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ID 12343

ERWISCHT!


cover
Jahrgang: 2009

Verlag: Heidelberger Spieleverlag [->]
Autor: Christian Lemay
 
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4-50

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ab 12


Material: mittelmässig
Komplexität: gering
Kommunikation: hoch
Interaktion: hoch
Einfluss: durchschnittlichf5
Bewertung angespielt: 6.2 von 10
punkte

Score gesamt: 59.1% von 100
score
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Rezension

Ziel

Die Spieler müssen vor den Augen anderer Menschen ungewöhnliche Dinge tun, ohne dass diese etwas davon merken. Üblicherweise wird Erwischt! nicht allein gespielt, sondern im Rahmen einer anderen Veranstaltung oder Tätigkeit, wie z.B. eines Spieleabends oder Abendessens, einer Hochzeit oder Party.

Regeln

Jeder Spieler erhält eine Karte mit drei Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Innerhalb einer festgelegten Spielzeit sind diese nun vor den Augen mindestens eines Mitspielers durchführen. Nach 30 Sekunden Wartezeit darf die Aufgabe enthüllt und die auf der Karte angegebenen Punkte eingestrichen werden. Wer einen Mitspieler im Verdacht hat, gerade eine solche Aufgabe zu erfüllen, sagt innerhalb dieser 30 Sekunden „erwischt!“ und nennt die vermutete Aufgabe. Liegt er damit richtig, ist der Versuch gescheitert und bringt keine Punkte, die Aufgabe verfällt.

Nach Ablauf der Spielzeit werden alle Karten offenbart und ausgewertet. Für jede Aufgabe die ein Spieler gar nicht erst versucht hat, wird von den gesammelten Punkten einer wieder abgezogen. Es gewinnt der Spieler mit den meisten.

Sollte eine Aufgabe einmal nicht lösbar sein, so darf der betroffene Spieler die Karte nach Erhalt tauschen. Optional kann auch mit zwei Karten pro Teilnehmer gespielt (-was aber nur für geringe Mitspielerzahlen empfohlen wird-) oder das Ziehen einer zusätzlichen Karte erlaubt werden wenn die erste vorzeitig komplett gelöst wurde. Eine weitere Variante trägt den schönen Titel „Voll erwischt“ und eignet sich besonders für Veranstaltungen mit Spendensammlung. Hier kauft zunächst jeder Teilnehmer „Währungspunkte“ in Form von Bonbons, Münzen oder Pokerchips, die an die Mitspieler abgegeben werden müssen, wenn sie fälschlicherweise verdächtigt werden. Für erfolgreich gelöste Aufgaben gibt es wiederum neue Punkte aus der Bank. Wem das alles nicht reicht, kann das Spielgeschehen mit den beiliegenden fünf Spezialkarten auch nach draußen verlagern. Dies führt zu einer deutlich längeren Spielzeit, die sogar über mehrere Tage hinweg andauern kann. (Nichtsdestotrotz muss beim Erfüllen natürlich immer ein mitspielender Zeuge anwesend sein.)

Meinung

Unauffällig sein kann ja so schwerfallen. Vor allem, wenn die Aufgaben derart absurd und ungewöhnlich sind, wie bei Erwischt!. Zwar passen einige immer wieder ganz gut in die gerade ausgeübte Tätigkeit, aber meistens eben leider nicht. Da muss dann improvisiert werden. Irgendein Grund lässt sich bestimmt finden, einen Mitspieler an der Hand aus dem Raum zu führen, albern herumzugackern oder ein Tier zu imitieren. Die Worte „weiß“, „flüssig“ und „fruchtbar“ in einem einzigen Satz zu nennen sorgt dagegen nicht nur für Erheiterung, sondern beim betroffenen Spieler zunächst einmal für jede Menge Kopfzerbrechen. Denn die Paranoia der Mitspieler kennt keine Grenzen und lässt sie routinemäßig bei jeder möglicherweise unnormalen Handlung ein „erwischt!“ entgegen schleudern. Da es für falsche Verdächtigungen außer bei der Variante Voll erwischt keine Strafen gibt, kann eine Partie auch etwas ausarten, wenn wirklich jede Tätigkeit nur noch mit den Worten „erwischt!“ kommentiert wird. Erwischt, Du musst ein Glas Cola trinken! Erwischt, Du musst den Würfel zu Boden werfen! Erwischt, Du musst genervt gucken! Erwischt, Du musst Dir die Ohren zuhalten! Erwischt, Du musst den Raum verlassen! Erwischt, Du musst mal kurz vor die Tür treten! Erwischt, Du musst … wo isser denn hin?

Einige Aufgaben sind auch gar nicht lösbar. Auf welchen Schnürsenkel soll denn getreten werden, wenn niemand Straßenschuhe trägt? Was macht jemand, der keinen Lieblingsverein hat, zu diesem aber Stellung beziehen soll? Dass Karten deshalb getauscht werden müssen, kommt häufiger vor. Dieser Anker sollte auch benutzt werden, wenn ein Spieler die Aufgabe nicht versteht. In einer unserer Partien konnte beispielsweise niemand erklären was denn mit „Daumenkrieg“ gemeint sei, die meisten hatten diesen Begriff noch nie zuvor gehört.

Kommt das Spiel nach Klärung solcher Startprobleme erstmal in Fahrt, können urkomische Situationen eintreten. Immer vorausgesetzt, es wird tatsächlich „nebenbei“ gespielt. Besonders empfehlenswert ist es, als Haupttätigkeit eine intellektuell etwas herausfordernde Aufgabe zu wählen, da nur dann alle Mitspieler wirklich abgelenkt genug sind, um auch mal etwas durchgehen zu lassen. Eine Partie Uno oder Kniffel eignet sich also genauso wenig wie ein Kinofilm oder das Fernsehprogramm. Ein ganz normaler Spieleabend dagegen passt prima. Da lässt sich nämlich auf herrliche Weise jede Menge Unsinn treiben, auf den die Mitspieler hereinfallen. So lange, bis sie die Nase voll haben vom ewigen „Erwischt!“-Gebrülle.

Fazit

Warnung: Dieses Spiel führt zu ungewöhnlicher Gesteninflation und provoziert falsche Erwischversuche. Überdosierung kann in häufigen Fällen zu erhöhter Albernheit und Lautstärke, in seltenen Fällen auch zu Frustration oder Genervtheit führen. Ohne spielärztliche Verordnung wird von einem Gebrauch länger als vier Stunden abgeraten. Spielverderber, die die Regelschwächen durch permanentes Erwischt!-Rufen ausnutzen wollen, sollten das Spiel unverzüglich absetzen.


2009-08-26, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
6cp
24.08.2009
In der richtigen Runde gut :)
6.5niggi
23.08.2009
...aber nicht so ernst nehmen :-)

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