Die großen Ähnlichkeiten zu Zooloretto werfen die Frage auf, wer Aquaretto wirklich braucht. Doch diese
Frage ist falsch formuliert, denn Aquaretto ist besser als Zooloretto! Während Zooloretto seine Spieler noch
mit festen Gehegegrößen quälte, für die man sich bereits beim ersten Tier entwscheiden mußte,
erlaubt Aquaretto eine freie Parkgestaltung. Der Verzicht auf Vrkausstände und die Einführung von
Mitarbeitern, die flexibel eingesetzt werden können, erlauben verschiedene Strategien, die dem Spielverlauf angepasst
werden können.
Durch die vielen Konsequenzen, die das Einsetzen der Tiere mit sich zieht, entstehen häufig knifflige Situationen,
in denen abgewägt werden muss, welche Entscheidung ist beste ist. Welche Tiere bringen mir welche Vorteile?
Konzentriere ich mich auf wenige Arten und bleibe flexibel? Will ich liebe Nachwuchs im Robbengehege, oder sichere
ich mir einen Mitarbeiter indem ich mir den fünften Orca nehme? Ziehe ich doch noch ein Vieh aus dem Beutel um
meinen Mitspieler die Auslage unschmackhaft zu machen? Oder gehe ich damit nur unnötig das Risiko ein, dass mir
jemand mein bevorzugtes Transportschiffchen wegschnappt? Fragen über Fragen, die besser nicht mit grübelfreudigen
Mitspielern ausdiskutiert werden sollten.
Das Zünglein an der Waage bei der Abrechnung sind jedoch die Mitarbeiter. Zwei solche als Pfleger eingesetzte
Personen können den Punktestand mal eben verdoppeln. Auch ein einzelner Trainer kann für ordentlich
Punkte sorgen - wenn zielgerecht angeschafft wird. Kassierer lohnen sich dagegen nur, wenn auf teure Ausbauten verzichtet
wird - was aber die Individuenanzahl einschränkt und somit Punkte kostet. Der Manager ist ebenfalls nur ein Notbehelf
für völlig schiefgelaufene Einkäufe.
Bei einer genauen Analyse der Bonuspunkte für Pfleger und
Kassierer unter Berücksichtigung der Tierarten bei verschiedenen Spielerzahlen ergibt sich folgendes Bild:
Drei Tierarten sind dressierbar, diese spielen immer mit. Drei bis fünf (je nach Spieleranzahl) Spezies
liefern Fischsymbole. Bei drei Spielern ist der Pfleger also tendenziell wertvoller, bei fünf der Trainer.
Vorausgesetzt, die Mitspieler verfolgen nicht alle die gleiche Strategie und führen diese Folgerung ad absurdum.
In jedem Fall werden aber Mitarbeiter benötigt. Da es ziemlich schwierig ist, zehn Tiere einer Art zu sammeln,
kommt es eher darauf an, zwei oder vielleicht sogar drei Becken auf fünf Exemplare aufzustocken. Glücklicherweise
kostet der Einsatz dieser netten Menschen nichts - vermutlich absolvieren sie so etwas wie ein freiwilliges
zoologisches Jahr.
Neben diesen Verbesserungen im Spielablauf weiß auch das Material zu überzeugen. Die Tiere sind genauso
knuffig wie bei Zooloretto - und endlich ist auch der Eisbär dabei. Wer davon einfach nicht genug bekommen kann,
hat die Möglichkeit beide Spiele miteinander zu kombinieren und/oder sich die XXL-Erweiterung zuzulegen.
Wem eines dieser Spiele genügt, dem sei das auch zu zweit gut spielbare Amaretto -pardon, Aquaretto- empfohlen.
Es ist zwar auch "nur" ein farbenfrohes Optimierspiel und besitzt den gleichen hohen Aufforderungscharakter, aber
blau ist eben schöner als grün. :)
25.12.2008
, Carsten Pinnow
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