"Die 3 Gebote" hebt sich erfrischend vom Einheitsbrei der gängigen erfolgreichen Gesellschaftsspiele ab. Der Ansatz
ist unkonventionell und unterhaltsam zugleich. Zumindest solange sich alle Spieler darauf einlassen. Denn die Idee,
eine Kombination unbekannter Gebote und Tabus deduktiv auf diese Weise zu erforschen, läßt sich relativ
leicht durch die Spieler umgehen. Dafür müssen sie lediglich als Hohepriester die beiden Artefaktkarten als
Gebote und eine (möglichst absurde) Aktion als Tabu definieren. Und schon können sie sicher sein, dass ihre
Regentschaft nicht unterbrochen wird und einige Punkte gesammelt werden.
Das ist doof, denn spaßig wird das Spiel erst dann, wenn sich die Novizen Mühe geben, die geheimen Rituale
durch echten Körpereinsatz zu ergründen. Als Hausregel empfiehlt sich deshalb, von jedem Kartentyp genau
eine als Gebot zu wählen. Andernfalls riskieren nämlich alle Spieler, die die Regeln nicht wie oben beschrieben
austricksen, dass sie vier Mal in Folge kein Karma verteilen dürfen. Und dann können sie ihre Religion praktisch
abschreiben.
Eine rein Artefakt-orientierte Religion hat zudem den Nachteil, dass es für die Novizen ein Leichtes ist, die
erfolgreichen Versuche ihrer Mitspieler zu kopieren. Der eigentliche Reiz der "3 Gebote" geht damit ein wenig verloren.
Unabhängig davon ist es in jedem Fall hilfreich, die möglichen Aktionskarten ein wenig zu kennen. Das erleichtert
das Ausprobieren ungemein.
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