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ID 12250

ZEITREISE DURCH DAS 20. JAHRHUNDERT


cover
Jahrgang: 2004

Verlag: Via Spiele [->]
Autor: Elfriede Pauli
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3-8

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30-60

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ab 13


Material: mittelmässig
Komplexität: gering
Kommunikation: sehr hoch
Interaktion: hoch
Einfluss: geringf5
Bewertung angespielt: 4.0 von 10
punkte

Score gesamt: 52.0% von 100
score
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Rezension

Ziel

Sie wissen noch, wie der letzte Reichskanzler hieß, haben ihn vielleicht sogar persönlich gesehen? Sie können sich an den Mauerfall erinnern? Oder an Ihre erste große Liebe? Welche Schulfächer Sie hatten und welche Lehrer welche Macken? Dann erzählen Sie davon! In diesem Spiel sind alle Ihre Erlebnisse des 20.Jahrhunderts von Belang.

Regeln

"Zeitreise durch das 20.Jahrhundert" ist im Grunde genommen ein einfaches Würfelspiel. Es wird ein Würfel geworfen und der Pöppel in Richtung Ziel weitergezogen. Doch halt! Ganz so einfach ist es nun doch nicht, denn das Zielfeld darf erst betreten werden, wenn zuvor drei verschiedene Aufgaben erledigt wurden. Dafür müssen zunächst Karten gesammelt werden, was aber kein Problem darstellt, denn fast jedes Feld liefert eine. Gelbe Karten zeigen Ziffern, die mit "19"er Karten zu Jahreszahlen kombiniert werden können, grüne ganze Intervalle über 25 Jahre. Rote Karten sind mit vier Begriffen versehen, blaue Karten gibt es dagegen nicht. Wer ein blaues Feld betritt, erhält stattdessen eine "Postkarte" mit einem im Retro-Look gestylten Wort, das das 20.Jahrhundert mit geprägt hat.

Um eine Aufgabe zu bewältigen, muß eines der drei über den Spielplan verteilten Lösungsfelder angesteuert werden. Dort wird dann die farblich passende Karte eingelöst und abgegeben. Am einfachsten sind dabei die roten Karten: Hier darf sich der Spieler einen abgebildeten Begriff aussuchen und muss dazu eine Anekdote aus seinem Leben erzählen. Doch nicht nur er! Auch die Mitspieler werden danach dazu motiviert, ihre persönlichen Erinnerungen preiszugeben.

Etwas konkreter wird es bei den grünen Karten, aber auch geringfügig komplizierter. Denn um eine grüne Karte bewältigen zu können, muss zusätzlich mit den gesammelten gelben Karten ein Jahr aus der abgebildeten Zeitperiode gelegt werden können. Für dieses Jahr (oder eines dicht dabei) wird aus einem beiliegenden Booklet eine Frage zu einem mehrerer verschiedener Themen vorgelesen. Beispielsweise ob der Spieler in der Schule Klassengrößen über 50 Schüler erlebt hat oder wie sein Sportunterricht aussah. Auch diese Frage wird nach der Beantwortung an alle anderen Spieler weitergegeben, zwecks bidirektionalem Informationsaustausch.

Blaues Feld bedeutet: Wort umschreiben. Und zwar eines, das auf einer der gesammelten Postkarten abgebildet ist. Für das Lösen gibt es zwar keine Punkte, aber im Gegensatz zu "Tabu" werden hier auch keine Begriffe für die Erläuterung verboten.

Sobald ein Spieler diese drei Aufgaben mindestens ein Mal bewältigt hat, kann er das Zielfeld betreten und damit das Spiel beenden. Punkte gibt es für durchgeführte Aufgaben, gesammelte Postkarten und legbare Jahreszahlen. Und wer das Spiel beendet, erhält natürlich noch einen kleinen Bonus.

Meinung

In diesem Spiel geht es nicht ums Gewinnen. Mitreden ist alles! Vorausgesetzt es gibt etwas zu erzählen. Mit anderen Worten: Wer zu jung ist um etwas über das Leben im 20.Jahrhundert erzählen zu können, wer keine Annekdoten aus seinem Leben preiszugeben weiß, der wird eine passivere Rolle spielen und den älteren Mitspielern zuhören müssen.

Das Alter ist überhaupt ein Knackpunkt im Spiel, das sich für jüngere nur dann eigenet, wenn sie sich für die Lebensgeschichte der anderen Mitspieler interessieren. Für die älteren ist es hingegen eine willkommene Gelegenheit, ihre Lebenserfahrungen mitzuteilen. Eine gesunde Mischung aus verschiedenen Altersstufen ist deshalb die beste Zusammensetzung für eine Partie Zeitreise.

In unseren Testpartien waren die Meinungen sehr unterschiedlich. Von Begeisterung (vor allem bei älteren Mitspielern) bis hin zu purem Desinteresse (bei ambitionierten Strategiespielern) reichten die Reaktionen. Dabei brachten die Fragen und Begriffe mehrfach Erstaunliches zu Tage. Sogar nach 40 Ehejahren gibt es offenbar noch viele Details aus Jugend und Kindheit, die dem Partner bislang unbekannt sind. Bzw. waren.

Wer glaubt gewinnen zu können, indem er den schnellsten Weg ins Ziel wählt, mag irren. Ein paar Postkarten sollte er schon dabei haben, sonst bringt ihm sein "Erster!"-Bonus nicht viel. Aber ums Gewinnen geht es in diesem Spiel auch gar nicht. Sondern um einen generationenübergreifenden Austausch von Lebenserfahrung.

Die Ereignislisten in "Zeitreise durch das 20.Jahrhundert" wurden übrigens gemeinsam mit Senioren entwickelt, die originelle Postkartengestaltung erfolgte im Museum der Arbeit in Hamburg durch Officina Ludi. Dementsprechend groß sind auch die Spielfiguren geraten, die selbst von älteren Mitspielern gut erkannt werden können.

Fazit

"Zeitreise durch das 20.Jahrhundert" ist ein sehr unorthodoxes Kommunikationsspiel, das vor allem bei älteren Mitspielern sehr gut ankommt. Verschlossene Menschen und Gesprächsmuffel werden damit dafür weniger glücklich. Doch wer schon einmal mehrere Stunden einer langweiligen Familienfeier beiwohnen mußte, sei es nur zu Omas Geburtstag bei Kaffee und Kuchen, der wird die Zeitreise mit Sicherheit zu schätzen wissen. Denn dann wird endlich auch einmal über interessante Dinge gesprochen, nicht nur über den Klatsch und Tratsch aus der Yellow Press.


0000-00-00, Carsten Pinnow (cp)



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Bewertungen
4cp
26.04.2009

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