Schinderhannes ist ein Remake des Deduktionsspiels Old Town vom selben Autor und Verlag. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist Schinderhannes jedoch deutlich ansprechender gestaltet. Die Spielplan ist um Klassen schöner, und auch asymmetrischer als es bei Old Town der Fall war. Zwar muss an ein, zwei Stellen auf mögliche Logikfehler geachtet werden, doch rechtfertigt der atmosphärische Gewinn dies allemal. Zu möglichen Logikfehlern gehört beispielsweise die Einschränkung auf Nachbarorte in einem angrenzenden Bezirk bei Orten, die überhaupt keinen direkt benachbarten Bezirk haben.
Durch die Auswahlmöglichkeiten der meisten Karten verläuft jede Partie anders. Meistens muss man sich zwar auf einen oder zwei Siegpunkte pro Aktion beschränken, doch wer im richtigen Moment die passende Karte auf der Hand hält, darf sich manchmal auch über noch mehr freuen. Der Glücksfaktor stört jedoch nicht, vielmehr ist es der deduktive Aspekt, der Schinderhannes zu einem seltenen Vertreter seines Genres macht. Denn Schinderhannes macht nichts anderes, ausschließlich Deduktion.
Im Verlauf einer Partie reduzieren sich zwangsweise die Handlungsoptionen kontinuierlich. Manchmal ist es deshalb ratsam, rechtzeitig bestimmte Karten auszuspielen, bevor diese unbrauchbar werden und abgeworfen werden müssen. Ein Passen kann nützlich sein um dauerhaft eine Handkarte mehr zu erhalten -davon sollte aber nicht übermäßig Gebrauch gemacht werden, da sonst die Mitspieler nicht mehr einzuholen sind.
Neben vier Soloaufgaben beinhaltet die Anleitung übrigens auch einen sehr lesenswerten historischen Anhang, der über die Geschehnisse vor 200 Jahren ausführlich informiert. |