Spielphasen etwas zu stark ausgeprägt ist, so dass insgesamt die Planbarkeit und der Einfluss ein wenig leidet. Dies dürfte sicherlich einige potentielle Hobbygärtner ein bisschen abschrecken.


22.04.2010 , Markus Donaubauer



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Bewertungen
6markus
11.04.2010
Einfaches Familienspiel mit netter Aufmachung
6arkadia
12.04.2010

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