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ID 13018

CARTE BINARIE


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: 01B [->]
Autor: Baratelli, Cazzani, Emanuelli, Tettamanti
Grafik: Baratelli, Cazzani, Emanuelli, Tettamanti

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1-10

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10

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ab 9


f5
Bewertung angespielt: 4.0 von 10
punkte

Score gesamt: 52.0% von 100
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Rezension

Ziel

Carte Binarie ist italienisch und steht ganz einfach für Binärkarten. Mit diesem Kartensatz können die vier Varianten Binary, FastBit, Hamming und SolBit gespielt werden. Je nach gewähltem Spiel müssen entweder möglichst viele Karten gewonnen oder bestimmte Binärzahlen gebildet werden.

Regeln

Im Prinzip kommen bei Carte Binarie alle Karten vor, die auch in einem normalen Pokerkartensatz zu finden sind, nur dass hier König, Dame, Bube und Joker durch einen Computer, einen Drucker, einen Handheld und einen Mikrochip dargestellt werden. Außerdem sind die Zahlenwerte von eins bis dreizehn auf den Karten nur binär abgebildet und es gibt nicht die bekannten Poker-Farben wie Pik, Herz, Karo oder Kreuz. Diese üblichen Farben werden nämlich bei Carte Binarie durch die vier logischen Verknüpfungsoperatoren OR, AND, NOT und XOR dargestellt. Insgesamt vier verschiedene Spielvarianten können mit den Binärkarten gespielt werden.

Nicht nur für die erste Variante FastBit ist der Begriff Hamming-Abstand sehr wichtig. Werden zwei Binärzahlen wie beispielsweise 1101 und 1001 miteinander verglichen, so ist der Hamming-Abstand immer die Anzahl der Positionen, an denen sich die beiden Binärzahlen unterscheiden. Im obigen Beispiel wäre der Hamming-Abstand 1, da sich die beiden Zahlen nur an der zweiten Stelle unterscheiden. Zwei oder auch mehr Spieler können an FastBit teilnehmen. Zunächst werden die Karten (inklusive der beiden Joker) gut gemischt und jeder erhält drei Karten auf die Hand. Der Rest wird als verdeckter Stapel bereitgelegt. In jeder Runde wird dann jeweils eine neue Karte aufgedeckt, zu der die Spieler eine passende aus ihrer Hand ausspielen müssen. Abhängig von der Farbe der ausliegenden Karte muss eine Handkarte gespielt werden, die zur Ausliegenden einen passenden Hamming-Abstand hat. Zur Verdeutlichung ein kurzes Beispiel: Es liegt die Karte mit der Binärzahl 1011 und dem Symbol OR aus. Da für die OR-Verknüpfung ein Hamming-Abstand von 1 gilt, könnten beispielsweise die Karten 1010 oder 0011 als gültig abgelegt werden. Wer zuerst eine Karte mit dem richtigen Abstand ausgelegt hat, darf sich alle Karten nehmen. Kann keiner ausspielen, wird einfach die nächste Karte des Stapels aufgedeckt. Sobald der Kartenstapel aufgebraucht ist, zählt jeder seine gewonnenen Karten. Für jede gibt es einen Punkt und der Spieler mit der höchsten Gesamtsumme ist der Gewinner von FastBit.

Die zweite Spielvariante Binary ist einen Tick schwieriger, da hier Bezug auf die so genannten Wahrheitstabellen genommen wird. Diese sind in den Regeln zum Nachschlagen abgedruckt. Vor Spielbeginn muss einem Spieler die Binärzahl 1 und dem anderen die Zahl 0 zugeordnet werden. Der Spieler, dem die 0 zugewiesen ist, mischt den Kartensatz und gibt seinem Gegenspieler drei Karten. Zwei weitere Binärkarten kommen aufgedeckt auf den Tisch. Der Spieler mit der 1 vergleicht nun seine drei Handkarten mit den zwei offen ausliegenden auf dem Tisch. Hat die logische Operation mit einer dieser Karten das Ergebnis 1111, darf er sich die entsprechenden Binärkarten nehmen. Andernfalls muss er eine seiner Handkarten auf eine der ausliegenden Karten drauflegen. Dieser kleine Stapel gehört nun dem Gegenspieler. Nun vergleicht der Spieler mit der 0 seine Handkarten mit der noch ausliegenden Binärkarte. Ergibt eine logische Operation den Wert 0000, so darf er sich die ausliegende Karte nehmen, ansonsten muss er eine Karte auf den Tisch legen. In diesem Fall erhält wieder der Gegenspieler die Binärkarten. Danach werden wie zu Beginn der Partie Karten verteilt und es folgt die nächste Runde. Sind alle Binärkarten aufgebraucht, gewinnt der Spieler, der die höchste Punktzahl vorweisen kann. Pro Karte gibt es dabei einen Punkt, für Binärkarten mit dem NOT-Operator sogar zwanzig Punkte.

