Die verträumte Gestaltung Dixits stellt zunächst eine gewisse Hürde dar, die nur mit gutem Zureden und einem Kommentar wie „da habe ich schon eine gute Rezension drüber gelesen“ überwinden. Es ist nicht nur der Karton selbst, der wenig zum Spielen auffordert, auch darin setzt sich die künstlerische Note fort. Sämtliche Karten wirken ebenso naiv bis simpel wie das Cover, das I-Tüpfelchen der Geschmacksverirrung stellt jedoch die Siegpunktleiste dar: Bunte Blumen und Holzkarnickel-Pöppel auf einer grünen Wiese. Brrr! Und das soll ein interessantes Spiel sein?
Mit diesem Vorurteil ausgestattet verlaufen die ersten Durchgänge noch etwas verhalten. Doch schnell ist der Mechanismus begriffen und die Wertung verinnerlicht. Nachdem der Erzähler ein paar Mal leer ausgegangen ist, beginnen die Spieler etwas verzwicktere Hinweise zu geben. Manchmal passen bestimmte Geräusche sogar besser als einfache Worte, und wer sich die Mühe macht Reime zu schmieden oder Zitate in den Raum zu werfen, sorgt zumindest für erhöhte Aufmerksamkeit.
Zwar kommt es häufig genug vor, dass zur Verfügung stehende Karten einfach nicht zum Hinweis passen, dennoch sorgt allein das Tippen für Spannung und Kurzweil. Natürlich auch für jede Menge eigene Assoziationen, die wiederum Anregungen für die nächste eigene Karte liefern.
Genauso schnell wie der Einstieg verlief, ist Dixit dann leider auch wieder vorbei. Es ist schön, dass es noch immer neue, frische Ideen gibt, die auch jenseits der Einflussmarker-Setzorgien selbst erfahrene Vielspieler begeistern können. |