"Fauna", das ist doch das Gegenteil von "Flora". Eins ist die Tier-, eins die Pflanzenwelt und oft genug fragen sich die
Biologieschüler dieser Welt, was was ist. Beim Anblick des vorliegenden Spiels wird schell klar, dass wir es hier
mit der Tierwelt zu tun haben.
Das Spiel von Friedemann Friese, erschienen im Huch!-Verlag, ist ein Schätzspiel, was bedeutet, dass das Spiel nicht
zwingend durch reines Wissen gewonnen werden muss. Wer aber beim Zoobesuch das eine oder andere Schild am Käfig
gelesen und Teile der Inhalte behalten hat, kann dies positiv nutzen. Außerdem hilft ein wenig Geographie-Kenntnis
über Kontinente, Länder und Klimazonen.
Die Spieler können bis zu vier verschiedene Kategorien eines zuvor aus dem Kartenstapel gezogenen Tieres
schätzen. Nämlich ein oder mehrere Regionen, in der das Tier lebt, die Mindest- bzw. Gesamtgröße,
das Gewicht und die Länge des Schwanzes, sofern das Tier einen solchen besitzt.
Die Schätzungen werden auf dem Spielplan mit den jeweiligen Schätzsteinen der Spieler angezeigt, indem diese
entweder in die Regionen oder auf den Messleisten abgelegt werden. Nachdem dies alle Spieler vollzogen haben, wird
die Karte ausgewertet und die tatsächlichen Werte mit speziellen Markern ebenfalls auf dem Spielstein angezeigt.
Siegpunkte bekommt, wer entweder eine absolut richtige Angabe gemacht hat, oder zumindest noch im benachbarten Bereich
des richtigen Bereichs liegt. In diesem Fall gibt es allerdings nur noch einen Teil der möglichen Punkte.
Komplett falsch platzierte Schätzsteine sind zunächst verloren, jedoch erhät jeder Spieler am
Ende einer Runde jeweils einen Stein zurück und kann auch nicht unter ein Minimum von 3 Steinen fallen.
Damit ist eine Schätzrunde beendet und eine weitere Tierkarte wird aufgedeckt. Dies wird so lange wiederholt,
bis ein Spieler die zu erreichende Siegpunktezahl geschafft hat und als Sieger des Spiels gekürt wird. Die Tierkarten
sind dabei in zwei Schwierigkeitsstufen aufgeteilt. Grüne Karten zeigen eher bekannte Tiere, schwarze Karten eher
unbekannte. Wobei auch bei den augenscheinlich leichter zu spielenden Tieren interessante Details offenbart werden,
die man manchem bekannten Tier nicht zugetraut hätte.
Dem Spiel liegt ein Heftchen mit Detailinformationen zu den teilnehmenden Tieren bei, das aber für das eigentliche
Spiel keine Rolle spielt und nur weiteres Wissen vermittelt. Damit wird aber auch eine Schwäche des Spielkonzepts
deutlich : Bei zu viel "Wissen" wird das Spiel mechanisch. Das "Schätzen" ist ja genau die Seele des Spiels.
Wer also sehr oft die Karten durchspielt, wird den Spass irgendwann verlieren. Spätestens dann ist man schon in
Gedanken bei "FLORA", dem möglichen Nachfolger. In welchen Regionen wachsen eigentlich Tulpen?
Fauna ist kein reines Wissensspiel, was zur positiven Folge hat, dass auch Nicht-Zoologen eine Chance haben. Die
Abbildungen auf den Karten und die auch in lateinischen Namen helfen dabei, Punkte zu sammeln. Dass das
"Gelbbauchmurmeltier" nur in den "Great Plains" und den "Rocky Mountains" vorkommt, kann man übrigens auch
erahnen, wenn man den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" gesehen hat.
Die Spielzeit ist mit ca 30 min pro Partie angenehm kurz, die Regeln sind einfach und verständlich gehalten und das
Spiel regt deutlich dazu an, sich über den jeweils vorliegenden tierischen Zeitgenossen lebhaft auszutauschen.
08.01.2008
, Jens Loddeke
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