Bei SolBit handelt es sich um ein Solitärspiel. Dazu werden zunächst alle Karten (ohne die zwei Joker) gemischt. Nun nimmt man von jeder Farbe die erste Karte und platziert diese verdeckt auf dem Tisch. Diese Binärkarten werden nun wiederum gemischt und nebeneinander als Reihe 0 ausgelegt. Eine der Karten wird ausgewählt und aufgedeckt. Diese Binärkarte ist nun die so genannte Schlüsselkarte für das Spiel. Während der Partie behält der Spieler den verbleibenden Kartensatz auf der Hand und platziert nun jeweils eine Karte nach der anderen unter den vier Karten der Reihe 0. Ziel ist es, am Ende sechs Kartenreihen ausgelegt zu haben, welche die Binärzahl der Schlüsselkarte wiedergeben. Falls eine gezogene Karte aktuell nicht ins Konzept passt, darf diese auch auf einen separaten Stapel abgelegt werden. Unter jeder Karte der Reihe 0 werden also Kartenpaare derselben Farbe platziert, deren logische Verknüpfungsergebnisse mit dem Binärzahlenwert auf der Schlüsselkarte zusammenpassen. Auch bei dieser Variante können natürlich die abgedruckten Wahrheitstabellen als Hilfe verwendet werden.

Die letzte spielbare Variante nennt sich Hamming. Wie der Name schon andeutet, kommt hier wieder der Hamming-Abstand ins Spiel. Jeder der beiden Kontrahenten erhält hier zunächst 27 Karten vom gut gemischten Stapel. Außerdem müssen sich die Spieler noch darauf einigen, welcher Abstand (von 1 bis 4) zur Anwendung kommen soll. Wenn ein Spieler an der Reihe ist, legt er die oberste Binärkarte seines verdeckten Stapels aufgedeckt auf den Tisch und vergleicht diese mit der zuletzt ausgespielten Karte des Gegners. Haben die beiden den Hamming-Abstand, der zu Beginn der Partie festgelegt wurde, so darf der aktive Spieler alle Karten auf dem Tisch an sich nehmen. Stimmt der Abstand nicht überein, bleiben die Karten liegen, und der nächste Spieler deckt eine weitere Karte auf. Dies geht nun so lange weiter, bis keiner mehr Handkarten hat. Am Ende gewinnt, wer am meisten Binärkarten vorweisen kann.

Meinung

Um mit Carte Binarie etwas anfangen zu können, dürfen zumindest das binäre Zahlensystem und logische Operatoren nicht gänzlich unbekannt sein. Dies sind Begriffe, die hauptsächlich in der Informatik- und Mathematikwelt Verwendung finden, und auf denen die einzelnen Spielvarianten von Carte Binarie basieren. Selbst wenn jemand mit Hilfe der Binärkarten das binäre Zahlensystem oder logische Verknüpfungen üben möchte, ist zumindest ein bisschen Grundwissen nötig, damit ein vernünftiger Einstieg in dieses Kartenspiel möglich ist. Außerdem muss jeder Interessierte entweder der englischen oder italienischen Sprache mächtig sein, da es nur in diesen eine Anleitung für das Spiel gibt. Ein Diplom braucht allerdings keiner, so viel muss fairerweise hinzugefügt werden.

Wenn die Grundlagen für die einzelnen Spielvarianten nämlich erst einmal verstanden sind, ist der Rest brotlose Kunst. Es müssen immer nur Binärkarten miteinander verglichen, der Hamming-Abstand ermittelt oder logische Operationen anhand der entsprechenden Tabellen durchgeführt werden. Aus diesem Grund kommt nicht nur beim Solospiel SolBit relativ schnell Langeweile auf. Die beiden besseren Spielvarianten sind noch FastBit und Binary, da ersteres mit mehr als zwei Teilnehmern gespielt werden kann, und Binary vom Schwierigkeitsgrad her noch am forderndsten ist.

Die Variante Hamming ist ziemlich glückslastig, wenn diese nach den Grundregeln gespielt wird. Grund dafür ist, dass jeder von der Karte abhängig ist, die er als nächstes auf seinem Stapel hat. Um das Ganze etwas kalkulierbarer zu machen, stehen für Hamming immerhin noch zwei etwas bessere Varianten zur Verfügung. In der ersten darf ein Spieler immer die nächsten beiden Karten seines Stapels anschauen, bevor er entscheidet, welche seiner Binärkarten er ausspielt. In der zweiten dagegen ändert sich der Hamming-Abstand in jeder Runde und wird nicht gleich zu Beginn des Spiels festgelegt.

Zuletzt sei noch angemerkt, dass mit dem Carte Binarie-Kartensatz neben den aufgeführten Binärspielen prinzipiell auch eine ganz normale Partie Poker gespielt werden kann. Stellt sich nur die Frage, ob dies Sinn und Zweck ist.

Fazit

Carte Binarie ist speziell, um nicht zu sagen sehr speziell. Aus diesem Grund kommen hauptsächlich Informatiker, Mathematiker und Computerinteressierte, die sich gerne mit Nullen, Einsen und logischen Operatoren beschäftigen, als Zielgruppe in Frage.


2010-09-29, Markus Donaubauer (markus)



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Bewertungen
4markus
20.09.2010
Wenn ?berhaupt, dann nur was f?r Informatiker
4arkadia
02.10.2010

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